Müll, Musik und Massenschlägerei

Kiliansplatz: Beliebter Treff- oder bedrohlicher Brennpunkt?

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Viele Menschen fühlen sich auf dem Heilbronner Kiliansplatz nicht mehr wohl.
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Die Polizei lässt sich verstärkt in der Innenstadt sehen - mit Erfolg.

60 junge Männer mit Migrationshintergrund stehen dicht gedrängt zusammen. Die einen sind gut gelaunt, scherzen. Manche aber blicken feindselig, gehen sogar mit Fäusten aufeinander los. Und hin und wieder zieht auch der süßliche Duft einer illegalen Kräutermischung von der Menschenmenge ausgehend seine berauschenden Kreise.

In den vergangenen Monaten sind immer wieder massive Beschwerden bei der Heilbronner Polizei eingegangen: Die Innenstadt um den Kiliansplatz und den Rathausplatz ist eben nicht mehr nur ein friedlicher Treffpunkt aller Alters- und Gesellschaftsschichten - sondern wird immer mehr zum Brennpunkt. Für die Polizei sogar zum "roten Brennpunkt". Und das bedeutet: höchste Alarmstufe!

"Für eine junge Frau kann das schon sehr bedrohlich wirken, wenn Dutzende Männer mit Migrationshintergrund zusammenstehen. Selbst wenn sie auf die Frau gar nicht direkt zugehen. Die Sicherheit ist eben ein sehr subjektives Gefühl", sagt Rainer Köller von der Polizei Heilbronn. Erst recht nach den Ereignissen von Köln in der Neujahrsnacht auf 2016.

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Doch seit Jahresbeginn lässt sich die Aufregung am Kiliansplatz auch konkret benennen - fernab vom individuellen Gefühl: Die Männer hinterlassen Müll, lassen Musik über Lautsprecher laufen, beleidigen Passanten, beschimpfen sich aber auch gegenseitig lautstark. Immer wieder stellen die Beamten auch Drogenhandel und Betäubungsmittelkonsum fest. Köller: "Einmal kam es auch zu einer Massenschlägerei. Und selbst, wenn da keine Passanten direkt bedroht sind: Das Sicherheitsgefühl leidet dabei doch erheblich."

Die Konsequenz für die Heilbronner Polizei: "Wir lassen uns verstärkt in der Innenstadt blicken. Gerade zu den Zeiten, an denen viel los ist." Dazu sind Polizeistreifen fest eingeteilt, aber auch wenn spontan Kapazität herrscht, schauen Einsatzkräfte am Kilians- und am Marktplatz nach dem Rechten.

Allerdings sind die Migranten im Stadtzentrum nicht nur aus Heilbronn. Köller: "Viele kommen aus dem ganzen Landkreis in die Innenstadt und treffen sich da." Ein möglicher Grund: "Es gibt dort einen freien WLAN-Zugang, sodass die Personen kostenlos mit den Angehörigen in der Heimat kommunizieren können."

Seit die Polizei verstärkt Präsenz zeigt, sind aber keine neuen Beschwerden eingegangen. Köller: "Wir bleiben auf jeden Fall dran und haben die Sicherheit in der Innenstadt ganz oben auf unserer Liste." Allerdings ist das bloße Treffen - auch in Massen - für sich gesehen nicht strafbar. "Selbstverständlich kann jeder seinen Aufenthaltsort frei wählen. Und wenn sich die Leute benehmen, haben wir auch keinen Grund, sie wegzuschicken."

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