Bewohner mit Fell

Kurios! Darum leben Schafe unter Heilbronns bekanntem EnBW-Kühlturm

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Das Lamm wurde erst im April 2019 geboren.
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Auf dem EnBW-Gelände in Heilbronn leben seit über 30 Jahren Tiere. Dass es sie gibt und warum, wissen die wenigsten.

Jeder Heilbronner kennt ihn, denn er ist kaum zu übersehen - der riesige Kühlturm auf dem EnBW-Gelände. "Der produziert seine eigenen Wolken", sagt Betriebstechniker für Turbinen und Maschinen Harry Schütt und lacht. "Da hinaufzusteigen ist kein tolles Gefühl. Vor allem nicht an der Biegung."

EnBW Heilbronn: Tierische Bewohner neben dem Kühlturm

Den Kühlturm und die 250 Meter hohen Schornsteine sieht man schon von weitem. Die wenigsten wissen jedoch, dass vierbeinige Lebewesen es sich auf dem EnBW-Gelände gemütlich gemacht haben: Seit über 30 Jahren leben Schafe auf der Wiese neben dem Kühlturm. 

140 Meter hoch ist der Kühlturm auf dem EnBW-Gelände in Heilbronn.

Aber warum eigentlich? "Im Jahr 1984/85 hat man die Tiere geholt als ergänzendes Angebot zu den Führungen. Zu Beginn waren es drei, dann wurden es immer mehr", erklärt Handwerker Thomas Steeb. 

Neun Kamerunschafe bewohnen das EnBW-Gelände.

Schafe auf dem EnBW-Gelände in Heilbronn: Keiner kann sich von ihnen trennen

Mittlerweile leben neun Kamerunschafe auf dem EnBW-Gelände. Das kurze Fell der kurzschwänzigen Rasse erinnert stark an Ziegen. In den vergangenen Jahren wurden die Schafe auch schon ausgetauscht. Steeb:"Ganz am Anfang waren es Merinoschafe. Doch die Wolle musste zwei Mal im Jahr runter, da sind die Kamerunschafe pflegeleichter. Die verlieren ihr Winterfell von allein." 

Führungen auf dem Gelände werden schon lange nicht mehr angeboten. Doch die Schafe sind geblieben. "Jeder hängt an denen, keiner will sie abschaffen", sagt Handwerker Thomas Hornung. 

Heilbronn: Nicht nur Schafe, sondern auch andere Tiere fühlen sich auf dem EnBW-Gelände wohl

Oft und gerne werden Schafe als "natürliche Rasenmäher" eingesetzt. Das könnte ja auf dem EnBW-Gelände auch ein positiver Nebeneffekt sein, oder? Steeb: "Für die große Fläche sind das zu wenig Schafe. Die kommen da nicht hinterher, also müssen wir nachhelfen."

Obwohl ein Zaun um die Tiere gezogen ist, hält es die Schafe nicht davon ab, eigenständig das Gelände zu erkunden. Denn ab und zu kommt es vor, dass die Schafe unter dem Zaun durchklettern und auf dem Kraftwerksgelände einen Spaziergang machen. Aber auch andere Tiere fühlen sich auf dem Gelände wohl. Falken haben sich auf der Treppe des hohen Kühlturms angesiedelt und im Winter verstecken sich gerne auch mal Feldhasen im Kohlehaufen. 

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