Achtung im Familiengarten

Gefährliche Pflanze in Heilbronn: Für Menschen giftig, für Tiere tödlich

Ein Schwarzer Nachtschatten und das Gefahrenschild für Gift.
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Bloß nicht essen: Der Schwarze Nachtschatten ist eine Giftpflanze.
  • Olaf Kubasik
    VonOlaf Kubasik
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Der Schwarze Nachtschatten breitet sich weiter aus. Menschen sollten im Umgang mit der Giftpflanze vorsichtig sein.

Düsterer kann ein Name für eine Pflanze nicht lauten: Schwarzer Nachtschatten! Das hat etwas Gespenstisches, etwas Morbides. Und das nicht ohne Grund. Denn dieses auch im Raum Heilbronn stark zunehmende Nachtschattengewächs ist sehr giftig - vom Stängel, zu den Blättern bis hin zur Frucht. Für Tiere endet zumeist jeglicher Verzehr tödlich, für Menschen nur bei Über-Konsum. Bedeutet Experten zufolge: zu viele Beeren im Magen eines Erwachsenen gleich TOD!

Um den giftigen Schwarzen Nachtschatten ranken sich zahlreiche Mythen. Zum Berauschen soll er früher gleichermaßen gedient haben wie als Heilmittel. Die Volksheilkunde setzte auf die Einnahme seiner reifen Beeren. Um Fieber, Rheuma und Gicht zu bekämpfen. Der NABU Bergstraße teilt dazu mit: „Vom Schwarzen Nachtschatten wurde früher während der Blütezeit das Kraut gesammelt und daraus Tee gegen Verdauungsbeschwerden gekocht.“ ABER: Aufgrund seiner Giftigkeit solle doch lieber auf andere Kräuter ausgewichen werden, wenn es jemandem mal schlecht sei. 

Heilbronn: Vorsicht vor dieser Giftpflanze - Tieren bringt sie den Tod

Der Schwarze Nachtschatten ist ein Acker-Wildkraut, das dem NABU Winsen zufolge „auf Hackfrucht-Äckern, in Gärten, an Mauern und Schuttplätzen gedeiht“. Zuträglich seien der Giftpflanze auf jeden Fall hohe Stickstoffgehalte und etwas Lehm im Boden. Vor allem auf Äckern wird der Schwarze Nachtschatten zum Problem, wo er sich bevorzugt zwischen Mais, Zuckerrüben, Erbsen und Kartoffeln vermehrt. Angeblich sind bereits verschiedene Nutztiere (denen auch immer wieder Seuchen zu schaffen machen) nach seinem Verzehr gestorben. Dem Nachtschatten hat das unter anderem den Beinamen „Sautod“ eingebracht.

NameSchwarzer Nachtschatten
FamilieNachtschattengewächse
VorkommenWeltweit
BlütezeitJuni bis Oktober
GiftstoffeSolanin, Solasonin, Solamargin und weitere Alkaloide

Auch in Gärten kann die Giftpflanze zu einem großen Problem werden. Besonders für Familien mit kleinen Kindern. Denn sollten diese - bereits in kleinerer Menge als Erwachsene - von den kleinen, bis zu einem Zentimeter großen schwarzen Früchten naschen, kann das tödliche Folgen nach sich ziehen. Erste Vergiftungserscheinungen sind:

  • Erbrechen
  • Magen- und Darmbeschwerden mit Durchfall
  • Kratzen im Mund und Rachen
  • Pupillenerweiterung
  • Hautausschläge

Bei einer starken Vergiftung kommt es zu Lähmungserscheinungen - bis hin zum Tod durch Atemstillstand. Dennoch hält Botaniker Reinhard Böcker nichts von Panik-Aktionen, wie der Experte vom NABU Baden-Württemberg auf echo24.de-Nachfrage mitteilt: „Ich meine, dass man sich bezüglich des Schwarzen Nachtschattens keine Sorgen machen sollte. Er ist weit verbreitet.“ Deutlich mehr als diese Haut verätzende Pflanze, die sich ebenfalls im Raum Heilbronn ausbreitet.

Ich meine, dass man sich bezüglich des Schwarzen Nachtschattens keine Sorgen machen sollte.

Reinhard Böcker, Botaniker des NABU Baden-Württemberg

Heilbronn: So erkennen Menschen die Giftpflanze im heimischen Garten

Doch wie erkennen Menschen den Schwarzen Nachtschatten? Von Seiten des NABU Winsen heißt es: „Die kleinen Blüten des einjährigen, mehrere Dezimeter hoch werdenden Krautes erscheinen zu wenigen in einer Traube in den Achseln der oberen Blätter. Die fünf Blütenblätter sind weiß mit gelben Staubblättern. Die Blüten ähneln denen der Kartoffel. Der verästelte Stängel trägt lang gestielte rautenförmige Blätter mit lappig-buchtigem Rand. Die runden Früchte sehen aus wie winzige Tomaten, nur dass sie reif nicht rot, sondern schwarz sind.“

Neben zahlreichen Giftpflanzen gibt es in Baden-Württemberg auch einige Tiere, die dem Menschen durchaus gefährlich werden können.

Das sind Nachtschattengewächse

Nachtschattengewächse sind eine botanische Gattung, zu der über 2.000 für den Menschen potenziell giftige Pflanzen wie der Schwarze Nachtschatten aber auch geläufige Obst-, Gemüse– und Gewürzsorten wie Tomaten, Kartoffeln, Chilis, Paprikas oder Goji-Beeren zählen.

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