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E-Scooter sind in Heilbronn ein großes Ärgernis - 2023 wird es nicht besser

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Von: Olaf Kubasik

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Die Nutzer von öffentlichen E-Scootern in Heilbronn sind vielen Menschen ein Dorn im Auge, weil sie sich an keinerlei Regeln halten. Wie soll es 2023 weitergehen?

Der Fahrer des mit Benzin betriebenen Transporters hat sein Gefährt im Heilbronner Neckarbogen abgestellt. Mit Warnblinklicht und laufendem Motor. Ganz gelassen und dabei rauchend, sammelt er sie dann gemütlich ein. Die ökologischen Beförderungsmittel seiner Firma, die umweltbewusste Mobilität innerhalb der Stadt Heilbronn fördern sollen. Immerhin läuft der Motor seines Transporters nicht allzu lang - denn die E-Scooter sind ordentlich „geparkt“ worden. Das ist allerdings die Ausnahme.

Mit dem Einsatz von App-gesteuerten E-Scootern haben die Städte und Gemeinden im Raum Heilbronn ein Angebot geschaffen, dass die mobile Gesellschaft spaltet. Denn wo gehören diese Dinger im Straßenverkehr eigentlich hin? Sie dürfen laut „bussgeldkatalog.de“ nur bis zu 20 Kilometer pro Stunde fahren, haben Nummernschilder, aber ihre Fahrer müssen keinen Helm tragen. Sie belästigen sowohl fahrend als auch abgestellt Fußgänger, Auto- und Radfahrer - und ihre Nutzer bauen landesweit schlimme Unfälle.

StadtHeilbronn
StadtteileBiberach, Böckingen, Frankenbach, Horkheim, Kirchhausen, Klingenberg, Neckargartach, Sontheim
Fläche99,88 Quadratkilometer
Einwohner126.458 (31. Dezember 2020)
OberbürgermeisterHarry Mergel

Öffentliche E-Scooter in Heilbronn: Die wenigsten Nutzer halten sich an geltende Regeln

Die Stadt Heilbronn schreibt auf ihrer Internetseite, dass die Unternehmen „vor der Betriebsaufnahme auf freiwilliger Basis eine Verpflichtungsvereinbarung unterzeichnet“ hätten. In der sind unter anderem Regelungen zum Abstellen der E-Scooter festgelegt. Ein Park-Verbot gilt demnach zum Beispiel in Fußgängerzonen, in städtischen Grünanlagen, im Straßenbegleitgrün, auf Friedhöfen, in Feuerwehrzufahrten, in Halte- und Parkverbotszonen, auf Blindenleitsystemen, vor Zufahrten zu Privatgrundstücken...

Nur die meisten Nutzer von E-Scootern halten sich in Heilbronn nicht daran. Die Gefährte liegen nach ihrem Gebrauch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen im Süden, blockieren - teilweise zu dritt nebeneinander stehend - komplette Gehwege im Osten, lungern direkt neben Industriegleisen im Norden. Und im Westen darben sie entsorgt auf Fußgänger-Inseln an Hauptverkehrsstraßen. Nicht besser sieht es beim Fahrverhalten selbst aus, obwohl ebenfalls klare Regeln gelten.

Auf Facebook-Seite machen Heilbronner ihrem Ärger über E-Scooter Luft

Die Stadt Heilbronn verweist bei der Benutzung von E-Scootern auf die Regeln der Straßenverkehrsordnung und der Elektrokleinstfahrzeugeverordnung: „So ist das Befahren von Gehwegen verboten. Ausnahme ist die Fußgängerzone, hier dürfen E-Scooter mit Schrittgeschwindigkeit fahren. Ansonsten müssen sie auf Radwegen fahren. Auch Radfahrstreifen, Fahrradstraßen und -zonen dürfen mit ihnen befahren werden. Erst wenn kein Weg dieser Art vorhanden ist, darf auf der Fahrbahn gefahren werden.“

Doch das stört die meisten Benutzer nicht, obwohl es in Heilbronn genügend Radspuren gibt - selbst dort, wo es nicht ganz schlüssig erscheint. Auf der Facebook-Seite „Du bist aus Heilbronn, wenn...“ machen die User ihrem Ärger über die E-Scooter Luft. Von „größter Dummheit gegen den Klimawandel“, „Spielzeugen für infantile Erwachsene“ und „E-Schrott“ ist die Rede. Und: „Überall stehen/liegen die Dinger rum. Unglaublich!“ Ein Ende des Chaos ist wohl nur in Sicht, wenn stärkere Kontrollen der E-Scooter-Benutzer erfolgen. Denn ihr lukratives Angebot bauen die drei Firmen wohl auch 2023 weiter aus.

Hintergrund zum E-Scooter-Verleih in Heilbronn

In Heilbronn verleihen die Anbieter Lime, Tier und Zeus E-Scooter. Von städtischer Seite heißt es zu diesem Angebot: „Als schnelles Fortbewegungsmittel bei kurzen Distanzen und in Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr bereichern sie die Vielfalt der Mobilität in der Stadt.“

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