"Defender Europe 20"

Mega-Militärübung der US-Army: Mit dieser Maßnahme reagieren die USA auf das Coronavirus

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Wegen des Coronavirus endet die Militärübung "Defender Europe 20" vorzeitig. Jetzt folgt der Rücktransport.

  • Übung ist die umfangreichste Verlegung von US-Soldaten nach Europa in den vergangenen 25 Jahren.
  • Die Bundeswehr ist umfangreich an "Defender Europe 20" beteiligt.
  • Das Coronavirus hat die Militärübung zum Erliegen gebracht.

Coronavirus legt "Defender Europe 20" lahm: So reagieren die USA

Update 31. März: Seit dem 16. März liegt die Militärübung "Defender Europe 20" der US-Army wegen des Ausbruchs des Coronvirus auf Eis. Bereits einige Tage zuvor hatte die US-Army die Verlegung von Personal und Material nach Europa gestoppt. Nun folgt mit der Rückverlegung von Personal und Material aus Europa der nächste Schritt, um die Militärübung "Defender Europe 20" vorzeitig zu beenden. 

Wie die Bundeswehr mitteilte, geht es dabei schwerpunktmäßig um Militärtransporte auf der Schiene in die deutschen US-Depots. Diese sollen bis Mitte Mai abgeschlossen sein. Die Bundeswehr setzt die Unterstützung der USA im Rahmen des Host Nation Support fort und passt diese auf die neue Situation an.

"Defender Europe 20": Coronavirus stoppt Militärübung

Update 16. März: Nachdem in ganz Baden-Württemberg zahlreiche Veranstaltungenwegen des Coronavirus abgesagt wurden, hat es nun auch die wohl größte Militärübung in der jüngeren deutschen Geschichte erwischt. Die multinationale Militärübung "Defender Europe 20" ist vorerst stillgelegt und somit auch die Transporte über die A6 bei Heilbronn.

Nachdem zunächst die Anzahl der Truppe für die Übung - die auch in Baden-Württemberg stattfinden sollte - reduziert wurde, folgt nun das vorläufige Aus für "Defender Europe 20". Die Bundeswehr schreibt dazu: "Es werden absehbar keine weiteren Schiffe in Belgien und den Niederlanden entladen, noch weitere Soldaten auf deutschen Flughäfen eingeflogen."

"Defender Europe 20": Wie geht es weiter?

Doch wie geht es jetzt mit der ambitionierten Militärübung weiter? "Mit wenigen Ausnahmen sind die Marschbewegungen der ersten Kontingente auf den Verlegerouten in Deutschland bisher abgeschlossen, und die meisten Truppenteile haben ihre Zielstandorte erreicht", erklärt die Bundeswehr. "In enger Abstimmung mit allen an 'Defender Europe 20' beteiligten Nationen wird zeitnah über das weitere Vorgehen entschieden."

Zugleich trifft die Bundeswehr alle nötigen Maßnahmen um das eigene Personal, sowie die alliierten Soldaten und die Einwohner Deutschlands vor dem Coronavirus zu schützen. Zeitgleich soll aber die Einsatzbereitschaft der eigenen und der verbündeten Kräfte gesichert bleiben

Außerdem hat US-Militär mit einer Reihe von Fake-News wegen dem Coronavirus zu kämpfen. Es kursieren diverse Facebook-Posts zum Theme "Defender Europe 20". Darin heißt es, das US-Militär plane eine Invasion in Europa. 

Heilbronn: Mega-Militärübung der US-Army: Wann rollen die Panzer über A6?

Update 24. Februar: Langsam aber sicher nimmt die Mega-Militärübung "Defender Europe 20" an Fahrt auf. Zwischen Februar und Mai werden große Truppenkontingente über Westeuropa - und somit auch Deutschland und die Region um Heilbronn - nach Polen und in das Baltikum verlegt.

