Kommentar: Juristisch verständlich, moralisch nicht

Kevin F. wegen Kindesmissbrauchs verurteilt: Ist das die ganze Wahrheit?

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Ex-Kindergartenleiter Kevin F. ist nun zu insgesamt acht Jahren Haft verurteilt worden.
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Das Urteil gegen den Ex-Kindergartenleiter lässt viele Fragen offen.

○ Ex-Kindergartenleiter Kevin F. ist zu insgesamt acht Jahren wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt.
○ Am ersten Prozesstag gesteht er die Vorwürfe.
○ Landgericht Heilbronn verhängt KEIN Berufsverbot gegen den Erzieher.

Update 12. Februar: Acht Jahre Knast. Drei Jahre oben drauf. Ex-Kindergartenleiter Kevin F. aus Heilbronn wurde in dieser Woche zum zweiten Mal verurteilt. Erneut wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern – wie schon im Spätsommer 2018 am Landgericht in Heilbronn.

Für den 33-Jährigen aus Heilbronn spricht: Er hat am ersten Prozesstag die Taten zugegeben – und angeblich von seinem schrecklichen Handeln abgelassen, als seine Opfer Schmerzensschreie ausstießen. Doch war das nun endlich alles? Nach seinem ersten Prozess hatte Kevin F. behauptet, alle seine Taten seien nun bekannt. Eine Lüge!

Heilbronn: Sind nun alle Fälle von Kevin F. bekannt?

Grundsätzlich gilt im Rechtsstaat die Unschuldsvermutung. Was der wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs verurteilte Kevin F. aus Heilbronn noch alles getan hat – oder nicht – um seine pädophilen Triebe zu befriedigen, weiß nur er selbst – und die weiteren missbrauchten Kinder, sofern diese existieren.

Kevin F. gestand am Heilbronner Landgericht elf weitere Taten von Kindesmissbrauch.

Doch eine Sache macht – wie schon beim ersten Prozess vor knapp eineinhalb Jahren in Heilbronn – einfach nur fassungslos: Trotz seiner pädophilen Störung, trotz seiner Forderung, ein Berufsverbot als Pädagoge auferlegt zu bekommen, gab es in dieser Richtung keine Sanktionen seitens des Heilbronner Landgerichts gegen Kevin F. Grund: Die Missbrauchsfälle des Heilbronners geschahen im privaten Rahmen, hatten nicht direkt mit der Arbeit von Kevin F. als Erzieher zu tun.

Landgericht Heilbronn legt Kevin F. die Verantwortung auf

Das ist sachlich natürlich richtig – die juristische Funktion damit nachvollziehbar. Wie kann es aber sein, dass ein wegen Kindesmissbrauchs verurteilter Mann – zumindest theoretisch – sich in Zukunft beruflich von morgens bis Abends wieder mit Kindern umgeben kann? Laut eigener Aussage macht der Heilbronner Kevin F. in Haft eine Therapie, versucht, mit seiner pädophilen Störung klarzukommen. Nach seiner Strafe möchte er nicht mehr in seinem Beruf arbeiten. Durch das Urteil stielt sich der Staat aus der Verantwortung – und lädt diese Kevin F. auf. Und wenn der Erzieher aus Heilbronn diese Bürde nicht tragen kann, wird er nach seiner Entlassung zur tickenden Zeitbombe.

Heilbronn: Kevin F. erneut wegen Kindesmissbrauchs angeklagt - Urteil gefallen

Update vom 11. Februar 14.30 Uhr: Der frühere Kindergartenleiter Kevin F. wurde am Dienstag in Heilbronn zu einer Haftstrafe von acht Jahren verurteilt. Staatsanwaltschaft, Nebenkläger und Verteidigung hatten zuvor acht Jahre und sechs Monate wegen des Missbrauchs zweier Jungen gefordert, berichtet swr.de.

Der Staatsanwalt sagt im Plädoyer, dass der Erzieher unendliches Leid, über alle mit denen er zu tun hatte, gebracht habe. Dem stimmten die Vertreter der Missbrauchsopfer und der Rechtswanwalt des Angeklagten zu. Im Abschlusswort entschuldigte sich Kevin F. Er wurde zuvor bereits wegen sexuellen Missbrauchs zu fünf Jahren verurteilt. Jetzt gibt es noch einmal drei Jahre zusätzlich oben drauf.  

