Urteil im „Reiterhof-Mordprozess“ am Heilbronner Landgericht

Familientragödie auf Güglinger Reiterhof: Urteil im Mordprozess gefallen

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  • Julia Cuprakowa
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Im Reiterhof-Mordprozess von Güglingen kam es heute (15. März) vor dem Heilbronner Landgericht zu einem Urteil.

  • Ein 15-Jähriger stirbt im Januar 2020 in Güglingen-Frauenzimmern (Kreis Heilbronn) an zehn Messerstichen. Sein Vater überlebt trotz 28 Stichverletzungen.
  • Der damals 17-jährige Bruder des Getöteten wird wegen Mordes und versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzungen angeklagt.
  • Seit dem 7. Oktober läuft am Landgericht Heilbronn der Prozess. Heute, am 15. März, kam es endlich zu einem Urteil.

Update, 15. März 2021, 14.30 Uhr: In dem Verfahren um die Familientragödie auf einem Reiterhof in Güglingen wurde heute (15. März) das Urteil verkündet. Am 25. Januar 2020 soll der damals 17-jährige Angeklagte gegen 1 Uhr seinen 15-jährigen Bruder mit 15 Messerstichen getötet haben. Der Vater soll auf die Auseinandersetzung aufmerksam geworden sein, woraufhin dieser von seinem Sohn angegriffen wurde. Der inzwischen 18 Jahre alte Angeklagte soll seinem Vater ebenfalls 28 Messerstiche zugesetzt haben.

Anschließend soll sich der Angeklagte selbst zahlreiche Messerstiche versetzt und weitere Schnittverletzungen zugefügt haben, um sich das Leben zu nehmen. Rettungskräfte konnten dem Vater sowie dem Angeklagten das Leben retten. Der 15-Jährige verstarb. Der 18 Jahre alte Angeklagte wurde heute, am 15. März, wegen Totschlags sowie versuchten Totschlags zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt, wie das Landgericht Heilbronn mitteilte.

Familientragödie auf Güglinger Reiterhof: Urteil vor Landgericht Heilbronn gefallen

Nach zahlreichen Gerichtsterminen und einer umfassenden Beweisaufnahme stand für das Gericht fest, dass sich der Angeklagte zur Tatzeit in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Alkohol oder Drogen spielten dabei keine Rolle. Der Angeklagte wurde als vermindert schuldfähig eingestuft. Da er aus dem Affekt handelte, konnten keine Mordmerkmale nachgewiesen werden.

Was sind Mordmerkmale?

Mordmerkmale sind Kriterien, nach welchen ein Tötungsdelikt unter den besonders schwereren Tatbestand des Mordes fällt. Zu den Mordmerkmalen gehören nach deutschem Gesetz unter anderem: niedrige Beweggründe, Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebs, Habgier, Heimtücke und Grausamkeit.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf Mord sowie versuchten Mord plädiert und dafür eine Jugendstrafe von zehn Jahren beantragt. Falls die Kammer keine Mordmerkmale anerkennen würde, wurde zudem auf Totschlag sowie versuchten Totschlag plädiert und eine Jugendstrafe von neun Jahren gefordert.

Die Verteidigung sah aufgrund der psychischen Verfassung des Angeklagten zum Tatzeitpunkt lediglich einen Totschlag sowie einen versuchten Totschlag als gegeben an. Das Urteil von acht Jahren Gefängnis wegen Totschlags und versuchten Totschlags ist rechtskräftig, da sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Angeklagte und die Verteidigung auf Einspruch verzichtet haben.

Familientragödie auf Güglinger Reiterhof: Urteil im Mordprozess steht bevor

Update, 15. März 2021, 13.30 Uhr: Bereits vor über einem Jahr soll in Güglingen ein damals 17-Jähriger seinen 15 Jahre alten Bruder erstochen sowie seinen Vater mit 29 Messerstichen lebensgefährlich verletzt haben. Der Vater überlebte. Ein Jahr nach der Tragödie auf dem Reiterhof könnte es noch heute, am 15. März, im Prozess gegen den inzwischen 18-Jährigen ein Urteil geben.

Der 18-Jährige steht wegen Mordes vor dem Landgericht Heilbronn. Das Verfahren findet aufgrund von Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dem Jugendlichen drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis, wie der SWR berichtet.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Urteil im Mordprozess steht bevor

Update, 10. März 2021: Nach zahlreichen Gerichtsverhandlungen, die bereits mehrfach aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurden, soll es im Reiterhof-Mordprozess von Güglingen bald endlich ein Urteil geben. Vor bereits über einem Jahr ereignete sich auf einem Reiterhof eine Familientragödie, bei der es ein Todesopfer gab. Ein 17-Jähriger soll im Januar seinen 15-jährigen Bruder erstochen sowie seinen Vater lebensgefährlich mit einem Messer verletzt haben.