Auch für Heilbronn und die Region geht es langsam in die heiße Phase, denn die Autobahn A6 ist eine der Strecken, über die bald Panzer rollen werden. Der Markus Kirchbauer, Sprecher der Bundeswehr in Baden-Württemberg, teilte auf echo24.de-Anfrage mit: "Hier ist nach momentanen Planungen der US-Streitkräfte mit ersten Konvoisab Ende der neunten Kalenderwoche zu rechnen." Also wahrscheinlich ab dem 27. Februar.

"Defender Europe 20": Kaum Einfluss auf den Verkehr

Die Transporte der Panzer und weiterer militärischer Gerätschaften werden allerdings nachts stattfinden, um den Einfluss auf die Bevölkerung so gering wie möglich zuhalten. Zudem sollen die Konvois möglichst klein sein. Begleitet werden die Transporte auf der A6 von der Polizei beziehungsweise den Feldjägern.

So unterstützt die Bundeswehr die Mega-Militärübung "Defender Europe 20"

Update 19. Januar: Die wohl größte Militärübung seit dem Kalten Krieg rückt immer näher. Zwar ist die US-Armee hauptverantwortlich für die Militärübung "Defender Europe 20", doch auch die Bundeswehr leistet einen erheblichen Beitrag.

"Im Rahmen der Kooperation mit den US-Streitkräften werden durch die Streitkräftebasis vielfältige Unterstützungsleistungen koordiniert und durchgeführt", erklärt Markus Kirchenbauer, Sprecher  der Bundeswehr in Baden-Württemberg, auf echo24.de-Anfrage.

"Defender Europe 20": Das sind die Aufgaben der Bundeswehr

So stellt die Bundeswehr sogenannte "Live Support Areas" zur Verfügung. Dort bieten sich den Soldaten Übernachtungsmöglichkeiten  sowie eine sanitätsdienstliche Versorgung. Zudem übernimmt die Bundeswehr die Absicherung und Überwachung der Gelände.

Der Fokus der Bundeswehr liegt aber auf den Konvois der US-Army, die durch Deutschland rollen. Diese passieren auch Heilbronn und die Region. "Wir betreiben zwei Convoy Support Center zur Unterstützung der Konvois", sagt Kirchenbauer. "Dort gibt es Möglichkeiten, um zu tanken, zur Instandsetzung, Übernachtungsmöglichkeiten sowie sanitätsdienstlicher Versorgung." Auch hier übernimmt die Bundeswehr Absicherung und Bewachung. Des Weiteren sichert die Bundeswehr die Konvois durch die Feldjäger ab.

"Defender Europe 20" in Heilbronn und der Region

In Mannheim wird ab Ende Januar zudem mit dem Umschlagen und Transport von Containern begonnen. Hier arbeitet die Bundeswehr - wie während der gesamten Übung eng mit dem Hauptquartier der US-Army Europe in Wiesbaden zusammen.

Auch die Militärübung "Defender Europe 20" fällt dem Coronavirus zum Opfer.

In den Genuss von Militärübungen kommen wir in der Region um Heilbronn jedoch nicht. "Diese finden in Deutschland in Bergen und in der Oberlausitz statt", erklärt der Sprecher der Bundeswehr in Baden-Württemberg. Aber die Transporte der US-Army rollen durch die Region. Kirchbauer: "Die US-Streitkräfte werden für ihre Verlege-Operationen überwiegend die deutschen Autobahnen nutzen. In der Region Mannheim/Heilbronn werden dafür voraussichtlich die Autobahnen A6, A61 und A67 genutzt."

Mega-Militärübung "Defender Europe 20" kommt in die Region um Heilbronn

Ursprungsartikel 13. Januar: Die Welt um uns herum scheint sich immer mehr zu einem Pulverfass zu entwickeln, das beim kleinsten Funken zu explodieren droht. Spätestens, seitdem der Konflikt zwischen den USA und Iran eskaliert ist, befürchten immer mehr Menschen den Ausbruch eines neuen Weltkrieges. 