Kevin F. hatte im Vorfeld gefordert ein Berufsverbot zu erhalten. Das ließ der Angeklagte durch seinen Anwalt mitteilen. Laut Angaben der Staatsanwaltschaft konnte das nicht gefordert werden. 

Heilbronn: Fällt heute das Urteil gegen Ex-Kindergartenleiter Kevin F.?

Update 11. Februar 10 Uhr: Heute muss Ex-Kindergartenleiter Kevin F. erneut vor dem Landgericht in Heilbronn erscheinen. Es steht der zweite Prozesstag gegen den 33-Jährigen an, der sich bereits zum zweiten Mal wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten muss.

Am ersten Prozesstag vor knapp zwei Wochen hat Kevin F. aus Heilbronn die elf Taten, die ihm gegen zwei Jungen vorgeworfen werden, bereits gestanden. Zur Tatzeit waren die Kinder zwischen elf und 13 Jahre alt.

Heilbronn: Ex-Kindergartenleiter Kevin F. wegen Missbrauchs vor Gericht

Das Landgericht Heilbronn hat angekündigt, dass das Urteil gegen den Ex-Kindergartenleiter Kevin F. aus Heilbronn, der bereits wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern im Spätsommer 2018 zu fünf Jahren Haft verurteilt worden war, am Donnerstag dieser Woche fallen soll.

Der SWR berichtet nun, dass laut Kevin F.s Verteidiger Thomas Amann bereits heute, am zweiten Prozesstag am Heilbronner Landgericht, der erneute Prozess mit einem Urteilsspruch zu seinem Ende kommen könnte.

Heilbronn: Kindergartenleiter Kevin F. macht nach Missbrauch von Kindern Therapie

Update 31. Januar: Eine ernste und langfristige Beziehung zu Frauen hatte der Ex-Kindergartenleiter Kevin F. aus Heilbronn noch nie. Nur drei kurzzeitige Freundschaften zu jungen Frauen habe er im Teeny-Alter bislang gehabt - erklärt der erneut wegen Missbrauchs am Heilbronner Landgericht angeklagte 33-Jährige. Einmal sei es dabei auch zu Sexualkontakt gekommen.

Doch schon früh habe der Erzieher Kevin F. aus Heilbronn sexuelle Gefühle für Jungen entwickelt. F. erklärt: "In der 'Bravo' haben mich die nackt abgebildeten Jungen immer mehr interessiert, als die Mädchen." Zudem habe er sich gerne die abgebildeten Buben in Urlaubskatalogen angesehen. Schon im Grundschulalter habe er einen sexuellen Kontakt zu einem anderen Jungen gehabt.

Heilbronner Ex-Erzieher Kevin F. verdrängt Interesse an Kindern

Der Heilbronner Erzieher Kevin F. berichtet: "Lange habe ich gedacht, ich sei bisexuell." Über Jahre habe er sein pädophiles und homosexuelles Interesse verdrängt. Aus Angst vor Zurückweisung von seinem konservativen Vater und negativen Folgen am damaligen Arbeitsplatz, einem Kindergarten in Heilbronn. Vor seiner Haft habe er seine Homosexualität weder geoutet noch sich um Hilfe in Bezug auf seine Pädophilie bemüht.

Stattdessen habe der Ex-Erzieher Kevin F. aus Heilbronn im Internet - jedoch nicht im Darknet - nach Nacktbildern von Kindern gesucht. Sein Interesse dabei: Weniger Bilder eindeutiger sexueller Handlungen als vielmehr entblößte Genitalien von Jungen. F.: "Es war sehr einfach, an diese Aufnahmen zu kommen."

Pädophiler Ex-Erzieher Kevin F. aus Heilbronn suchte sporadisch nach Hilfe im Internet

Hochproblematisch: Sowohl an seinem Arbeitsplatz an einem Heilbronner Kindergarten als auch in seiner Freizeit als Organisator von Kinderfreizeiten war Kevin F. permanent mit Jungen umgeben. Stetiger Kinderkontakt also für einen Mann mit pädophilen Neigungen! F.: "Klar habe ich es genossen, dass Jungs um mich waren. Aber es war ein geschützter Rahmen. Die Kinder waren nie alleine, andere Betreuer waren immer mit anwesend."

Im Internet habe sich Kevin F. aus Heilbronn Rat gesucht, wie er seine Triebe kontrollieren kann und nicht zum Täter wird. Doch rasch habe er diese Recherche wieder schleifen lassen. F.: "Ich habe meine Neigung verdrängt."

