Überschwemmungen in Heilbronn

Unwetter-Chaos in Heilbronn: Polizei und Feuerwehr im Dauereinsatz

Die Feuerwehr hatte vielerorts am Wochenende aller Hand zu tun.
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Eine Gewitterzelle hat am Montagabend (7. Juni) für zahlreiche Überschwemmungen und vollgelaufene Kellern in Heilbronn gesorgt (Symbolfoto).
  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
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Ein Unwetter mit Gewitter und Starkregen hat am Montagabend für zahlreiche Überschwemmungen und vollgelaufene Keller im Stadt- und Landkreis Heilbronn gesorgt. Die Feuerwehr ist im vollen Einsatz.

Update, 8. Juni: Heilbronn hat das Unwetter am Montagabend heftig erwischt. Insgesamt rund 50 Mal rückte die Polizei wegen der Gewitterzelle aus, die schwere Folgen hatte. Zahlreiche Keller liefen wegen des Starkregens voll. Straßen waren zudem überflutet worden. Auch das Audi-Werk in Neckarsulm war betroffen. Es kam zudem zu drei Verkehrsunfällen durch Aquaplaning mit einem Verletzten.

Auch den Landkreis trafen die Wassermassen. Auf der Autobahn A6 verlor ein Polizist wegen des Regens auf dem Weg zu einem Einsatz auf Höhe Ellhofen die Kontrolle über einen Streifenwagen. Das Auto kam von der Fahrbahn ab und überschlug sich. Fahrer und Beifahrerin kamen verletzt ins Krankenhaus, wie Kollegen der beiden mitteilten.

Mehr Informationen folgen...

Heilbronn: Gewitterzelle sorgt für verheerendes Chaos

Erstmeldung, 7. Juni: Der DWD warnt am Montag (7. Juni) vor „extremen Gewittern“ und Starkregen. Im Heilbronner Stadt- und Landkreis hat es gegen 21 Uhr bereits zahlreiche Einsätze wegen Überschwemmungen gegeben, vor allem Neckarsulm ist stark betroffen.

„Wir haben einen Starkniederschlag gehabt, der Schwerpunkt lag im Bereich Neckarsulm“, erklärt ein Sprecher der Feuerwehr Heilbronn auf *echo24.de-Anfrage. Auch das Industriegebiet in Heilbronn und Neckargartach sind von den riesigen Wassermengen überschwemmt worden. Es gibt zahlreiche Überflutungen auf Straßen sowie vollgelaufene Keller. Die Feuerwehr berichtet zudem von Einsätzen im Heilbronner Landkreis.

Die Feuerwehr Heilbronn verzeichnet „Einsätze im zweistelligen Bereich“ im Stadtkreis. Es ist zu erwarten, dass die Einsätze in den kommenden Stunden weiterhin zunehmen. Das Problem: Über Heilbronn hat sich eine „sehr langsam ziehende Gewitterzelle“ ausgebreitet. Dadurch kam es zu viel Niederschlag innerhalb kürzester Zeit.

Gewitterzelle über Heilbronn: Überschwemmungen und vollgelaufene Keller

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den Montagabend vor „extremen Gewitter“ in Baden-Württemberg: „Dabei gibt es extrem heftigen Starkregen mit Niederschlagsmengen um 60 l/m² pro Stunde sowie Windböen mit Geschwindigkeiten bis 60 km/h (17m/s, 33kn, Bft 7) und kleinkörnigen Hagel.“

Außerdem warnt der DWD eindringlich vor Blitzeinschlägen. „Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr! Vereinzelt können Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden. Achten Sie besonders auf herabstürzende Äste, Dachziegel oder Gegenstände. Überflutungen von Kellern und Straßen sowie örtliche Überschwemmungen an Bächen und kleinen Flüssen sind möglich“, heißt es.

Überschwemmungen in Heilbronn: Was tun bei Hochwasser?

Doch was tun bei Hochwasser? Der Feuerwehrverband in Baden-Württemberg rät zur Prävention von volllaufenden Kellern und beim Eindringen von Wasser ins Haus:

  • Behalten Sie Ruhe.
  • Räumen Sie die Kellerräume, in die Grundwasser eindringen kann oder die volllaufen können, nach Möglichkeit aus.
  • Dichten Sie Fenster und Türen sowie Abflussöffnungen ab.
  • Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr.
  • Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung raus).
  • Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller.
  • Helfen Sie anderen, aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.
  • Bringen Sie Kinder vor Eintritt der Gefahr aus dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit.
  • Betreten Sie keine Uferbereiche wegen der Gefahr von Unterspülungen oder Abbrüchen.
  • Überflutete oder teilüberflutete Straßen dürfen nicht befahren werden.
  • Beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte.

Bei starkem Regen oder Hochwasser kann zum Auspumpen des Kellers die Feuerwehr gerufen werden. Der Einsatz ist für den Geschädigten in der Regel kostenlos, soweit das Wasser von außen durch Fenster, Türen und Treppen eingedrungen ist.

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