Gefährlich als Überträger des Bornavirus

Klein, nützlich, tödlich - dieses Tier ist Fluch und Segen zugleich

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Im Garten sind Spitzmäuse nützliche Insektenfresser, aber manche heimische Arten sind sehr gefährlich.

Wer sich mit DIESEM Virus infiziert, stirbt sehr wahrscheinlich. An einer Hirnhautentzündung, der Kopfschmerzen, Fieber, Sprach- und Gangstörungen vorausgehen. Eine Therapie gegen die Borna‘sche Krankheit gibt es nicht. Nur eine unterstützende Behandlung oder intensivmedizinische Betreuung. Aber Menschen können einer Infektion mit dem Bornavirus vorbeugen. Indem sie jeglichen Kontakt zu einem kleinen Säugetier vermeiden. Wie im Fall einer tödlichen Bedrohung durch ein anderes Lebewesen.

Die kleinen Säugetiere sind Spitzmäuse, die je nach Art eine Kopfrumpflänge von drei bis 18 Zentimetern erreichen. Trotz ihres Namens zählen die auch im Raum Heilbronn heimischen Tiere nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern und sind im Gegensatz zu diesen krankheitsübertragenden Schädlingen äußerst nützlich. Denn sie verzehren im Garten Insekten, Larven und Regenwürmer.

Auch in Heilbronn: Nützliches Gift-Tier überträgt tödliches Virus auf Menschen

Einige Arten wie zum Beispiel Wasserspitzmäuse produzieren in ihren Unterkieferspeicheldrüsen allerdings auch ein Gift, mit dem sie relativ große Beutetiere (Fische und Frösche) überwinden können. Der Biss einer solchen Spitzmaus-Art kann deshalb für Menschen ebenso schmerzhafte Folgen haben wie der einer mittlerweile auch in Heilbronn heimischen Giftspinne.

Doch es ist nicht ein Spitzmaus-Biss, der für Menschen DIE große Gefahr darstellt. Dennoch wird davon abgeraten, den Kontakt mit dem kleinen Insektenfresser zu suchen, was aus anderem Grund auch für diesen Käfer gilt. Denn Fachleute wie NABU-Mausexperte Harald Brünner wissen: „Jeder Biss – egal von welchem Tier – sollte immer behandelt werden - wegen der Bakterien, die eindringen können.“

FamilieSpitzmäuse
OrdnungInsektenfresser
VorkommenEuropa, Asien, Afrika, Nord- und Mittelamerika
Gefahr für MenschenFeldspitzmäuse übertragen das Bornavirus

Spitzmaus: Todes-Virus wird über Ausscheidungen auf Menschen übertragen

Die größte Gefahr für den Menschen stellen die Ausscheidungen der Feldspitzmaus dar, mittels derer das Bornavirus übertragen werden kann. Ein Grund zur Panik bestehe aber nicht, wie Harald Brünner gegenüber echo24.de erklärt: „Um das Bornavirus übertragen zu können, müssen Feldspitzmäuse in menschlicher Nähe leben - zum Beispiel in Pferdeställen.“ Außerdem sei das Tier in Baden-Württemberg selten und in manchen Gebieten sogar stark zurückgegangen.

Um das Bornavirus übertragen zu können, müssen Feldspitzmäuse in menschlicher Nähe leben.

Harald Brünner, NABU-Experte für Mäuse

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