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Problem-Schild für Radfahrer? Stadt Heilbronn bezieht Stellung

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Von: Olaf Kubasik

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Das total verrückte Hinweisschild für Radfahrer an der Charlottenstraße in Heilbronn.
Wer dieses Hinweisschild als Radfahrer sehen möchte, muss sich schwer anstrengen. © Olaf Kubasik/echo24.de

Die Stadt Heilbronn setzt extrem auf Radfahrer, doch manchmal wirken die Aktionen äußerst seltsam.

Wer Heilbronn besucht, gewinnt schnell den Eindruck, dass das Rad DAS Fortbewegungsmittel schlechthin in dieser Stadt sein muss. Es gibt Radspuren auf zahlreichen Straßen, Radfahrer-Ampeln, Radwege, Radfahrer-Zähler und sogar ein „Radhaus“ am Hauptbahnhof. In diesem Turm können Fahrradfahrer ihr Gefährt sicher abstellen, wenn sie sich mal anderweitig fortbewegen. Und: In der innerstädtischen Fußgängerzone von Heilbronn müssen Radfahrer nicht absteigen, sondern dürfen Fußgänger rasant-elegant umkurven.

Eine so große Rad-Liebe fördert aber augenscheinlich auch den Irrsinn. Denn wie jede andere Liebe kann sie blind machen. Durch die rosarote Brille betrachtet, erscheinen dann Radspuren auf der von Lkw extrem frequentierten Salzstraße im Industriegebiet von Heilbronn sinnvoll. Ebenso wie Parkschilder in der Karlstraße. Diese sind zwar zum Schutz von Radlern angebracht, aber für Autofahrer nicht verpflichtend. Und das ist auch der Grund, warum sich letztlich niemand daran hält.

StadtHeilbronn
StadtteileBöckingen, Sontheim, Horkheim, Neckargartach, Frankenbach, Klingenberg, Biberach, Kirchhausen
Fläche99,88 Quadratkilometer
Einwohner126.458 (31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterHarry Mergel

Heilbronn: Hinweisschild für Radfahrer hängt an total verrückter Stelle

Da die roten Radspuren der Stadt Heilbronn erst nachträglich zur bereits gegebenen Straßensituation markiert wurden, kann es zu problematischen Situationen im Miteinander von motorisiertem und strampelndem Verkehr kommen. Besonders bei radelnden „indirekten Linksabbiegern“. Stefan Papsch vom Amt für Straßenwesen erklärt auf echo24.de-Anfrage: „Beim Radverkehr gibt es zum Teil auch die Möglichkeit des sogenannten indirekten Linksabbiegens. Dabei bleibt der Radfahrer zunächst rechts, überquert die Kreuzung und biegt erst dann nach links ab.“

Um den Vorgang des indirekten Linksabbiegens Radfahrern verständlich zu machen, hat Heilbronn „amtliche Hinweisschilder“ angebracht, die die Verkehrsführung verdeutlichen sollen. Laut Experte Papsch basiert die Gestaltung dieser Wegweiser „auf der gültigen Empfehlungen für Radverkehrsanlagen des FGSV-Verlages und der Musterlösungen des Landes Baden-Württemberg“. So weit, so gut. Nur hat eines dieser in Heilbronn angebrachten garantiert noch nie ein Radfahrer bemerkt – geschweige denn bemerken können.

Heilbronn: Stadt Heilbronn prüft Standort des Radfahrerschildes

Besagtes Hinweisschild für „indirekt linksabbiegende Radfahrer“ ist an einer Ampel am Beginn der Heilbronner Charlottenstraße – direkt vor der Einmündung zur Herderstraße montiert. Und das nicht nur in epischer und für Radler unbeachteter Höhe, sondern auch noch gegen das Sonnenlicht.

Immerhin hat das Schild es damit zum sinnlosesten seiner Art geschafft. Abgesehen davon, dass sich der Radverkehr für „indirekt linksabbiegende Radler“ aufgrund der Radwegmarkierung von selbst erschließt. Stadtsprecherin Suse Bucher-Pinell teilt deshalb gegenüber echo24.de mit: „Den Hinweis zur Positionierung nehmen wir gerne auf und werden dies überprüfen.“

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