Schockierende Zustände

Ekel-Alarm in Heilbronner Supermarkt - Gammelfleisch-Verkäufer vor Gericht

  • Violetta Sadri
    vonVioletta Sadri
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Bäh! Was Kontrolleure des Heilbronner Gesundheitsamts in einem Lebensmittelmarkt im vergangenen Jahr entdecken, macht einfach nur fassungslos! 

  • Das Gesundheitsamt stößt bei einer Kontrolle in Heilbronn auf große Mengen Gammelfleisch.
  • Im Kühlhaus des Lebensmittelmarktes herrschen Frühlingstemperaturen.
  • Der Chef und zwei Mitarbeiter stehen am Dienstag deshalb vor Gericht.

Heilbronn: Einfach nur eklig! Verkäufer für Pfui-Aktion in Supermarkt angeklagt

Pfui Teufel! Dieser Anblick ist nichts für schwache Nerven: übelriechendes, braun verfärbtes Hähnchenfleisch, grün angelaufenes Putenfleisch, verdorbene Chilli-Rindswürste und blutiger Fleischsaft auf dem Boden - diesen "Gammelfleisch-Bunker" fanden Kontrolleure des Heilbronner Gesundheitsamts in einem Lebensmittelmarkt im Sommer vergangenen Jahres in Heilbronn-Böckingen. Deshalb stehen am Dienstagvormittag der Chef und zwei Mitarbeiter des Lebensmittelladens vor dem Heilbronner Amtsgericht. Ihnen wird vorgeworfen, das Gammelfleisch verkauft zu haben. 

In Heilbronn machte das Gesundheitsamt einen Ekel-Fund.

Heilbronn: Gammelfleisch in der Theke - Verkäufer vor Gericht

Und als ob das nicht schon genug wäre, stellten die Mitarbeiter des Gesundheitsamts auch noch Frühlingstemperaturen von unglaublichen 16 Grad Plus im Kühlhaus fest. Der Angeklagte erklärte, er habe seine Mitarbeiter angewiesen, das Fleisch wegzuwerfen, da die Kühlung über das Wochenende ausgefallen war. Klingt logisch, leider fanden die Mitarbeiter des Gesundheitsamts das gammlige Ekel-Fleisch auch in der Kühltheke wieder. Zudem wurden Kolibakterien in dem Gammelfleisch nachgewiesen. 

Drei Strafbefehle mit jeweils 10.000 Euro gab es dafür. Mittlerweile haben der ehemalige Supermarktbetreiber und die Mitarbeiter kaum Geld und leben von Sozialzuwendungen, berichtet swr.de. So wird es wahrscheinlich nur noch um Herabsetzung der Strafbefehle gehen, da diese sich nach dem Einkommen richten.

Nicht immer ist alles frisch, was auf den Teller kommt. Bei einer Kontrolle in einem Restaurant bei Schwäbisch Hall fielen dem Gesundheitsamt große Mängel auf. In Stuttgart mussten 176 Ekel-Betriebe schließen, das ging aus einem Bericht aus dem Jahr 2019 hervor. Ebenso erschreckend sind Zahlen im Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung für ganz Baden-Württemberg. Hier geht die Zahl der Verstöße in die Zehntausende!  

Im Jahr 2018 wurde einem Schlachthof in Tauberbischofsheim unterstellt, Tiere vor der Schlachtung unnötig gequält zu haben. Es liefen Ermittlungen gegen 25 Mitarbeiter. Im Juni wurden bei dem Fleischersteller Tönnies über 1500 Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. In Gütersloh kam es daraufhin zu einem Lockdown. Die NGG Heilbronn möchte ein solche Szenario in der Region verhindern.

Rubriklistenbild: © Uwe Zucchi/dpa

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