Familiendrama nach Weihnachten 2019

Mordprozess in Heilbronn: Siebenfache Mutter getötet – jetzt ist das Urteil gefallen

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Kurz nach Weihnachten bringt in Heilbronn ein damals 44-Jähriger seine Ehefrau um. Sie hinterlässt sieben minderjährige Kinder. Jetzt ist das Urteil gefallen.

  • Ein Mann sticht kurz nach Weihnachten elfmal auf seine Ehefrau ein – und bringt sie so um.
  • Die getötete Mutter hinterlässt sieben Kinder. 
  • Vor Gericht gesteht der Ehemann – jetzt ist das Urteil im Prozess gefallen.

Mordprozess in Heilbronn: Siebenfache Mutter getötet – jetzt ist das Urteil gefallen

Update vom 3. August, 13 Uhr: Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer siebenfacher Mutter ist jetzt das Urteil gefallen. Das Landgericht Heilbronn hat den 45 Jahre alten Ehemann wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Tatmotive seien "Eifersucht, falsches Besitzdenken und Zukunftsangst" gewesen, so der Richter.

Nach Ansicht des Vorsitzenden Richters handelte der Angeklagte heimtückisch. Er sei trotz einer Depression voll schuldfähig gewesen. Nach 15 Jahren soll geprüft werden, ob der Verurteilte auf Bewährung freikommen kann. Wie der SWR berichtet, nahm der Mann das Urteil ohne Regung zur Kenntnis.

Am 3. August ist vor dem Landgericht Heilbronn das Urteil im Fall der getöteten siebenfachen Mutter gefallen. 

Mordprozess in Heilbronn: Das hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung gefordert

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor für eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes plädiert. Ein Vertreter der Nebenklage forderte, die besondere Schwere der Schuld anzuerkennen. Damit wäre eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren erschwert worden. Die Verteidiger des Mannes plädierten auf Totschlag

Nach Auffassung des Gerichts hat der damals 44-Jährige am 28. Dezember 2019 seine Ehefrau unter einem Vorwand in den Keller gelockt. Dort soll er mit einem Messer elf Mal auf die Frau eingestochen haben. Anschließend stellte er sich selbst der Polizei. Die Mutter hinterließ sieben minderjährige Kinder. 

Der Verurteilte solle die mindestens 15-jährige Haftstrafe "auch dazu nutzen, seine Kinder wieder zurückzugewinnen", sagte der Richter.

Heilbronn: Siebenfache Mutter getötet - Ehemann erwartet heute sein Urteil

Update, 3. August: Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer siebenfachen Mutter erwartet den Ehemann heute das Urteil. Die Staatsanwaltschaft plädiert für eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes

Der Täter soll nicht die Möglichkeit haben, nach 15 Jahren vorzeitig aus einer Haftstrafe entlassen zu werden. Deshalb fordert ein Vertreter der Nebenklage die Anerkennung der besonderen Schwere der Schuld, die eine solche Entlassung erschwert. Die Verteidiger plädierten auf Totschlag. Dass der Täter voll schuldfähig ist, hatte ein Gutachter vor dem Landgericht Heilbronn festgestellt.

Heilbronn: Der Mann stach mit einem spitzen Gegenstand mehrfach auf seine Frau ein. (Symbolbild)

Mordprozess in Heilbronn: Das Urteil wird heute erwartet - Ehemann geständig

Der damals 44-Jährige soll Ende des vergangenen Jahres seine elf Jahre jüngere Ehefrau kurz nach Weihnachten in den Keller der gemeinsamen Wohnung gelockt haben. Dort soll er mit einem Messer fast ein Dutzend Mal auf die Frau eingestochen haben. 

Er hatte sich danach selbst der Polizei gestellt. Alle sieben Kinder der Ehepartner sind noch minderjährig. Sie blieben unverletzt. Die Polizei fand sie in der Wohnung. Die Ermittler gaben damals Eifersucht als Tatmotiv an.

