Auswirkungen werden sichtbar

Das sind die fatalen Folgen der Hitzeperiode in der Region

+
  • schließen

Wochenlange Dürre mit Temperaturen jenseits der 30 Grad. Da leiden nicht nur Mensch und Tier.

Einfach unglaublich! Überall verbrannte Erde wo sonst sattes Grün stand. Verdorrte Felder, metertiefe Risse im Boden. Selbst im Heilbronner Wertwiesenpark sind die Grünflächen nahezu verbrannt. Vielerorts hat es seit Mai nicht mehr richtig geregnet. Die Folgen der Gluthitze sind fatal: Im Weinbau, in der Landwirtschaft und im Forstbetrieb wird dringend Regen benötigt.

Traubenlese beginnt drei Wochen früher

Besonders betroffen sind im Weinbau die Gebiete Weinsberger Tal, Kocher- und Taubertal. Kein Regen - und das bereits seit Wochen. "Wenn es weiterhin so trocken bleibt, sind die Schäden immens. Teilweise wurde durch die Trockenheit die Reife der Trauben verzögert. Die Frühsorten wie Acolon und Solaris müssen jetzt schon geerntet werden. Sie sind drei Wochen früher dran", sagt Hermann Hohl Präsident des Weinbauverbands Württemberg.  "Wenn es in den nächsten vierzehn Tagen so trocken bleibt, dann gibt es in manchen Lagen ein Totalausfall."

Hitze vernichtet Teile der Getreideernte

Nicht viel besser sieht es bei Getreide, Gemüse und Viehfutter aus: "Die Bauern müssen für ihre Tiere zusätzliches Futter kaufen, weil die Weiden so trocken sind", sagt Helmut Eberle vom Bauernverband Ortsverein in Flein. "Die Ernte ist lokal sehr unterschiedlich. Voll getroffen hat es das Kocher-und Jagsttal sowie das Zabergäu und manche Orte im südlichen Landkreis. Dort vernichtete die Hitze 30 bis 50 Prozent der Getreideernte."

Wie es bei Obst und Gemüse aussieht, kann er noch nicht sagen:"Wir versuchen gerade über die Tröpfchenbewässerung weitere Schäden zu verhindern. Der Regen wird allerdings dringend benötigt. Wenn 20 bis 30 Liter Regen fallen würde, wäre uns sehr geholfen."

Irreparable Schäden

In Waldgebieten sieht es noch schlimmer aus. Remo Fuchs, Büroleiter des Forstamts Heilbronn, sagt: "Wir haben im Wald und vor allem an den Waldrändern sichtbare Trockenschäden. Das hat einen frühen Herbst zur Folge. Selbst wenn es regnen würde, wären die Schäden in diesem Jahr nicht reparabel."

Die Fischerei ist mit einem blauen Auge davongekommen. Klaus Lohmann, Vorsitzender des Fischervereins Heilbronn, sieht die Lange entspannter: "Es gab zwar kritische Tage im Bezug auf die Wassertemperatur und den Sauerstoffgehalt im Wasser. Aber dank der kühlen Nächten in den vergangenen Tagen hat sich die Lage beruhigt. Sollte es allerdings noch mal so lange so heiß werden, dann wird es auch in Kocher und Neckar kritisch."

Mehr zum Thema

Hund im Auto: Familie lässt Hund bei 30 Grad im Auto und geht an Breitenauer See

Gefährliches Phänomen: Bäume verlieren bei Hitze plötzlich Äste

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare