Bei Facebook wird diskutiert

Ist bei Heilbronn ein Tierhasser unterwegs? Wieder Gruselnachrichten an Gassi-Strecke

  • Anna-Maureen Bremer
    vonAnna-Maureen Bremer
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In Flein nahe Heilbronn sind Hundehalter alarmiert. Ein Unbekannter hinterlässt seit mehreren Wochen fragwürdige Nachrichten und Leckerlis an Schnüren. Die Polizei ermittelt. Jetzt gibt's wieder ein Schreiben. 

  • In Flein nahe Heilbronn hinterlässt ein Unbekannter merkwürdige Nachrichten
  • Tierhalter sind alarmiert. 
  • Hunde könnten durch Giftköder in Gefahr sein. 

In Facebook-Gruppen werden bereits zum dritten Mal Fotos diskutiert, auf denen Nachrichten an Hunde oder deren Halter zu lesen sind. Die merkwürdigen Zettel sind an beliebten Gassi-Strecken in Flein bei Heilbronn aufgetaucht. Hundehalter sind in Sorge um ihre Vierbeiner und fragen sich, ob ein Tierhasser unterwegs ist.

Flein nahe Heilbronn: Wieder gruselige Nachrichten an Hundehalter - Tierhasser unterwegs?

Update, 27. Juli: Schon wieder! Bei Facebook macht die nächste Gruselnachricht die Runde. Auf einem Foto ist wieder ein Schreiben zu sehen, das in der Aufmachung jenen gleicht, die bereits Anfang Juli bei Flein aufgetaucht sind. 

"Hallo - hallole ihr allerwelts G'scheitde", schreibt die unbekannte Person. (Wir übernehmen die Schreibweise zur Information genau so, wie sie auf dem Foto zu lesen ist). Das weiße Blatt ist mit orangefarbenem und grünem Textmarker umrandet. "Und wieder sind die komischen Hinweise hier entfernt - habt ihr dazu evt. Euren indelkenten Staats - Be - Entsorger damit beauftragt?" 

Falls jemand jetzt denkt, das lese sich ausgesprochen merkwürdig: stimmt. Es ist merkwürdig. Das sieht auch die Polizei so, die wegen des Falles bereits ermittelt und auch schon eine Probe ins Labor geschickt hat. Denn: Neben einem Schreiben waren auch schon Leckerlis an ein Gebüsch gebunden. Das Ergebnis steht noch aus - echo24.de informiert euch, sobald es hier Neues gibt. 

Merkwürdiger Brief bei Flein: Facebook-User wissen nicht, was bezweckt werden soll

Aber der seltsame Brief ist noch nicht zu Ende: " Also - ihr allerliebste Huntele - Ihr könnt jetzt wieder überall hinsch... wo es euch besonders gefällt. Macht's gut mit euren Häufle und Euer Herrle ist sicher wieder froh, wenn er den Sch...reck nicht mehr mit heim nehmen muß (zum entsorgen?)" 

Vielleicht ein genervter Anwohner? Vielleicht jemand der keine Hunde mag? Vielleicht auch jemand, der sich einen Spaß daraus macht, Hundehalter zu beunruhigen. Bei Facebook tobt erneut eine Diskussion. Tierliebhaber sind wütend und in Angst

Die Nachrichten werden immer merkwürdiger.

Heilbronn: Tierhasser in Flein unterwegs? Unbekannter hinterlässt Gruselnachrichten

Ursprungsmeldung von Anfang Juli: Es ist der Albtraum für jeden Tierhalter, was sich gerade in Flein abzuspielen scheint. Schon im Juni waren an einer Gassistrecke merkwürdige Nachrichten auf einem Zettel aufgehängt worden. Was genau der Verfasser sagen möchte, wird nicht deutlich. Aber auch, ob er böse Absichten hat, wird nicht klar. 

Dieses Foto postet die Finderin der ersten Nachricht bei Facebook. 

Das erste Foto postet eine Userin am 20. Juni bei Facebook. Zu sehen ist ein vermeintliches Leckerli, das am Wegrand in Gebüsch gebunden wurde. Daran befindet sich ein Zettel mit dem Hinweis "Für Euer allerliebste Hundle". Bei Facebook sind die Reaktionen explosiv. Hundehalter sind wütend und besorgt. Dass der Absender der Nachricht wirklich gute Absichten hat, glaubt hier keiner. 