Heilbronn: Siebenfache Mutter getötet - Ehemann droht lange Haftstrafe

Update vom 24. Juli: Lebenslänglich fordert der Staatsanwalt für den Angeklagten, der seine 33-Jährige Ehefrau mit elf Stichen am 28. Dezember 2019 tötete. Zusammen hatten sie sieben Kinder. Diese müssen jetzt ohne Mutter aufwachsen - und wie es aussieht auch ohne Vater.

Der 45-Jährige lockte seine Frau mit den Worten "Ich habe eine Überraschung für dich" in den Keller und tötete sie dort, "weil sie sich der Tyrannei des Ehemannes nicht mehr willenlos hingeben wollte". Die Frau war offenbar arg- und wehrlos, denn Rechtsmediziner fanden keine Spuren, die auf eine Abwehrreaktion des Opfers schließen lassen. 

Die 33-Jährige soll sich einen neuen Freund gesucht haben. Das habe der Angeklagte nicht ertragen können, sagte der Staatsanwalt. Er war extrem eifersüchtig. 

Die getötete Frau hinterlässt sieben Kinder. 

Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich die sieben Kinder des Paares, die zwischen einem und 17 Jahren alt waren, in der Wohnung. Nach der Tat, zu der der Angeklagte sich schon Monate vorher entschlossen hatte, stellte er sich der Polizei und legte ein Geständnis ab, berichtet stimme.de

Mordprozess Heilbronn: Ehe war von Gewalt und Alkohol geprägt - Angeklagter zudem extrem eifersüchtig

In der Ehe soll es über Jahre mehrfach zu Gewalt und übermäßigem Alkoholkonsum gekommen sein. Mitte Juli 2019 zeigte die 33-Jährige ihren Mann an, da er ihr Verletzungen durch Schläge hinzugefügt hatte, "weil sie nicht aufgeräumt hatte." Die Anzeige zog die Frau später zurück. Ab diesem Zeitpunkt habe das Opfer sich mit anderen getroffen, sei ausgegangen. "So hat sich der Zorn beim Angeklagten aufgestaut, der mit einer mittelschweren Depression einherging", so der Staatsanwalt.

Tanja Habezettl-Prach vertrat einen Teil der Kinder. Diese verfolgten den Prozess im Gerichtssaal als Nebenkläger. Ihre Anwesenheit sei ihr eigentlich nicht recht gewesen, aber sie könne es verstehen. "So kam ihr Leid und ihre Verzweiflung zum Ausdruck." Sie werden so verarbeiten, was geschehen ist. 

Mordprozess Heilbronn: Frau lässt sieben Kinder zurück - einige davon sind bei der Verhandlung dabei

In den Erklärungen, die Habezettl-Prach im Plädoyer vorlas, hieß es: "Wir wünschen uns, dass der Vater wieder mit der Familie zusammenkommt. Ich als Sohn stehe hinter meinem Vater. Er hat eine zweite Chance verdient." Ein anderes Kind schrieb: "Wir sind enttäuscht. Mama hat das nicht verdient. Sie war alles für mich." 

Die Opferanwältin stellte keinen konkreten Strafantrag. Der Verteidiger plädierte auf Totschlag, nicht auf heimtückischen Mord wie der Staatsanwalt forderte. Der 45-Jährige habe angekündigt, sie oder sich selbst umzubringen. Verteidiger Sammy Urcun betonte dennoch, dass es an der Tat nicht zu beschönigen gebe. Zum Schluss sagte der Angeklagte: "Egal was meine Frau gemacht hat, ich bin schuld. Ich habe alles zerstört. Es tut mir für alle leid."

Landgericht Heilbronn: Siebenfache Mutter getötet - Ehemann gesteht in Mordprozess

Update vom 23. Juni, 14 Uhr: Heute Vormittag begann am Heilbronner Landgericht der Prozess gegen einen 44-jährigen Mann, der im Dezember 2019 seine Ehefrau in den Keller der gemeinsamen Wohnung gelockt hatte - und dort zehnmal mit einem Messer auf sie einstach. Die Anklage: Mord

Wie der SWR berichtet, hat der Angeklagte vor dem Heilbronner Landgericht ein Geständnis abgelegt: "Ich habe alles zerstört, auch die sieben Kinder und ihr Leben." Die getötete 33-Jährige habe "Männergeschichten" gehabt, so der SWR weiter. Zudem habe sie sich nicht mehr um die Familie gekümmert.

