Coronavirus in Heilbronn

Corona-Plan für Heilbronn: OB Mergel appelliert an Schul- und Kindergarten-Eltern

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Wegen des Coronavirus gibt es Empfehlungen für Eltern von Schul- und Kindergartenkinder.
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Auch Heilbronn bereitet sich auf den Coronavirus vor. OB Harry Mergel appelliert an Eltern und Bürger. 

  • Die Anzahl der Coronavirus-Infektionen in Baden-Württemberg steigt.
  • Heilbronn bereitet sich vor auf eine Corona-Ausbreitung. 
  • So sieht das Gesundheitsamt die Corona-Vorkehrungen.

Coronavirus in Heilbronn: OB Mergel appelliert an Schul- und Kindergarten-Eltern!

Update, 01. März: Morgen sind die Faschingsferien in Baden-Württemberg offiziell wieder zu Ende. Aber: Alltag kehrt wohl so schnell dennoch nicht ein. Vor allem für diejenigen, die in letzter Zeit in einem der Coronavirus-Risikogebiete unterwegs waren. 

Denn das kann weitreichende Folgen haben, wie der Fall eines Altersheimes im Landkreis Heilbronn zeigt. Nachdem sich ein Bewohner mit dem Coronavirus infiziert hat, wurde rund 100 Menschen aus einem Altersheim in Bad Rappenau bei Heilbronn unter Quarantäne gestellt.

Oberbürgermeister Harry Mergel appelliert an alle Eltern, die mit ihren Kindern in einem Risikogebiet waren, diese vorsorglich in den nächsten 14 Tagen nicht in Schule oder Kindergarten zu bringen. Mergel: "Wenn dieser Aufenthalt jedoch länger als 14 Tage her ist und das Kind seither gesund ist, dann kann es Kita oder Schule besuchen, sofern keine anderen gesundheitlichen Gründe dagegen sprechen." 

Das Kultusministerium informierte derweil Schulen und Kindergärten und schickte eine Coronavirus-Checkliste mit, die zu beachten ist. 

Wegen Ausbreitung des Coronavirus in Baden-Württemberg: Empfehlung für Eltern von Schul- und Kindergarten-Eltern

Auch die städtischen Ämter sind betroffen. Zwar haben alle regulär geöffnet, jedoch sollen alle Heilbronner Bürger, die sich in den letzten 14 Tagen in einem durch das Robert-Koch-Institut (RKI) definierten Risikogebiet aufgehalten haben, in den nächsten 14 Tagen von einem persönlichen Besuch im Amt absehen. Als Lösung gibt es die telefonische Kontaktaufnahme. Mergel: "Wir haben eine dynamische Lage und nehmen sie nach wie vor sehr ernst." 

Des Weiteren wird die Situation sehr genau beobachten - Mergel: "Wir sind im ständigen Austausch mit den Gesundheitsbehörden. Nach meiner Einschätzung besteht kein Grund zur Panik, jeder kann seinen Alltag ganz normal fortsetzen. Allerdings sollten unbedingt die allgemeinen Hygieneempfehlungen eingehalten werden." Dazu gehören zum Beispiel gründliches Händewaschen und Niesen und Husten in ein Taschentuch oder in die Armbeuge.

Coronavirus in Heilbronn: Das ist der Plan im Fall einer Ausbreitung

Ursprungstext vom 27. Februar: Die Fälle häufen sich: Nachdem erste Corona-Infektionen in Göppingen und Rottweil bestätigt worden sind, folgtenin Heilbronn zwei Verdachtsfälle. Aber es gibt Entwarnung: Beide Corona-Fälle in Löwenstein sind negativ getestet worden. Doch die Vorfälle zeigen: Auch Heilbronn ist längst nicht mehr sicher und muss sich auf den Coronavirus vorbereiten. Die Stadt hat richtig gehandelt, denn: Am Abend des 28. Februars wurde der erste Coronavirus-Fall im Landkreis Heilbronn bekannt!

Dr. Klaus-Peter Axmann, Leiter des städtischen Gesundheitsamts in Heilbronn, mahnt dennoch zur Ruhe. "Rund 80 Prozent der gesicherten Corona-Infektionen sind ungefährlich", erklärt er im Gespräch mit echo24.de. Nur etwa 20 Prozent der Fälle hätten tatsächlich schlimme Folgen. Davon betroffen seien in der Regel Menschen mit Vorerkrankungen. Oft verlaufen Infektionen jedoch mild. Verharmlosen sollte man sie allerdings nicht, es gilt: Der Coronavirus kann tödlich sein, das bestätigt nun auch das Robert-Koch-Institut (RIK).

Coronavirus in Heilbronn: Gibt es erste Infektionen?