Heilbronner Ex-Kindergartenleiter macht Therapie in Haft

Aufgrund seiner Ausbildung als Pädagoge war dem Erzieher Kevin F. aus Heilbronn die sexuelle Entwicklung von Kindern bis hin zum Teenager bestens bekannt. Und erst recht, welche schlimme Folgen sexueller Missbrauch haben kann. Während seines Prozesses wegen sexuellen Missbrauchs am Heilbronner Landgericht gesteht er gestern Morgen: "Ich habe die Situationen ausgenutzt. Die negativen Folgen meines Tuns für die Kinder habe ich wegen meiner eigenen Lust ausgeblendet."

In seiner Haft macht Kevin F. aus Heilbronn nun eine Therapie. Das Ziel: Er soll zu seiner Homosexualität und seinen pädophilen Neigungen stehen und lernen, mit letzteren so umzugehen, dass es nicht mehr zu Übergriffen kommt.

Heilbronn: Kevin F. ist erst Babysitter, dann missbraucht er die Kinder

Update, 30. Januar: Es ist der Albtraum aller Eltern: Man lässt die Kinder bei einem guten Freund der Familie übernachten, den man seit Jahren kennt. Doch der Nachwuchs ist dort nicht in geborgener Obhut: Sie werden stattdessen als bloßes Sexobjekt behandelt, sollen Handlungen vornehmen, an denen sie von sich aus wohl kaum Interesse haben. Kevin F. aus Heilbronn missbrauchte als vermeintlicher Freund das Vertrauen der Eltern!

Seit heute Morgen muss sich der Ex-Kindergartenleiter Kevin F. aus Heilbronn wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in elf Fällen am Heilbronner Landgericht verantworten. Schon wieder. Bereits im Herbst 2018 wurde er wegen desselben Vergehens an anderen Kindern zu fünf Jahren Haft verurteilt. Damals behauptete F. vor dem Gericht: Alle seine sexuellen Vergehen seien nun bekannt. Er habe reinen Tisch gemacht.

Kevin F. missbraucht Kinder in seiner Heilbronner Wohnung

Heute erklärt Kevin F. vor dem Heilbronner Landgericht: "Ich möchte mich bei der Staatsanwaltschaft und der Öffentlichkeit entschuldigen." Der erste Prozess 2018 sei eine schwierige Zeit für ihn gewesen, er habe sich fertig gefühlt. "Heute weiß ich: Es wäre besser gewesen, ich hätte alles gesagt. Ich hatte Angst vor noch mehr Trubel und höherer Strafe, dachte, ich könnte es vertuschen."

Über Jahre hinweg hat er sich offenbar das Vertrauen zweier Heilbronner Familien erschlichen. Kevin F. hat die Kinder im frühen Alter regelmäßig als Babysitter betreut. Bei der einen Familie hat er sogar ein halbes Jahr gewohnt. Als sich der heute 33-jährige Ex-Kindergartenleiter später privat mit dem damals elf- bis dreizehnjährigen Jungen zwischen Ende 2010 und Ende 2013 bei sich in der Wohnung traf, forderte er ihn zum Oralverkehr auf - und vollzog diesen auch an dem entkleideten Jungen.

Landgericht Heilbronn: Ex-Erzieher Kevin F. gesteht Vorwürfe

Besonders heftig: In einem Hotelzimmer nach einem gemeinsamen Ausflug nach Rust versucht Kevin F. Analverkehr an dem Jungen zu praktizieren. Als dieser jedoch Schmerzen verspürt, bricht der Ex-Erzieher aus Heilbronn den Vorgang unverrichtet ab. Daher ist F. in einem Fall des besonders schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung angeklagt. F. erklärt dazu heute im Landgericht Heilbronn: Das Kind habe die Idee des Analverkehrs gehabt.

Während seines zweiten Prozesses räumt Kevin F. aus Heilbronn weitgehend emotionslos, klar strukturiert und selbstreflektiert die gegen ihn erhobenen Vorwürfe wegen elffachen sexuellen Missbrauchs an insgesamt zwei Jungen ein. Er stellt klar: "Ich möchte die Konsequenzen und Verantwortung für mein Handeln tragen. Mir ist klar: Die Kinder trifft keine Schuld, ich habe die Straftaten begangen. Ich wusste auch damals, dass das verboten ist. Aber ich hatte leichtes Spiel und musste keine großen Widerstände brechen."

