Großes urbanes Kunstprojekt: „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“

Kurios: In Heilbronn gibt‘s 5.000 Euro - fürs Nicht(s)tun

Das Rathaus im Herzen von Heilbronn.
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Das Rathaus im Herzen von Heilbronn.
  • Daniel Hagmann
    VonDaniel Hagmann
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Eine gute Idee reicht - schon hat man einen vollen Geldbeutel. Und die Umwelt profitiert auch davon.

Die Weltbevölkerung wächst, der Ressourcenverbrauch steigt. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken und die Welt auch für spätere Generationen zu einem lebenswerten Ort zu machen, muss sich jeder Mensch fragen: Worauf würde man gerne verzichten? Was würde man gerne nicht tun, um der Umwelt, der Gesellschaft und einem selbst in Zukunft weniger zu schaden? Von welchen Denk- und Verhaltensweisen könnte ich mich lösen? Aus diesen Gedanken hat sich der „Bund der Folgenlosen“ gegründet. Und der möchte mit einem groß angelegten, urbanen Kunstprojekt in diesem Jahr Heilbronn zu Deutschlands „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“ machen.

Im Rahmen des Projekts „Hauptstadt der Folgenlosigkeit“ finden bis zum kommenden Sommer in Heilbronn zahlreiche Events und Aktionen statt. Und dazu gehört auch Kurioses: Wer nichts tut oder etwas nicht macht, kann dafür 5.000 Euro erhalten. Was zunächst unglaublich klingt, hat aber im Rahmen des Projekts einen ganz einleuchtenden Hintergrund: Der „Bund der Folgenlosen“ vergibt drei „Stipendien fürs Nicht(s)tun“ in Höhe von je 5.000 Euro. Dabei kann jeder Mensch Vorschläge einreichen, bei welcher Tätigkeit er sich zukünftig zurückhalten möchte, um damit das Leben für sich und die Umwelt ein bisschen besser zu machen.

StadtHeilbronn
Stadtteile Böckingen, Sontheim, Horkheim, Neckargartach, Frankenbach, Klingenberg, Biberach, Kirchhausen
Fläche99,88 Quadratkilometer
Einwohnerzahl126.458 (31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterHarry Mergel

Heilbronn: 5.000 Euro Geld-Belohnung zum Wohl der Umwelt

Die drei „Stipendien fürs Nicht(s)tun“ werden in Heilbronn in einem basisdemokratischen Prozess von allen Teilnehmern gewählt., erklären Tobias Frühauf und Philipp Wolpert, die beiden Macher hinter dem Projekt. Drei Monate nach der Auswahl der drei gewählten „Stipendien fürs Nicht(s)tun“ kommen alle, die mitmachen, nochmal zusammen, um von den Erfahrungen der Stipendiaten zu lernen und ein gemeinsames Vorbild, die Gewinner-Idee des Nicht(s)-Tuns, zu wählen. Deshalb gibt es noch eine weitere Teilnahmebedingung: Wer mitmacht, sollte bereit sein, der Idee des Gewinners für drei Monate zu folgen.

Die Bewerbungsphase der „Stipendium fürs Nicht(s)tun“ in Heilbronn läuft noch bis zum 19. Juni. Bereits jetzt weisen zahlreiche Plakate im Stadt- und Landkreis Heilbronn auf die laufende Aktion hin. Eine Möglichkeit könnte etwa sein, aufs Rasen im Auto zu verzichten. Schließlich passieren deshalb am Europaplatz in Heilbronn immer wieder schwere Unfälle. Und auch umweltschädliche Reisen sind immer vermeidbarer. Im Urlaub geht der Trend auch immer mehr in Richtung Umweltbewusstsein.

Im Rahmen eines nie dagewesenen, einjährigen Projekts wollen Philipp Wolpert (links) und Tobias Frühauf Heilbronn in ein „urbanes Spektakel“ verwandeln.

Und diese Voraussetzungen sollten Bewerber erfüllen, um eine Chance auf die 5.000 Euro im Rahmen des „Stipendiums fürs Nicht(s)tun“ in Heilbronn zu haben.

  • Teilnehmen kann jeder, der in der Stadt Heilbronn oder im Landkreis Heilbronn lebt und dessen Idee möglichst viele andere Heilbronner problemlos nach- bzw. mitmachen können. 
  • Die Bewerber müssen die Bereitschaft haben, der Gewinner-Idee des Nicht(s)-Tuns für einen Zeitraum von drei Monaten zu folgen.
  • Minderjährige Bewerbern benötigen für die Teilnahme die Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten.