Gastronomie in Heilbronn darf öffnen

Heilbronn: Oberbürgermeister fordert leichtere Auflagen für die Gastronomie

Sarah Borgholte (M) und Angelique Paul-Brackelmann (r) bekommen vor der Brasserie „Lamäng“ in Soest ihren Cafe serviert.
+
Heilbronns Oberbürgermeister fordert längere Öffnungszeiten für Restaurants sowie eine Abschaffung der Testpflicht für die Außengastronomie. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    vonLisa Klein
    schließen

Die Gastronomie darf in Heilbronn öffnen — allerdings nur bis 21 Uhr und mit Testpflicht. Oberbürgermeister Harry Mergel kritisiert die Auflagen in einem Brief an den Sozialminister.

Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel fordert eine Lockerung der Auflagen für die Gastronomie. In einem Brief an Sozialminister Manne Lucha setzt sich der Heilbronner Oberbürgermeister für eine Verlängerung der Öffnungszeiten in der Gastronomie bis 23 Uhr sowie für den Verzicht auf eine Testpflicht in der Außengastronomie ein, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Am Donnerstag (3. Juni) tritt in Heilbronn die Bundesnotbremse außer Kraft, dann dürfen Gaststätten sowohl drinnen als auch draußen zwischen sechs und 21 Uhr wieder öffnen. Die Ausgangsbeschränkung von 22 bis 5 Uhr fällt weg. Im Landkreis Heilbronn gibt es sogar noch weitere Lockerungen, da die Inzidenz hier seit fünf Tagen in Folge unter 50 ist — die Testpflicht für Gäste bleibt dennoch bestehen, die Sperrstunde für Gastronomen beginnt dann im Landkreis allerdings erst ab 22 Uhr.

Gastronomie in Heilbronn darf öffnen: Mergel fordert Lockerung der Auflagen

Mergel beobachtet die inzidenzabhängigen Öffnungsschritte der Corona-Verordnung in den Städten und Landkreisen mit großer Aufmerksamkeit. „Eine Sperrzeit ab 21 Uhr ist lebensfremd und erlaubt kaum einem Unternehmen einen wirtschaftlichen Betrieb“, begründet der Oberbürgermeister seine Forderung.

Auch die Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd, Tübingen, Schorndorf und Stuttgart haben sich gemeinsam an die Landesregierung Baden-Württemberg gewandt und schlagen vor, die Corona-Sperrstunde aufzuheben. Es sei kontraproduktiv, wenn die Gastronomie um 21 oder 22 Uhr schließen müsse und sich die Menschenmassen dann auf die öffentlichen Plätze der Innenstädte verlagern — so wie letztes Wochenende bei den Auseinadersetzungen in Stuttgart.

„Länger ausgehen zu können ist nicht nur für Gäste wesentlich attraktiver. Auch die Wirtschaftlichkeit für die von den Pandemie-Restriktionen besonders gebeutelte Gastronomie ist eindeutig höher“, erklärt Harry Mergel. Zudem veranlasse ihn eine mögliche Zunahme von Stresssituationen auf öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen durch frühe Schließungen der gastronomischen Betriebe zu seiner Forderung.

Die Testpflicht für die Gastronomie im Außenbereich ist für Mergel ein wesentlicher Hinderungsgrund für potenzielle Gäste. „Bei den auch im Außenbereich geltenden Hygiene- und Abstandsregeln und einer deutlich geringeren Infektionsgefahr wäre aus meiner Sicht ein Verzicht auf die Testpflicht zu rechtfertigen“, schreibt er.

Auch der Heilbronner Gastronomie-Experte, Thomas Aurich, kritisiert die Politik im Umgang mit der Gastronomie während der Pandemie scharf. Aufgrund der Testpflicht würden viele Gäste ausbleiben. Zudem gibt es einige Gastronomen, die unter diesen Bedingungen erst gar nicht öffnen wollen und stattdessen lieber abwarten, ob die Testpflicht in den Restaurants und Bars vielleicht schon bald doch aufgehoben wird. Außerdem dürften die Testzentren für die kostenlosen Schnelltests in Heilbronn bald dauerhaft überlaufen sein.

Das könnte Sie auch interessieren