Ein Knackpunkt: Symptome des Coronavirus wie Husten, Fieber oder Atemschwierigkeiten sind auch bei der weit verbreiteten Influenza-Grippe in Baden-Württemberg nicht unüblich. Und eine augenscheinliche Erkältung ist für viele noch lange kein Grund für einen Arztbesuch. Heißt: Nicht jede Coronavirus-Infektion wird erkannt. 

Wer Symptome aufweist, sollte sich aber dringend mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen. Besonders bei vorherigem Aufenthalt in Risikogebieten wie China oder Italien. Denn gerade diese Urlaubsziele sind vom Coronavirus betroffen. Auch der Kontakt zu möglichen Infizierten könnte auf eine Coronavirus-Infektion hinweisen.

Axmann: "Bisher sind uns keine bestätigten Coronavirus-Fälle in Heilbronn bekannt." Man sei aber in ständigem Kontakt mit den Ärzten, Kliniken und dem Robert-Koch-Institut. Eine großflächige Epidemie in Heilbronn hält Axamann eher für unwahrscheinlich. "Aber das sind bisher alles Spekulationen." Genauere Angaben könne man aber erst nach der Vorläufer-Phase machen. Heißt aber: Heilbronn muss sich zumindest auf vereinzelte Corona-Fälle einstellen.

Coronavirus in Heilbronn: So sollte man vorgehen

Die Frage die sich jetzt viele Heilbronner stellen: "Was tun, wenn bei mir der Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht?" Die erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Axmann: "Der kennt den Patienten und entscheidet über das weitere Vorgehen." Zudem besteht eine Meldepflicht an das Gesundheitsamt, da muss der Patient selber nicht aktiv werden. Je nach Schwere der Erkrankung kann der Hausarzt dann eine stationäre Behandlung in einer Klinik einleiten.

Zudem ist eine Coronavirus Info-Hotline für Heilbronn in Betrieb, an die sich Betroffene und Ärzte beim Verdacht auf Corona wenden können. Experten geben dann anschließend Empfehlungen und Ratschläge. Grundsätzlich gilt: Nicht sofort die Arztpraxis aufsuchen, sondern erst mal zum Telefonhörer greifen. Hintergrund: Andere Patienten und Praxis-Mitarbeiter könnten sich anstecken

Falls ein akuter Verdacht besteht, ist die Lungenklinik in Löwenstein für dieCoronavirus-Patienten in Heilbronn zuständig. Dort werden Tests durchgeführt und bei Bedarf eine stationäre Behandlung in Quarantäne begonnen. Da Corona eine Lungenkrankheit ist, sei diese Regelung durchaus sinnvoll, sagt Axmann. Für sonstige virale Erkrankungen in Heilbronn ist weiterhin das Klinikum am Gesundbrunnen zuständig.

Coronavirus: In Heilbronn ist man verunsichert

Trotz geringer Gefahr, ist das Thema Coronavirus mittlerweile allgegenwärtig. Eine Info-Hotline findet Axmann daher sinnvoll. "Ängsten und Sorgen der Heilbronner kann damit entgegengewirkt werden", erklärt er. Trotzdem erreichen auch das Heilbronner Gesundheitsamt vermehrt Anrufe. Meist sind es Privatpersonen, oft aber auch Firmen aus der Region Heilbronn, die wissen möchten, wie sie mit Mitarbeitern auf Dienstreisen umgehen sollen. Zwei große Unternehmen aus der Region Heilbronn haben bereits reagiert. Ziehl-Abegg und Lidl haben alle Dienstreisen abgesagt, die in betroffene Regionen führen.

Grundsätzlich gilt: Ruhe bewahren. Corona ist zwar eine ernstzunehmende Situation, "es besteht aber kein Grund zur Panik", sagt Axmann. In Heilbronn sei man gut vorbereitet. Erst gestern sei eine neue Regelung in Kraft getreten, die vorsieht, dass Informationen vom Robert-Koch-Institut gleich vom Gesundheitsamt an die Ärzte weitergeleitet werden. Man arbeite eng zusammen, um einen möglichstschnellen Informationsaustausch in Heilbronn zu gewährleisten.

Coronavirus in Heilbronn: Der Plan kommt vom Robert-Koch-Institut

Täglich findenAnalysen und Risikoeinschätzungen im RKI statt, die anschließend an die Behörden weitergeleitet werden. Axmann: "In Heilbronn hält man sich im Kampf gegen das Coronavirus an genau diese Empfehlungen." Ganze Sperrungen von Stadtteilen sind erstmal nicht geplant. Entsprechend der Entwicklung in Heilbronn und den Empfehlungen des RIK werde man agieren.   

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