Anscheinend Grund genug für den Ehemann seine Frau zu erstechen. Noch vier weitere Verhandlungstage sind bis Anfang August angesetzt. Als Motiv des 44-Jährigen sieht die Staatsanwaltschaft Eifersucht.

Siebenfache Mutter in Heilbronn getötet: Ehemann unter Mordanklage - Prozess startet

Update vom 23. Juni: Am Dienstagvormittag beginnt vor dem Heilbronner Landgericht der Prozess gegen einen Mann, der seine Ehefrau umgebracht haben soll - die Getötete hinterlässt sieben Kinder. Der mutmaßliche Täter ist wegen Mordes angeklagt.

Der 44-jährige Mann soll am 27. Dezember 2019 seine 33 Jahre alte Ehefrau erstochen haben (wir berichteten). Der mutmaßliche Täter soll die Frau unter einem Vorwand in den Keller der gemeinsamen Wohnung in Heilbronn gelockt und dort er mit einem "Survivalmesser" zehnmal auf sie eingestochen haben.

Familien-Drama in Heilbronn: Ehemann der Getöteten wegen Mordes angeklagt

Update 18. Juni: Die Tat sorgte für Entsetzen - und das kurz nach Weihnachten. Am 27. Dezember des vergangenen Jahres soll ein damals 44-jähriger Mann seine Ehefrau unter einem Vorwand in den Keller der gemeinsamen Wohnung in Heilbronn gelockt haben. 

Dann soll der Mann die nichtsahnende Frau hinterrücks mit einem so genannten "Survivalmesser" erstochen haben. Wie das Landgericht Heilbronn berichtet, sei die Frau bereits durch den ersten Stich zu Boden gegangen. Doch dann soll der mutmaßliche Täter ihr noch weitere zehn Stiche, unter anderem in den Kopf-, Hals- und Brustbereich, zugefügt haben.

Mordprozess gegen 44-Jährigen: 23 Zeugen und neun Nebenkläger am Heilbronner Landgericht

Da das Vorgehen einer gezielten Tötung gleichkomme, muss sich der mutmaßliche Täter ab dem kommenden Dienstag, 23. Juni, vor dem Heilbronner Landgericht wegen Mordes verantworten. Insgesamt sind beim Mord-Prozess gegen den zur Tatzeit 44-Jährigen fünf Prozesstage angesetzt. 

Es gibt neun Nebenkläger - außerdem sind 23 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das besonders Tragische: Die Getötete ist Mutter von sieben Kindern. Das Urteil soll am 3. August fallen. Das mutmaßliche Motiv der Gewalttat soll Eifersucht sein.

Familien-Drama in Heilbronn: Mann schweigt weiter

Update vom 2. Januar: Nach dem schrecklichen Familien-Drama in Heilbronn am Freitagabend, 27. Dezember, ermittelt die Polizei weiter nach dem Motiv des 44-jährigen Mannes. Ein erster Verdacht der Polizei war, dass der Mord aus Eifersucht begangen wurde. 

Der Mann stellte sich kurz nach der Tat der Polizei. Doch: Seitdem hat er keine weiteren Angaben gemacht, erklärt Carsten Diemer, Pressesprecher der Polizei Heilbronn auf echo24.de-Anfrage. 

Nach Familien-Drama in Heilbronn: Ermittlungen der Polizei dauern an

Die Ermittlungen in dem Fall dauern weiter an. Ohne weitere Zeugen der Tat gestalten sich diese für die Polizei allerdings schwierig. "Wir müssen abwarten, was die Spuren ergeben", sagt Diemer.

