Mit Fördermitteln für den Arbeitgeber

Jobcenter Heilbronn: Programm gibt  Langzeitarbeitslosen neue Hoffnung

+
Arbeitslos zu werden oder es lange Zeit zu bleiben, ist eine ernste Sache. Um Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen, gibt es eine neue Initiative.
  • schließen

Viele Langzeitarbeitslose wollen gerne wieder arbeiten. Wenn Arbeitgeber ihnen die Chance geben, können auch sie davon profitieren.

○ Trotz guter Arbeitsmarktlage haben Langzeitarbeitslose meist schlechte  Aussichten auf einen Job.
○ Aber viele Langzeitarbeitslose wollen arbeiten.
○ Ein neues Gesetz eröffnet ihnen Beschäftigungschancen.

Für Julia Rutz (33) aus Roigheim im Landkreis Heilbronn ist es ein Segen: "Ich bin hier an meinem Platz angekommen", sagt die alleinerziehende Mutter eines achtjährigen Jungen und eines zehnjährigen Mädchens über ihren neuen Job. Julia Rutz stammt aus Russland und kam als Zehnjährige nach Deutschland. Das Schicksal meinte es nicht gut mit ihr - sie wurde arbeitslos und blieb es für lange Zeit. "Ich hatte es wirklich schwer im Leben", sagt sie. Aber jetzt hat sie eine Perspektive.

Jobcenter Heilbronn: Neues Programm läuft erfolgreich

Denn seit Anfang des Jahres gilt das sogenannte Teilhabechancengesetz. "Es soll langzeitarbeitslosen Menschen ermöglichen, auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen", erklärt Ottmar Wörz, Geschäftsführer des Jobcenters Landkreis Heilbronn. "Dieses Programm läuft bei uns sehr erfolgreich." Julia Rutz ist ein positives Beispiel dafür. Seit einem halben Jahr arbeitet sie bei der Seniorenbetreuung Götz GmbH in Adelsheim-Sennfeld  - zuerst in der Küche, jetzt erprobt sie sich im Reinigungsdienst des Seniorenheims.

Der Weg aus der Langzeitarbeitslosigkeit ist oft nicht leicht. Und die Sorge, womöglich eines Tages selbst betroffen zu sein, wächst in der Region. Um den Sprung in die Erwerbstätigkeit zu schaffen, benötigen Langzeitarbeitslose einen geeigneten Arbeitsplatz und Unterstützung, wenn sie wieder einen Job haben. Und dabei hilft das Jobcenter. Denn das Teilhabechancengesetz ermöglicht für Arbeitgeber Lohnkostenzuschüsse in Höhe von bis zu 100 Prozent des Arbeitsentgeldes für die Dauer von bis zu fünf Jahren, die Übernahme der Kosten für ein Coaching und die Erstattung von Weiterbildungskosten.

Förderung durch Jobcenter Heilbronn: ein Lichtblick

Dagmar Möller von der Einrichtungsleitung freut sich über die Fortschritte, die Julia Rutz gemacht hat. "Ein Lernprozess hat begonnen und Defizite wurden abgebaut." Die neue Mitarbeiterin sei bei der Seniorenbetreuung wirklich angekommen: "Inzwischen ist sie die gute Seele und die helfende Hand des ganzen Hauses." 

Geschäftsführer Walter Götz  bestätigt das: "Sie ist ein echter Lichtblick für uns." Die Förderung des Jobcenters sei "eine große Chance für Leute, die arbeiten wollen", sagt Götz. Ein großes Problem ist allerdings die Unzuverlässigkeit der öffentlichen Verkehrsmittel- obwohl sich Anbieter um Verbesserungen bemühen. "Einmal ist sie die vier Kilometer zur Arbeitsstelle gelaufen", erklärt Götz. "Wir planen, ihr ein Fahrrad zu schenken." 

Arbeitgeber im Raum Heilbronn: Es gibt Fördermittel

Als Jobcoach steht Kai Vogelmann vom Jobcenter Landkreis Heilbronn Julia Rutz zur Seite. Er sagt: "Dass Julia Rutz und die Götz Seniorenbetreuung GmbH durch das Jobcenter Landkreis Heilbronn zusammengekommen sind, ist eine Erfolgsgeschichte. Dies ermutigt uns, uns weiterhin schwungvoll beratend und kompetent für geförderte Arbeitsverhältnisse und Menschen zu engagieren, die davon profitieren." Sein Appell an Arbeitgeber: "Ermöglichen Sie langzeitarbeitslosen Menschen soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt und Übergänge in ungeförderte Beschäftigung."

Das könnte Sie auch interessieren