Urteil soll im Januar fallen

Prozess nach Familiendrama in Heilbronn: Muss der Mutter-Mörder nie ins Gefängnis?

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Das Landgericht Heilbronn verhandelt gegen den mutmaßlichen Mutter-Mörder vom Ostersonntag.
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Der junge Mann dachte, dass seine Mutter und sein Bruder ihm nach dem Leben trachten.

○ Junger Mann ersticht in Heilbronn mutmaßlich am Ostersonntag seine Mutter und verletzt seinen Bruder schwer
○ Angeklagter litt offenbar an paranoider Schizophrenie
○ Urteil soll am 22. Januar fallen

Heilbronn: Prozess gegen mutmaßlichen Mutter-Mörder gestartet

Update 29. November: Es ist ein Verbrechen, das man sich kaum vorstellen kann: Am Ostersonntag, 21. April, sticht ein damals 25-Jähriger in Heilbronn mit einem Messer auf seine Mutter ein. Zehn Mal in den Bauch, zehn Mal in den Rücken. Völlig unvermittelt. Als der ältere Sohn der Angegriffenen zu Hilfe eilt, wird auch er attackiert. Der junge Mann überlebt schwer verletzt, für die Mutter kommt jede Hilfe zu spät.

Seit dieser Woche verhandelt das Heilbronner Landgericht gegen den mittlerweile 26-jährigen Heilbronner wegen Mordes. Laut dem Landgericht in Heilbronn sei das Motiv des jungen Mannes die Vorstellung gewesen, seine Mutter und sein Bruder würden ihm nach dem Leben trachten. Hierbei habe es sich um eine Wahnvorstellung gehandelt. Der Angeklagte leide an paranoider Schizophrenie.

Mutmaßlicher Mutter-Mörder von Heilbronn schuldunfähig?

Die Verhandlung über die Tat findet im so genannten Sicherungsverfahren statt, da bisher davon ausgegangen wird, dass der Beschuldigte zur Tatzeit schuldunfähig war. Offenbar habe er das Unrecht seiner Tat am Ostersonntag in Heilbronn nicht erkennen können. Seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus - anstatt im Gefängnis - kommt in Betracht.

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Wie die Rhein-Neckar Zeitung berichtet, habe der Angeklagte dagegen erklärt, nicht psychisch krank zu sein und, im Fall einer Verurteilung, ins Gefängnis zu wollen. Beim Prozessauftakt am Landgericht in Heilbronn habe der mutmaßliche Mörder von einer traurigen Kindheit voller Gewalt seitens des Vaters berichtet. Weder in der Schule noch in der Ausbildung habe der 26-jährige Heilbronner Erfolge erzielen können. Seit einiger Zeit sei der Angeklagte aus Heilbronn arbeitslos, er habe auf Kosten der Mutter gelebt. Sein Traumberuf sei Polizist gewesen.

Das Urteil am Landgericht Heilbronn soll am Mittwoch, 22. Januar, fallen.

Polizei rätselt über Motiv für Familiendrama in Heilbronn

Update 25. April: Wieso kam es am Ostersonntag zum Familiendrama in Heilbronn, bei der eine Frau getötet wurde? Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren, inzwischen konnte auch der Bruder des mutmaßlichen Täters vernommen werden. Dieser war bei der Tat lebensgefährlich verletzt worden und liegt im Krankenhaus.

Wie der SWR berichtet, ergaben sich für die Polizei aber wohl keine neuen Hinweise auf die Hintergründe. Auch die Obduktion der Leiche ergab demnach keine Neuigkeiten. 

Der 25-jährige mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes und versuchtem Mord.

+++ Update 23. April +++ Ermittlungen dauern weiter an

Auch zwei Tage nach der Gewalttat in Heilbronn dauern die Ermittlungen weiter an. So sollte die Leiche der 50-Jährigen im Laufe des Dienstags obduziert werden, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Der verletzte 26-Jährige konnte zunächst nicht befragt werden. Zu einem möglichen Motiv äußerte sich die Polizei weiterhin nicht.

+++Update 21. April, 19:40 Uhr+++

Zu einem Familiendrama kam es am Ostersonntag in Heilbronn. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten, tötete ein 25-Jähriger nach derzeitigem Ermittlungsstand seine 50-jährige Mutter mit einem Messer und verletzte seinen 26 Jahre alten Bruder ebenfalls mit einem Messer schwer. 

Kurz nach 7.30 Uhr wurde die Polizei zu angeblichen Streitigkeiten in die Heilbronner Friedhofsstraße gerufen. Dort fanden die Beamten und der Rettungsdienst die bereits tote Frau und den schwer verletzten 26-Jährigen. Der Tatverdächtige selbst kam wenige Minuten nach der Tat zum nahe gelegenen Polizeipräsidium und verlangte dort einen Arzt. Er wurde dort vorläufig festgenommen und zunächst ebenfalls medizinisch versorgt. Die Kriminalpolizei Heilbronn übernahm noch am Morgen die Ermittlungen. 

Zwischenzeitlich liegt ein Geständnis des Mannes vor. Er wollte offenbar seine Mutter und seinen Bruder töten. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn wurde der 25-Jährige noch am Nachmittag einem Haftrichter beim Amtsgericht Heilbronn vorgeführt. Der beantragte Haftbefehl wegen Mordes und versuchtem Mord wurde erlassen und der Tatverdächtige in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert. Der Bruder des mutmaßlichen Täters befindet sich zwischenzeitlich außer Lebensgefahr. 

+++Ursprungsmeldung 21. April, 13:34 Uhr+++

Am Morgen kam es in der Heilbronner Friedhofstraße zu einem Familiendrama. Nach echo24.de vorliegenden Informationen hat gegen 7.30 Uhr ein 26-Jähriger seine Mutter mit Stichverletzungen getötet und seinen Bruder schwer verletzt. Anschließend stellte er sich selbst der Polizei. 

Ein Sprecher bestätigte den Vorfall, weitere Angaben konnte die Polizei noch nicht machen. Die Ermittlungen laufen. 

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