Gesundheitsamt stößt teilweise an seine Grenzen

Corona-Pandemie: Gesundheitsamt Heilbronn stößt bei Nachverfolgung teils an Grenzen

  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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Die Kontaktnachverfolgung ist ein zentraler Baustein bei der in Schach Haltung der Corona-Pandemie. Doch auch in Heilbronn wird das immer schwieriger.

Heilbronn ist Spitzenreiter. Leider sind das beinahe täglich derzeit alles andere als gute Nachrichten. Denn der traurige Top-Wert bezieht sich auf die sogenannte 7-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Im baden-württembergischen Vergleich liegt der Stadtkreis Heilbronn mit 186,4 (Stand 3. November) an erster Stelle. Das Gesundheitsamt der Stadt arbeitet auf Hochtouren, um die Kontaktpersonen von mit dem Coronavirus infizierten Menschen nachverfolgen und damit eine weitere Verbreitung verhindern zu können. Doch erstmals stößt das Gesundheitsamt Heilbronn - wie in vielen anderen Städten - an seine Grenzen. Das berichtet der SWR.

Coronavirus in Heilbronn: Gesundheitsamt stößt bei Nachverfolgung offenbar erstmals an seine Grenzen

Demnach habe der Leiter des Gesundheitsamt Heilbronn, Peter Liebert, erstmals eingeräumt, dass die Nachverfolgung von Kontaktpersonen bei besonders hohem Andrang in Verzug geraten könnte. Bislang allerdings wohl nur um einen Tag. „Wir sind von der Stadt dabei, ständig mit Personal nachzusteuern. Diese Woche wurde Personal eingestellt, nächste Woche haben wir wieder Bundeswehrsoldaten zusätzlich angefordert, damit wir mit der Situation mithalten können“, zitiert der SWR Liebert.

Schon zuvor hatten Soldaten der Bundeswehr unter anderem auch im Landkreis Heilbronn das Gesundheitsamt angesichts des drastischen Infektionsgeschehens in Baden-Württemberg bei der Nachverfolgung unterstützt. Bei der Umsetzung der deutlich verschärften Corona-Regeln können die Bundesländer die Hilfe der Bundespolizei in Anspruch nehmen.

Coronavirus in Heilbronn: Nachverfolgung von Kontaktpersonen wird immer schwieriger

Beide Maßnahmen zeigen die Dringlichkeit, mit der das exponentielle Wachstum der Corona-Neuinfektionen ausgebremst werden soll. Langfristig würden wohl immer mehr Gesundheitsämter mit der Nachverfolgung der Corona-Kontakte überfordert sein.

Ende Oktober hatten 12 von 38 Gesundheitsämtern in Baden-Württemberg eine Überlastungsanzeige gestellt. „In einzelnen Fällen kann die Nachverfolgung von Kontaktpersonen zeitweise nicht mehr in vollem Umfang sichergestellt werden“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart da mit. Insgesamt 24 Ämter in Baden-Württemberg hatten laut Landeskommando schon zu diesem Zeitpunkt auf die Hilfe der Bundeswehr gesetzt.

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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