Heilbronner Erzieher Kevin F.: Nun alle Taten bekannt?

Mit dem Fokus darauf, seine Triebe durch den Missbrauch an den Kindern zu befriedigen, wurde möglicherweise die Realität des Ex-Erziehers aus Heilbronn verzerrt. Kevin F. erklärt: "Was ich getan habe, kam mir nicht wie Gewalt vor. Durch meine Lust nahm ich das Wohl anders wahr als die Jungen."

Sind nun wirklich alle Missbrauchstaten des Ex-Kindergartenleiters bekannt? Das weiß wohl nur der 33-Jährige selbst. Das zweite Urteil gegen Kevin F. am Landgericht Heilbronn soll am Donnerstag, 13. Februar, fallen.

Heilbronn: Heute startet zweiter Prozess gegen Ex-Erzieher Kevin F.

Update 30. Januar: Vier Zeugen und ein Sachverständiger sollen in drei Prozesstagen am Landgericht Heilbronn Licht in die dunklen Machenschaften von Ex-Erzieher Kevin F. bringen. Ab heute ist der 33-Jährige Pädagoge erneut angeklagt. Wieder wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern - also für die Straftat, für die Kevin F. seit dem Spätsommer 2018 in einem Umfang von fünf Jahren Haft bestraft wurde.

Während seines ersten Prozesses hat der Ex-Erzieher Kevin F. aus Heilbronn behauptet, dass alle seine Missbrauchsfälle nun bekannt seien. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm im morgen startenden Prozess aber erneut elf weitere Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch vor. Voraussichtlich wird Kevin F. die Taten im morgen startenden Prozess am Landgericht in Heilbronn gestehen. 

Heilbronn:  Erneuter Prozess gegen Kevin F. wegen Kindesmissbrauchs im Januar

Update 13. Januar: Vor dem Landgericht Heilbronn hatte Kevin F. während seines ersten Prozesses im Spätsommer 2018 behauptet, alle seine Sexual-Vergehen an Kindern seien nun benannt. Doch die Staatsanwaltschaft klagt den ehemaligen Kindergartenleiter Kevin F. aus Heilbronn ein zweites Mal an. Erneut - unter anderem - wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern!

Am 30. Januar startet der zweite Prozess im Kinderporno-Skandal am Heilbronner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 32-jährigen, ausgebildeten Pädagogen vor, er habe zwischen den Jahren 2010 und 2014 als Babysitter in Rust und in Heilbronn Jungen durch Hand- und Oralverkehr sexuell missbraucht.

Kevin F.: Ex-Erzieher aus Heilbronn erneut wegen elf Missbrauchsfällen angeklagt

Bei dem ersten Jungen soll es sich um sieben Taten handeln, als der Minderjährige zwischen elf und 13 Jahre alt war. Am zweiten Buben soll sich Kevin F. aus Heilbronn vier Mal vergangenen haben, als dieser zwischen zwölf und 13 Jahren alt gewesen war.

Der Heilbronner Ex-Erzieher Kevin F. während seines ersten Prozesses im Spätsommer am Heilbronner Landgericht.

Seit seinem Prozess im Heilbonner Landgericht sitzt Kevin F. wegen Kindesmissbrauchs in Haft. Er war am 28. September 2018 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Das neue Urteil gegen Kevin F. soll am Donnerstag, 13. Februar, am Landgericht in Heilbronn fallen.

Kinderporno-Skandal: Erneuter Missbrauchs-Prozess gegen Kevin F. frühstens Anfang 2020

Update 13. November: Der ehemalige Erzieher Kevin F. wartet weiter darauf, erneut vor Gericht erscheinen zu müssen. Seit 2018 sitzt er bereits wegen schweren Kindesmissbrauchs für fünf Jahre im Gefängnis – im April erfolgte die Anklage wegen elf weiterer Fälle. Doch seitdem passierte nichts.

Das Landgericht Heilbronn ist überlastet, es fehlen Richter, um alle Fälle abzuarbeiten – und so türmen sich die Aktenberge und werden immer mehr. Aktuell wird ein Prozessauftakt gegen Kevin F., der mit dem Heilbronner Kinderporno-Skandal bundesweit für Schlagzeilen sorgte, Richtung Ende Januar/Anfang Februar 2020 angestrebt, wie stimme.de berichtet.

Leider ist dieser Missbrauchs-Skandal kein Einzelfall: In einerKita in Stuttgart-Sillenbuch soll es zu schweren Misshandlungen an Kindern gekommen sein. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen.

