Vorsicht bei hohen Gräsern!

Gift-Spinne macht Raum Heilbronn unsicher – und sie beißt Menschen

  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Wer im Juni und Juli durch hohe Gräser schlendert, sollte auf Gespinste des Ammen-Dornfingers achten.

Es ist im Sommer überhaupt keine gute Idee, durch hohe Gräser zu schlendern (allein schon wegen Zecken). Weder auf Waldlichtungen und Ackerbrachen noch an Wegrändern und Bahndämmen oder Offen-Biotopen. Denn dort können IHRE eiergroßen Gespinste sein. Und wer sie zerstört, muss mit einem Biss rechnen. Einem giftigen Biss, der NABU-Expertin Felicitas Rechtenwald sogar zu „Fieber, Kreislaufversagen, Schwindel, Schüttelfrost oder Erbrechen“ führen kann.

Der Ammen-Dornfinger hat sich mittlerweile in Baden-Württemberg ausgebreitet - auch im Raum Heilbronn. Diese Spinne zählt wie der Schwarzblaue Ölkäfer zu den zehn giftigsten Tieren Deutschlands. Und allein schon ihr Anblick sorgt bei Arachnophobikern mit Sicherheit für Herzflattern. Die Horror-Spinne kann im Gegensatz zu anderen in Deutschland vorkommenden Artgenossen aber noch mehr: Ihre giftigen Beißwerkzeuge durchdringen die menschliche Haut!

NameAmmen-Dornfinger
OrdnungWebspinnen
Fortpflanzungszeit in MitteleuropaJuli
Hauptvorkommen in DeutschlandBaden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt

Raum Heilbronn: Giftige Horror-Spinne beißt Menschen - mit fatalen Folgen

Wer nicht ein Gespinst des Ammen-Dornfingers zerstört, muss sich kaum Sorgen machen, von der giftigen Spinne gebissen zu werden. DENN: Sie ist nachtaktiv, geht laut Rechtenwald, die beim NABU Baden-Württemberg als Referentin für Artenschutz fungiert, „nur in der Dunkelheit auf Nahrungssuche“. Männchen können sich aber bei der Suche nach Fortpflanzungsmöglichkeiten in Häuser verirren - wie eine andere heimische Grusel-Spinne in kalten Jahreszeiten. Und dabei kann es dann sogar in seltenen Fällen zu schmerzhaften Besuche bei Menschen kommen (siehe Kasten unten).

Die betroffenen Gliedmaßen können auch extrem anschwellen, weswegen ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Felicitas Rechtenwald, NABU-Referentin für Artenschutz

Normalerweise reagieren vom Ammen-Dornfinger gebissene Menschen relativ harmlos. NABU-Expertin Felicitas Rechtenwald erklärt: „Der Schmerz und die Wirkung des Bisses sind dabei in den meisten Fällen mit einem Wespenstich vergleichbar.“ Dennoch gebe es Ausnahmen: „Die betroffenen Gliedmaßen können auch extrem anschwellen, weswegen ein Arzt aufgesucht werden sollte.“ Aber Rechtenwald vom NABU Baden-Württemberg betont ebenfalls, dass dies alles kein Grund zur Panik sei: „Mit wenig Um- und Rücksicht kann man gut mit dem wärmeliebenden Neubürger zusammen leben.“

  • Für einen schmerzhaften Kontakt mit Menschen sorgen besonders Ammen-Dornfinger-Männchen, die nachts auf der Suche nach Weibchen in Häuser geraten. Zwei von zwölf bislang gesicherter Bisse betrafen schlafende Personen. ABER: Zu einer Biss-Möglichkeit kann es auch bei Mäharbeiten kommen, wenn Ammen-Dornfinger in den Ruhegespinsten gestört werden. 

Rubriklistenbild: © AdobeStock

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