Ehemaliges BUGA-Gelände

Heilbronn: „Freischwimmer“ in den Neckar gestoßen – Täter gesucht

Unbekannte warfen bei Heilbronn eine lebensgroße Betonskulptur in den Neckar.
+
Unbekannte warfen bei Heilbronn eine lebensgroße Betonskulptur in den Neckar.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
    schließen

Auf dem ehemaligen BUGA-Gelände in Heilbronn beschäftigte am Sonntagabend eine aufwändige Bergungsaktion die Polizei. Jetzt werden Zeugen gesucht.

Wer am Sonntagabend (12. September) auf dem ehemaligen BUGA-Gelände in Heilbronn unterwegs war, dem bot sich wohl ein schauriges Bild. Im Neckar an der Wilhelm-Schleuse schwamm ein Mann ohne Beine. Doch obwohl es sich dabei lediglich um eine lebensgroße Skulptur der Künstlerin Christel Lechner handelte, hatte die Wasserschutzpolizei alle Hände voll zu tun.

Unbekannte hatten den sogenannten „Freischwimmer“ aus der Skulpturen-Gruppe „Duscher“, die seit der Bundesgartenschau 2019 an der Wilhelm-Schleuse steht, beschädigt, zerbrochen und in den Neckar geworfen. Die Bergung gestaltete sich laut Polizei „enorm aufwändig“. Denn die Einsatzkräfte mussten die Schleuse zunächst manuell schließen, um das Wasser im Kanal zu stauen - als der Pegel dann endlich hoch genug war, konnten die Figuren-Teile abgefischt werden.

Vandalismus am Neckar: „Freischwimmer“ schwer beschädigt - hoher Sachschaden

Das Kuriose - die „Duscher“ bestehen zwar äußerlich aus Beton, sind aber mit einem Styroporkern gefüllt. Deshalb schwammen die Einzelteile auch auf der Oberfläche des Neckars und gingen nicht unter. Laut Polizei beläuft sich der Sachschaden allerdings dennoch auf rund 10.000 Euro. Denn ob die Skulptur wiederhergestellt werden kann, ist fraglich. Vorerst stehen also statt sechs „Duschern“ nur noch fünf an der Wilhelm-Schleuse.

Derweil hat die Wasserschutzpolizei Heilbronn die Ermittlungen aufgenommen. Laut Polizeimeldung werden Zeugen gesucht, die „sachdienliche Hinweise zum geschilderten Sachverhalt geben können.“ Denn der „Freischwimmer“ ist nicht der Erste aus der Runde der „Duscher“, der baden gehen musste. Eine andere Figur des Kunstwerks sei bereits im vergangenen Jahr auf ähnliche Weise beschädigt worden.

Die Duscher

Die sechsköpfige Skulpturengruppe „Duscher“ der Bildhauerin Christel Lechner gehören zu der Serie Alltagsmenschen. Sie wurden im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 nach Heilbronn geholt, danach kaufte die Stadt alle sechs Betonfiguren, um sie weiterhin an der Wilhelm-Schleuse auszustellen.

Christel Lechner wurde 1947 in Iserlohn geboren und lebt und arbeitet mittlerweile in Witten an der Ruhr. Sie arbeitet seit 1986 mit Kunst-Keramik. Zuerst wurden riesige weiße Hühner aus Styropor und Beton überregional bekannt.

Das könnte Sie auch interessieren