Der wegen Mordes Angeklagte ist inzwischen 18 Jahre alt, das Verfahren wird dennoch aus Jugendschutzgründen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt, wie der Pressesprecher des Landesgerichts Heilbronn mitteilte. Bei der Gerichtsverhandlung wird zunächst der polizeiliche Sachbearbeiter aussagen. Laut SWR erstatten anschließend die rechtsmedizinischen und psychiatrischen Sachverständigen ihre Gutachten. Das Urteil soll am 15. März verkündet werden.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Nach Corona-Unterbrechung - Mordprozess wird fortgesetzt

Update, 16. Dezember 2020: Der Prozess um die Familientragödie auf einem Reiterhof in Güglingen am Landgericht Heilbronn wird nun fortgesetzt. Zuletzt mussten insgesamt zehn Verhandlungstage wegen des Coronavirus abgesagt werden. Wie ein Sprecher des Landgericht Heilbronn erklärt, steht noch ein umfangreiches Beweisprogramm aus. Daher dürfte mit einem Urteil nicht vor dem Frühjahr 2021 zu rechnen sein, wie der SWR berichtet.

Der 18-jährige Angeklagte soll seinen 15-jährigen Bruder mit einem Messer erstochen haben und seinen Vater außerdem lebensgefährlich verletzt haben. Der Mordprozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt.

Der Prozess um den Mord an einem 15-Jährigen auf dem Güglinger Reiterhof im Januar 2020 geht vor dem Heilbronner Landgericht weiter.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Vernehmungen im Mordprozess fortgeführt

Update, 03. Dezember: Der Güglinger Reiterhof-Mordprozess wurde bereits vergangene Woche vor dem Heilbronner Landgericht fortgesetzt. Auch in dieser Woche gehen die Anhörungen weiter. Angehört wurden bereits sieben Polizeibeamte, die als erstes den Tatort, den Reiterhof in Güglingen, betreten hatten. Zudem wurden laut SWR drei Notärzte vernommen, die in der Tatnacht im Januar im Einsatz waren.

Ein zur Tatzeit 17-Jähriger soll seinen 15-jährigen Bruder mit mehreren Messerstichen getötet sowie seinen Vater ebenfalls mit einem Messer lebensgefährlich verletzt haben. Der Angeklagte ist inzwischen 18 Jahre alt. Der genaue Tathergang ist weiterhin nicht bekannt und wirft Rätsel auf, da alle drei Familienmitglieder Stichverletzungen aufwiesen.

Bisher haben sich sowohl der Vater als auch der Sohn vor den Heilbronner Landgericht nicht zu den Tatvorwürfen geäußert. Der Mordprozess wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Am Freitag sollen weitere Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten angehört werden.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Mordprozess wird fortgesetzt

Update, 26. November: Der Güglinger Reiterhof-Mordprozess wird am Donnerstag vor dem Heilbronner Landgericht fortgesetzt. Zuletzt waren aufgrund der Corona-Pandemie mehrere Verhandlungstage verschoben worden. Die komplette Heilbronner Schwurgerichtskammer musste aufgrund eines Corona-Falls in Quarantäne. Während des Prozesses am Donnerstag soll ein psychologischer Sachverständiger angehört werden, der von der Verteidigung benannt wurde. Allerdings nicht als Gutachter, sondern als sachverständiger Zeuge.

Zudem werden zu einem späteren Zeitpunkt laut SWR die vom Gericht bestellten rechtsmedizinischen und psychiatrischen Gutachter ihre Gutachten zu dem vermeintlichen Familiendrama auf dem Güglinger Reiterhof präsentieren.

Auf einem Reiterhof in Güglingen im Landkreis Heilbronn kam es zu einem furchtbaren Familiendrama - der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Prozess verzögert sich weiter

Update, 11. November: Der Prozess um die Familientragödie auf einem Reiterhof in Güglingen am Landgericht Heilbronn verzögert sich auch weiterhin. Zuletzt waren laut eines Sprechers mehrere geplante Verhandlungstage aufgrund der Coronapandemie aufgehoben worden. Wegen eines mit dem Coronavirus infizierten Richters musste der Prozess zeitweise zudem unterbrochen werden. „Derzeit ist geplant, die Verhandlung am 20. November 2020 fortzusetzen“, heißt es vom Landgericht Heilbronn.

Güglingen: Familiendrama auf Reiterhof - Prozess verzögert sich coronabedingt

In der vergangenen Woche fand laut Angaben des Landgerichts Heilbronn der fünfte Verhandlungstag statt. Im Prozess waren zwei Zeugen aus dem „näheren Umfeld des Angeklagten gehört“ worden.