Dieser Bedrohungslage sind sich auch die Amerikaner bewusst. Um sicherzustellen, dass man im Ernstfall schnell genug reagieren kann, führt die US-Army zwischen Februar und Juli eine groß angelegte Übung in Europa durch. Im Rahmen der  "Defender  Europe 20" werden 20.000 Soldaten aus den USA nach Europa verlegt. Zudem wird auch der Transport von Gütern und Equipment geprobt. Auch die Region um Heilbronn wird von der Aktion betroffen sein. Insgesamt nehmen 37.000 Soldaten aus unterschiedlichen Nationen teil. Es ist die größte Übung unter Führung der Amerikaner in Europa seit 25 Jahren.

Heilbronn: "Defender Europe 20" soll Sicherheit stärken

"Bereitschaft bedeutet nicht nur, die richtigen Streitkräfte und Fähigkeiten im gesamten Gebiet zu haben, sondern auch, unsere Fähigkeit zu trainieren, schnell Streitkräfte zu verlegen und sie mit unseren eigenen und denen unserer Verbündeten und Partner zu koordinieren", sagte Generalleutnant Christopher Cavoli, der befehlshabende General der U.S. Army Europe. "Diese Fähigkeit ist entscheidend, um Streitkräfte jederzeit zu mobilisieren, unsere Bereitschaft beruhigt unsere Verbündeten undschreckt potenzielle Gegner ab."

Was ist eigentlich Defender Europe 20?

Neben den USA nehmen 18 weitere Nationen an der Übung teil, wie die US-Army auf ihr Website schreibt. In zehn Ländern werden dabei im Rahmen von "Defender Europe 20" Übungen durchgeführt. "Die Durchführung harter, realistischer Schulungen an der Seite unserer Verbündeten und Partner in Europa stärkt jene professionellen Beziehungen, die Vertrauen und Zuversicht zueinander aufbauen, und erhöht unsere allgemeine Zusammenarbeit, unsere Bereitschaft und die Fähigkeit, potenzielle Bedrohungen gemeinsam abzuwehren", sagte Cavoli.

 "Defender Europe 20" auch in der Region Heilbronn

Deutschland - und somit auch der Bundeswehr - kommt durch seine zentrale Lage im Herzen Europas eine besondere Rolle bei "Defender Europe 20" zu. Auch Heilbronn und die Region werden die Auswirkungen der Übung zu spüren bekommen. 

Auch in Heilbronn wird Defender Europe 20 spürbar sein.

"Es wird eine Verlagerung der Heeresvorratsausrüstung, die während der 'Defender Europe 20' Übung eingesetzt wird, in die Region um Heilbronn erfolgen", erklärt die US-Army auf echo24.de-Anfrage. "Der Verkehr auf der südlichen Strecke, insbesondere auf dem Weg zum TruppenübungsplatzGrafenwöhr in der Nähe von Nürnberg, wird über Mannheim und nördlich von Heilbronn geführt."

Heilbronn: "Defender Europe 20" soll Verkehr nicht beeinflussen

Der Großteil der Transporte der US-Army wird HeilbronnEnde April passieren. Laut der US-Army umfasst der Transport "ein Feldartillerie-Bataillon mit Fahrzeugen, das aus Humvees, High Mobility Artillery Rocket Systems (Himars), Light Medium Tactical Vehicles (Lmtv) und weiteren unterschiedlichen militärischen Unterstützungsfahrzeugen bestehen könnte."

Die Transporte durch die Region um Heilbronn werden dabei streng nach den sogenannten March Credits und in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr sowie der Bundesregierung durchgeführt. "March Credits sind Dokumente, die es einem oder mehreren Fahrzeugen ermöglichen, sich in einer festgelegten Zeit über eine kontrollierte Route gemäß den Fahranweisungen zu bewegen", erklärt ein Sprecher der US-Army. "Die Papiere geben die Abfahrtszeit, Geschwindigkeit, Route und Schwenkabstände an." Auswirkungen auf den öffentlichen Nahverkehr sowie den Straßenverkehr erwarten die Amerikaner nicht, "da alle Konvois in Deutschland während der Nachtstunden fahren werden". 

Rubriklistenbild: © Bundeswehr

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