Von Pfui zu Hui?

Neue Pläne für 2020: So soll Heilbronner "Hawaii" ein positives Image bekommen

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An der Christophstraße, neben den Bahngleisen liegt das Heilbronner Viertel "Hawaii".
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Das Heilbronner Viertel "Hawaii" hat keinen guten Ruf. Die Stadt möchte das Gebiet sanieren und beginnt deshalb bald eine Untersuchung.

Ganz früher wurde es "White Chapel" genannt, in Anlehnung an das Londoner Viertel in dem Jack the Ripper unterwegs war. Wer heute "Hawaii" hört, weiß meistens sofort, dass es sich dabei um das Heilbronner Stadtviertel zwischen Christophstraße und Ellwanger Straße handelt. Eine bewegte Vergangenheit hat das Quartier, das offizielle eigentlich "Unteres Industriegebiet" heißt, schon hinter sich. Anfang der 1990er Jahre war es in Heilbronn Zentrum für Drogenhandel.

Viele der vierstöckigen Gebäude im "Hawaii" entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg - und kamen danach in die Jahre. Mit vielen Drogen- und Gewaltdelikten wurde das "Hawaii" zum Problemviertel. Doch dann machte man sich Mitte der 1990er Jahre auf den Weg das Viertel aufzuwerten. Ein Sanierungsplan der Stadt entstand: Ein Wohnblock wurde abgerissen und andere saniert, das Café Hagen zog in das Viertel mit dem schlechten Ruf. 2004 wurde eine Fußgängerbrücke über die Bahngleise gebaut und die Bewohner waren endlich besser an Nachbarviertel angeschlossen.

Durch die Fußgängerbrücke bekam das Hawaii-Viertel eine bessere Anbindung an den Heilbronner Norden. 

"Hawaii"-Viertel in Heilbronn: Stadt plant Untersuchungen zur Sanierung

Es hat sich also bereits einiges getan, im früheren Problemviertel "Hawaii". Doch: Damit soll noch lange nicht Schluss sein. Erst kürzlich hat der Heilbronner Gemeinderat eine weitere Untersuchung des Gebiets beantragt. Ende des Jahres soll die Untersuchung für das Viertel beginnen. Dabei geht es vor allem darum festzulegen, wo es im Viertel noch städtebauliche Missstände gibt, wie die Verkehrssituation ist - auch Sozialdaten sollen erhoben werden.

"Die vorbereitenden Untersuchungen sollen vor der Sommerpause 2020 im Gemeinderat behandelt werden", erklärt Claudia Küpper von der Pressestelle der Stadt Heilbronn. Eine Bürgerbeteiligung scheint bei einer Sanierung des Viertels auch möglich zu sein. "In einem ersten Schritt wird eine Eigentümerumfrage zur Abfrage der Sanierungsbereitschaft durchgeführt. Weitere Formen der Bürgerbeteiligung stehen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest und werden im Laufe der vorbereitenden Untersuchung entwickelt", sagt Küpper. Damit könnten die Bewohner sich dann auch selbst einbringen und zeigen, was sie sich von ihrem Viertel für die Zukunft wünschen.

Heilbronn: "Hawaii"-Sanierung soll positives Image für das Viertel bringen

Wie genau eine Sanierung des "Hawaii" dann aussehen wird, hängt ganz von der vorbereitenden Untersuchung ab. Doch so viel steht bereits fest: Es wird um "eine sozial ausgewogene Mischung der Bevölkerung, die Erhaltung und Neuschaffung von kostengünstigem Wohnraum, eine Entlastung von Lärm und Luftschadstoffen, eine Aufwertung des Wohnumfelds" gehen, heißt es von Seiten der Stadt Heilbronn. Vielleicht könnte damit dann auch - als Kontrast zu dem allgegenwärtigen Mietwahnsinn - Wohnraum entstehen, der für alle bezahlbar ist.

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