Diese Befragung habe aber jeweils sehr lange gedauert. Deshalb seien am Verhandlungstag keine weiteren Zeugen zu Wort gekommen.

Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: Angeklagter soll Bruder getötet haben

Angeklagt ist ein 17-Jähriger. Er soll seinen 15-jährigen Bruder mit zehn Messerstichen ermordet haben. Neben der Mordanklage steht zusätzlich versuchter Mord im Raum. Denn auch auf den Vater soll der Angeklagte 29 Mal eingestochen haben. Der 54-Jährige überlebte die Tat trotz lebensgefährlicher Verletzungen.

Weil der Angeklagte zur Tatzeit minderjährig war, findet der Prozess am Heilbronner Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. echo24.de berichtete in einem vorherigen Artikel über alle Ereignisse in dem erschütternden Prozess bis zum 30. Oktober.

Nach Familiendrama auf Reiterhof in Güglingen: Richter positiv auf Corona getestet - Prozess unterbrochen

Update, 09. November: Anfang des Jahres gab es das Familien-Drama in Güglingen. Ein 17-Jähriger soll seinen Bruder getötet und anschließend seinen Vater schwer verletzt haben. Der Prozess ist in vollem Gange, wird nun aber unterbrochen! Der Grund: Ein Richter ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wie ein Gerichtssprecher mitteilte, soll der Prozess am 20. November fortgesetzt werden. Die beiden anderen Kammermitglieder wurden negativ getestet, befinden sich zur Zeit jedoch vorsorglich in Quarantäne.

Nach Familiendrama auf Güglinger Reiterhof: War es Brudermord? Zeugen-Aussagen erwartet

Meldung, 05. November: Das Jahr 2020 begann mit einer Tat, die über die Region hinaus erschütterte: Auf einem Reiterhof in Güglingen-Frauenzimmern in Landkreis Heilbronn wurde am 25. Januar der Leichnam eines 15-Jährigen entdeckt. Der ebenfalls anwesende 17-jährige Bruder sowie der Vater waren so schwer verletzt, dass die Polizei die beiden zunächst nicht vernehmen konnte. Die Ergebnisse der weiteren Ermittlungen ergaben Schockierendes!

Ein Familienstreit soll zu der schrecklichen Gewalt-Tragödie in Güglingen geführt haben - dass weitere Menschen in das Geschehen involviert waren, schien ausgeschlossen. Am Mittwoch, 7. Oktober, startete der Prozess um den mutmaßlichen Bruder-Mord vor dem Heilbronner Landgericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit, da der Angeklagte zur Tatzeit noch minderjährig gewesen war. Die Anklage gegen den 17-Jährigen: Mord an seinem Bruder und versuchter Mord an seinem Vater

Heilbronn/Güglingen: Nach mutmaßlichem Bruder-Mord auf Reiterhof - Droht Höchststrafe bei Prozess?

Der Angeklagte soll den 15-jährigen Bruder mit einem Messer erstochen haben. Wie das Gericht erklärte, soll der ältere Bruder zehnmal auf seinen jüngeren Bruder eingestochen haben. Auf seinen zur Tatzeit 54 Jahre alten Vater habe er anschließend 29 Mal eingestochen. Dieser wurde lebensgefährlich verletzt, aber überlebte die Messerattacke. Der angeklagte Sohn soll sich nach dem Familiendrama auf einem Reiterhof in Güglingen selbst verletzt haben, weshalb er ebenfalls in einem Krankenhaus behandelt werden musste.

Das Motiv für den mutmaßlichen Brudermord Anfang dieses Jahres auf dem Reiterhof in Güglingen-Frauenzimmern im Landkreis Heilbronn? Unklar! Das müsse in der Hauptverhandlung geklärt werden, erklärte die Staatsanwaltschaft laut dpa. Weiteren Angaben im Vorfeld des Verfahrens gab es nicht.  Für den Mord-Prozess sind knapp 60 Zeugen und vier Sachverständige geladen. Dem jungen Mann drohen maximal zehn Jahre Jugendstrafe. Das ist die Höchststrafe im Jugendstrafrecht.

Bis zum 30. Oktober berichtete echo24.de in einem ersten Artikel über den Prozess um das Familiendrama auf einem Güglinger Reiterhof vor dem Heilbronner Landgericht - alle neuen Entwicklungen sind hier nachzulesen. Am Mittwoch, 4. November, wurde der Prozess fortgesetzt, bis Freitag sind Zeugen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters geladen. In den vergangenen Verhandlungstagen wurden bereits zwei Notrufe des verletzten Vaters des Angeklagten mit einer Dauer von insgesamt 20 Minuten gehört - ebenso wurden drei Notärzte vernommen, die in der Tatnacht im Einsatz waren.

Rubriklistenbild: © Hemmann/SDMG/dpa

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