Nach Familien-Drama in Heilbronn: Versorgung der sieben Kinder 

Update vom 30. Dezember: Am Freitag ereignete sich ein schreckliches Familien-Drama in Heilbronn. Ein Mann erstach seine Frau aus Eifersucht! Die getötete Frau hinterlässt sieben Kinder, die nun versorgt werden müssen. Aber wie genau? Was passiert nun mit den Kindern? echo24.de hat bei Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg nachgefragt. 

"Das Jugendamt hat jetzt ein großes Problem und steht auch vor einer großen Herausforderung", sagt Heinrich Schüz, Vorstand vom Kinderdorf e.V. Denn: Es gibt vielleicht ein bis zwei Notfallplätze bei Pflegefamilien. Das heißt, es können auch nur zwei oder drei Kinder sofort untergebracht werden. Aber keine sieben! 

Schüz: "Es müssen viele Sachverhalte geklärt werden und das braucht Zeit. Man könnte die Kinder vorerst in einer Wohngruppe unterbringen, damit sie überhaupt versorgt werden." Danach steht das Jugendamt vor einer Herausforderung. Es müssen alle Familienverhältnisse geklärt werden. Hat die getötete Frau zum Beispiel Verwandte, die die Kinder versorgen können. "Nach einer so schrecklichen Tat ist es immer gut, wenn Verwandtschaftsbeziehungen aufrechterhalten werden können", erklärt Schüz. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass jemand alle sieben Kinder aufnehmen kann. Im Klartext: Bei dauerhafter Unterbringung müssen die Kinder getrennt werden.

Die getötete Frau hinterlässt sieben Kinder. Deren Zukunft ist aktuell noch ungewiss.

Familien-Drama in Heilbronn - Mann sticht Frau tot

Erstmeldung 28. Dezember: Ein 44 Jahre alter Mann soll am Freitagabend seine Ehefrau in Heilbronn getötet haben. Wie die Polizei mitteilt, stach der Ehemann nach derzeitigem Ermittlungsstand aus Eifersucht mit einem spitzen Gegenstand zu. Nicht einmal, sondern mehrmals. Seine 33-jährige Frau starb an ihren Verletzungen. Anschließend begab sich der 44-Jährige zum Polizeirevier Heilbronn, berichtete hier über das Geschehen und ließ sich widerstandslos festnehmen. 

Familien-Drama in Heilbronn: Tote Mutter hinterlässt sieben Kinder

Bei der sofortigen Überprüfung der Wohnanschrift der Familie durch die Polizei konnte die Ehefrau nur noch tot aufgefunden werden. Immerhin: Die sieben minderjährigen Kinder des Ehepaares wurden unversehrt in der Wohnung angetroffen. Ersten Ermittlungen nach wurden diese nicht Zeugen der Tat. Aber: Sie wachsen von nun an ohne Mama auf - und wohl auch ohne Papa. 

Die Kinder wurden durch Notfallseelsorger und das Jugendamt Heilbronn betreut und in Obhut genommen. Der Ehemann wurde inzwischen einem Richter vorgeführt, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn Haftbefehl wegen Mordes erließ. Der 44-Jährige wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

In der Region gab es weitere Todes-Dramen am 28. Dezember 2019

Es war nicht die einzige Tat mit Todesfolge an diesem 28. Dezember 2019. In Stuttgart-Vaihingen ist ein 32-Jähriger mit einem Schwert auf die Polizei losgegangen. Durch Pfefferspray konnte die Polizei den Angreifer nicht abwehren, also zogen sie die Waffen - und schossen. Der Angreifer starb infolgedessen im Krankenhaus. 
Auf der B292 bei Waibstadt gab es ebenfalls ein Drama. Ein 18-Jähriger ist mit seinem Auto gegen einen Baum gefahren. Das Auto war ein Trümmerhaufen, der junge Mann verstarb noch vor Ort. Warum er von der Straße abkam, war zunächst unbekannt. 

Und auch zum Jahresstart gab es dramatische Meldungen der Polizei. So wurde in Remshalden auf einer Grünfläche eine Leiche aufgefunden. Mittlerweile wurde die Identität geklärt. Es handelt sich um eine seit Mai 2019 vermisste Frau aus der Region.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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