Sogar zum Missbrauch an Kindern verabredet haben sich mutmaßliche Nutzer einer Darknet-Plattform. Ermittler konnten nun den Server-Standort ermitteln. Der mutmaßliche Betreiber kommt aus Schwäbisch Hall. 

+++ Update 19. August: Erneuter Prozess gegen Kevin F. muss warten +++

Bereits im Oktober 2018, kurz nach der Urteilsverkündung gegen den ehemaligen Erzieher Kevin F., war klar: Gegen den Heilbronner wird weiter wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs ermittelt. Rund sechs Monate später hatte die Staatsanwaltschaft aufgrund dieser zusätzlichen Fälle erneut Anklage erhoben. Verurteilt wurde Kevin F., obwohl er geständig sein soll, für diese Taten bislang nicht. Der Grund: Überlastung der Justiz.

Heilbronn: Erneuter Prozess gegen Kevin F. "weniger eilbedürftig"

"Aufgrund der hohen Belastung der 14. Großen Strafkammer mit so genannten Haftsachen muss der Fall derzeit zurückstehen", erklärt Lutz Hils, Pressesprecher des Landgerichts Heilbronn, auf echo24.de-Nachfrage. Ein Start für weitere Gerichtstermine sei deshalb bislang nicht angesetzt.

Kevin F.s Fall gilt beim Landgericht als "weniger eilbedürftig". Zum einen, weil der Angeklagte bereits im Gefängnis sitzt - und so keine weiteren Taten verüben kann. Zum anderen, weil aus Justizsicht keine Terminfristen einzuhalten seien. Anders als beispielsweise bei Angeklagten in Untersuchungshaft.

Heilbronn: Überlastung der Justiz - Erneuter Prozess gegen Kevin F. muss warten

Kevin F. war im September des vergangenen Jahres zu fünf Jahren Haft  wegen des schweren sexuellen Missbrauchs eines Jungen verurteilt worden. Beinahe ein Jahr davon hat er bereits abgesessen. Dass es bei diesem für viele Heilbronner als zu milde empfundenen Urteil bleibt, ist unwahrscheinlich.

Zwei weitere Opfer und mindestens elf weitere Fälle von Kindesmissbrauch könnten bei der nächsten Verhandlung härter bestraft werden. Wann genau dies passiert, sei bislang nach Angaben des Landgerichts und der Staatsanwaltschaft aber noch unklar.

+++ Update 2. Mai: Anklage in elf weiteren Missbrauchsfällen +++

Am 8. April erhob die Staatsanwaltschaft Heilbronn eine weitere Anklage gegen Kevin F. Der ehemalige Erzieher aus Heilbronn befindet sich nach seiner Verurteilung bereits in Haft. Fünf Jahre lautete das Urteil. Während des Verfahrens gab es Hinweise auf weitere Missbrauchsfälle. Diese haben sich nun leider bestätigt und werden auch zur Anklage vor das Heilbronner Landgericht gebracht.

Kinderporno-Skandal: Alle Hintergründe

Von 2010 bis 2014 soll sich Kevin F. mindestens elf Mal an zwei weiteren Jungen vergangen haben. Kevin F. sei geständig. Nun droht ihm durch die erneute Anklage durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn eine weitere Verurteilung. Dann mit einer langjährigen Gesamtfreiheitsstrafe.

+++ Ursprungsmeldung 29. Oktober 2018 +++

Es war schon nach der Urteilsverkündung gegen Kevin F. klar: Die Kriminalpolizei Heilbronn ermittelt auch weiterhin gegen den ehemaligen Kindergartenleiter. Jetzt berichtet der SWR von insgesamt zwölf Fällen, in denen Eltern den Verdacht auf Kindesmissbrauch hegen.

"Ich kann derzeit noch nichts genaueres dazu sagen", erklärte eine Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Heilbronn auf Nachfrage von echo24.de, ob auch ein konkreter Hinweis vorliege. Sie bestätigte allerdings den Bericht des SWR, dass Hinweise in zwölf Fällen überprüft würden.

Der ehemalige Kindergartenleiter war im September wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Jungen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Ein Berufsverbot erhielt er nicht, weil der Missbrauch nicht in Ausübung seiner Tätigkeit als Erzieher stattgefunden hatte. Viele Heilbronner hatten dieses Urteil als zu milde empfunden.

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