Werk in Heilbronn

Schock bei Friesland Campina: Mitarbeitern in Heilbronn droht neuer Stellenabbau

Ein Milchwagen mit dem Friesland Campina Logo.
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Bei Friesland Campina in Heilbronn droht erneut ein Stellenabbau.
  • Simon Mones
    vonSimon Mones
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Erst im vergangenen Jahr wurden bei Friesland Campina in Heilbronn Jobs gestrichen. Jetzt droht ein neuer Stellenabbau.

Im vergangenen Jahr strich der Molkerei-Konzern Friesland Campina 70 Jobs im Werk in Heilbronn. Der Grund für den Stellenabbau war die Verlagerung des Hauptsitzes nach Köln. Doch dabei bleibt es nicht, wie das Unternehmen mitteilte, sind weitere Kosteneinsparungen geplant.

In diesem Zusammenhang sind auch weitere Stellen am Standort Heilbronn gefährdet. Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) stehen in Heilbronn 105 Stellen auf dem Spiel. Dort beschäftigt Friesland Campina aktuell etwa 550 Mitarbeiter, somit würde etwa jeder fünfte Job wegfallen. Zudem sollen auch in Köln Stellen gestrichen werden, insgesamt spricht das Unternehmen 195 Jobs, die wegfallen sollen. So soll der Transformationsprozess vorangetrieben werden.

Heilbronn: Gewerkschaft NGG äußert Kritik an Stellenabbau bei Friesland Campina

„Solche Pläne machen wir nicht leichtfertig“, erklärt Jan Kruise Managing Director Friesland Campina Germany, „aber die beschleunigte Umsetzung unserer Strategie ist in der aktuellen Situation notwendig, um weitere Potenziale zu erschließen und nachhaltig im Markt zu wachsen.“

Für den NGG-Spercher Burkhard Siebert schiebt das Unternehmen die Corona-Krise nur vor, um den eigenen Gewinn weiter zu steigern. „Die Kolleginnen und Kollegen haben dort jetzt auch in dieser ganzen Zeit immer einen guten Job gemacht und auch zur Versorgung der Bevölkerung beigetragen“, kritisiert der Gewerkschaftssprecher den Stellenabbau gegenüber dem SWR.

Heilbronn: NGG will Stellenabbau bei Firesland Campina verhindern

Stattdessen befürchtet Siebert, dass in Heilbronn in neue Anlagen investiert werden soll „und wie immer soll das dann nach sich ziehen, dass es weniger Leute dort braucht.“ Der Molkerei-Konzern Friesland Campina spricht auf seiner Homepage lediglich davon, weiter in die Werke in Heilbronn und Köln investieren zu wollen.

In der Mitteilung betont Friesland Campina zudem, dass der Stellenabbau möglichst sozialverträglich verlaufen soll. Den Betriebsrat habe man bereits informiert. Dagegen will die Gewerkschaft NGG vorgehen. Im Sommer konnte so bereits die Schließung des Heilbronner Knorr Werks verhindert werden.

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