Zwei Verhandlungen am Heilbronner Landgericht

Prozesse um Drogen-Schmuggel im Heilbronner Gefängnis beginnen

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Die JVA Heilbronn steht wegen des Schmuggel-Skandals in der Kritik.
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Die JVA Heilbronn stand zuletzt wegen Drogen-Schmuggel, Tausch von Hakenkreuz-Bildern und Bestechlichkeit massiv im Fokus.

Weil er unter anderem Drogen ins Heilbronner Gefängnis geschmuggelt haben soll, muss sich ein Justizbeamter vom 8. Februar an vor Gericht verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen von Januar 2016 bis zu seiner Festnahme im Juli 2018 unter anderem Marihuana, Heroin, Mobiltelefone und Alkohol in die Justizvollzugsanstalt gebracht zu haben. Laut Anklage habe er dafür Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 3.150 Euro erhalten, teilte das Heilbronner Landgericht am Mittwoch mit.

JVA Heilbronn: Zu Schmuggel kommt auch Bestechung hinzu

Eine Woche später startet ebenfalls am Landgericht Heilbronn ein Prozess gegen fünf weitere Männer, die mutmaßlich zum Teil mit dem Justizbeamten zusammengearbeitet haben sollen. Drei von ihnen sollen versucht haben, Tabletten über die Gefängnismauern zu werfen.

Als das nicht gelang, gingen zwei der fünf offenbar dazu über, den angeklagten JVA-Beamten zu bestechen. Der Beamte ist unter anderem wegen Bestechlichkeit angeklagt, die fünf Männer unter anderem wegen Bestechung.

JVA Heilbronn: Gefängnisleitung musste den Hut nehmen

Im Herbst wurden noch weitere Bedienstete der JVA sowie Inhaftierte, ehemalige Strafgefangene und Personen aus deren Umfeld verdächtigt, an dem Schmugglerring beteiligt gewesen zu sein. Später wurde bekannt, dass Bedienstete dort auch Nazi-Bilder getauscht haben sollen.

Im Zuge der kriminellen Machenschaften musste im Oktober vergangenen Jahres der Leiter des Gefängnisses seinen Posten räumen. Im Sommer 2016 waren elf Häftlinge der Anstalt wegen systematischen Drogenhandels zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Der Prozess damals dauerte mehr als 120 Verhandlungstage. Im Dezember vergangenen Jahres sorgte ein Feuer ebenfalls für Aufregung in der JVA.

dpa

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