Giftköder bei Heilbronn? Tierhalter haben Angst um ihre Hunde

Ende Juni taucht die nächste Nachricht auf. Der Verfasser hat offensichtlich erfahren, dass seine Nachricht und ein "Snack" bei den Hundehaltern nicht gut ankam. Er (oder sie) werde "die besten Portionen" nun auf den Müll werfen und die Ratten damit erfreuen.

Dieses Foto taucht am 23. Juli bei Facebook auf. Das Schreiben hängt an der Stelle, an der zuvor das vermeidliche Leckerli baumelte. 

Im Juli geht das merkwürdige Treiben weiter: Wieder entdeckt jemand eine Nachricht und postet sie in einer Facebook-Gruppe, die für den Austausch von Gefahren für Haustiere genutzt wird. Das Schreiben ist erneut rätselhaft: "Hallo, Hallo Ihr lieben Hundehalter!", heißt es. "Vor einiger Zeit hatten wir uns sehr bemüht gute Essensreste hier abzulegen, damit die lieben Hundle, beim Vorbeigehen freudig überrascht wurden.

Das hat auch einige Zeit gut funktioniert, aber irgendwelchem Mann/Frau (?) hat das gar nicht gefallen und deswegen gleich das Bürgermeisteramt informiert zwecks Strafverfügung !!! Wir haben gleich reagiert und jetzt kommt diese so gute Tier-Freßware auf die Abfalldeponien. Da war es ganz toll als wir selber sehen konnten wie dort die Ratten gleich auf unsere Lieferung los sind."

Seltsame Nachrichten in Flein: Hundehasser oder Tierliebhaber am Werk?

Wer sich jetzt fragt, was das alles soll, ist nicht allein. Weder in der Redaktion noch in der Facebook-Diskussion begreift jemand, was hier wirklich beabsichtigt ist. Aufmerksamkeit? Angstverbreitung? Provokation? Das ausgehängte Schreiben endet mit "Also doch eine gute Sache. Wir retten Tiere vor dem Aussterben. Vielleicht wird diese Hilfsaktion von der NABU noch besonders geehrt." 

Polizei Heilbronn ermittelt wegen möglicher Giftköder - Halter von Hunden sollen keine Selbstjustiz üben

Viele äußern sich besorgt, manche überlegen tatsächlich, sich in der Gegend auf die Lauer zu legen. Laut der Kommentare war einige Tage zuvor auch noch Fleisch bei dem Schreiben gelegen. Eine Nutzerin gibt an, den Fall der Polizei gemeldet zu haben. Und tatsächlich: Auf echo24.de-Anfrage bestätigt die Polizei Heilbronn, von dem Fall zu wissen und zu ermitteln

Auch eine Probe des ausgelegten Fleisches sei im Labor, aber noch nicht ausgewertet. Ausdrücklich weist die Polizei darauf hin, dass derlei Vorkommnisse gemeldet werden sollten, damit sie verfolgt werden können. Von Selbstjustiz wird allerdings dringend abgeraten. 

Auch kommt es oft vor, dass Hundehalter einander anstacheln, wenn kein Grund zur Sorge besteht. Viele Anfragen unserer Redaktion laufen bei der Polizei ins Leere. Entweder, weil der Polizei nie etwas gemeldet wurde, oder weil Situationen fälschlicherweise auf Giftköder zurückgeführt werden. Im aktuellen Fall aus Flein fällt der Polizei vor allem eins auf: "Es ist ungewöhnlich, dass nach einer längeren Zeit nochmal Schreiben im gleichen Stil auftauchen. Und wenn hier jemand Tieren schaden möchte, ist es natürlich in unserem Sinn, das vorher aufzuklären und zu verhindern."

Immer wieder versetzen Tierhasser Halter in Aufregung. Bereits 2016 hatte eine Frau eine mit Nägeln präparierte Frikadelle in ihrem Garten gefunden.  In Eppingen-Mühlbach wird im Juni eine Katze in verwahrlostem Zustand entdeckt. Erst die nähere Untersuchung durch einen Tierarzt fördert das ganze Maß der Tierquälerei zutage. Auch in Neckarsulm verschafft jemand seiner Wut auf Vierbeiner Luft. Ebenfalls mit merkwürdigen Hinweisen auf der Straße

In Ellwangen musste die Polizei einem Tier zur Hilfe eilen. Eine Katze konnte sich nicht aus einem Glas befreien

Rubriklistenbild: © Pixabay (Symbolbild)

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