Mysteriöse Vorkommnisse in Hamburg erinnern an Ereignisse im September 2017

Gefesseltes Mädchen auf Heilbronner Wartberg: Ähnlicher Fall aufgetaucht?

  • Daniel Hagmann
    vonDaniel Hagmann
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Eine Elfjährige ist gefesselt, zittert vor Angst. Der Zustand, in dem Zeugen das Mädchen vor knapp drei Jahren entdeckten, ist zunächst rätselhaft. Gibt es Parallelen zu einem aktuellen Fall in Hamburg?

  • Im September 2017 entdecken Spaziergänger ein gefesseltes Mädchen auf dem Wartberg in Heilbronn.
  • Das Kind ist unverletzt und kann sich angeblich an die vorangegangenen Stunden nicht erinnern.
  • Zunächst ähnlich erscheinender Fall in Hamburg-Bergedorf sorgt für Aufsehen.

Der Fall war rätselhaft und beängstigend: Im September 2017 entdeckten Spaziergänger ein damals elfjähriges Mädchen nahe der Weinreben auf dem Wartberg in Heilbronn. Das Kind ist gefesselt, habe laut Zeugen vor Angst gezittert, war aber unverletzt. Wie die Elfjährige in diese Notsituation gekommen war, konnte sie zunächst nicht erklären. Laut dem damaligen Polizeibericht habe sich das Mädchen am Nachmittag im Raum des Heilbronner Weipertzentrums aufgehalten. Wie sie auf den Wartberg gelangt war? Zunächst unklar. Wollte sich das Mädchen vielleicht nur wichtig machen?

Nun macht ein auf den ersten Blick ähnlicher Fall aus dem Hamburger Stadtteil Bergedorf hellhörig. Wie unter anderem bild.de berichtet, hat eine Spaziergängerin am Donnerstag, 18. Juni dieses Jahres, ein schlafendes Mädchen an einem Waldrand gefunden. Das ebenfalls elfjährige Kind in Hamburg kann sich nur daran erinnern, auf dem Weg zum Schulbus gepackt worden zu sein. Danach wurde die Kleine offenbar verschleppt und 200 Meter weiter vom letzten Ort der Erinnerung entdeckt. Auch diese Elfjährige war - wie das Mädchen in Heilbronn - unverletzt und hat ebenfalls Erinnerungslücken.

Wird der seltsame Fall jetzt aufgeklärt?

Heilbronn: Fall von gefesseltem Mädchen mit Parallelen in Hamburg? 

Gibt es Zusammenhänge zwischen den zeitlich und räumlich weit auseinanderliegenden Fällen? Ist gar ein Serientäter in Hamburg, in Heilbronn und wer weiß, wo noch, am Werk? Das vermutet zumindest ein Hobbydetektiv aus Löchgau im Kreis Ludwigsburg, der sich nach Untersuchung der Medienberichte zu den beiden Fällen mit seinen Ansichten an die echo24.de-Redaktion gewandt hat. Sowohl die Polizei Hamburg als auch die Polizei Heilbronn habe er ebenfalls bereits über seine Erkenntnisse informiert. Werden die mysteriösen Fälle nun klarer?

Auf echo24.de-Nachfrage nach dem knapp drei Jahre alten Heilbronner Wartberg-Fallerklärt Gerald Olma von der Pressestelle der Polizei Heilbronn: "Aufgrund der damaligen Ermittlungsergebnisse ist nicht vom Vorliegen einer Straftat auszugehen, weshalb die Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren eingestellt hat."

Gefesseltes Mädchen auf Heilbronner Wartberg: Keine Hinweise auf Fremdeinwirkung

Die Vorkomnisse vom Frühherbst 2017 sind bei der Polizei Heilbronn also kein Thema mehr. Gerald Olma: "Es ergaben sich damals keinerlei Hinweise auf eine tatsächliche Fremdeinwirkung." Die genauen Ermittlungsergebnisse von 2017 möchte die Polizei Heilbronn allerdings – auch zum Schutz des Kindes – öffentlich nicht bekanntgeben. Eine Zusammenarbeit der Heilbronner Ermittler mit den Hamburger Kollegen bestehe bei den Fällen nicht, da man vom Einwirken einer fremden Person bei den Heilbronner Ereignissen nicht ausgeht.

Zusammhänge zwischen beiden Fällen vermutet Olma von der Polizei Heilbronn daher nicht. Er betont aber in Bezug aufs Geschehen in Hamburg-Bergedorf: "Gehen tatsächliche Hinweise ein, welche die Sachlage von damals in gänzlich neuem Licht erscheinen lassen, würde die Staatsanwaltschaft eine Wiederaufnahme von Ermittlungen prüfen."

Rubriklistenbild: © Google Maps/ Bremer

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