Wegen Coronavirus-Maßnahme

Androhung hoher Strafen: Gratis-Döner-Aktion für Arme in Heilbronn abgesagt

Schweren Herzens müssen die Organisatoren die Gratis-Döner-Aktion für Arme in Heilbronn absagen.
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Schweren Herzens müssen die Organisatoren die Gratis-Döner-Aktion für Arme in Heilbronn absagen.
  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Thaibulls, Legend und Divan verteilen am Freitag in Heilbronn KEINE Gratis-Döner an arme Menschen.

  • Gratis-Döner-Aktion für Arme in Heilbronn wird abgesagt.
  • Organisatoren befürchten zu großen Andrang.
  • Coronavirus-Maßnahme untersagt Ansammlung von über 50 Personen.

Heilbronn: Gratis-Döner-Aktion für Arme wegen Coronavirus-Maßnahme abgesagt

Update vom 18. März: Es war alles angerichtet und das Döner-Kebab-Lager voll. Für die tolle Aktion in Heilbronn, die die Thaibulls, die Shisha-Lounge Legend und das Restaurant Divan für diesen Freitag ins Leben gerufen haben. Da sollte es Gratis-Döner für Obdachlose und arme Menschen in der Region Heilbronn im Divan geben. Doch daraus wird jetzt nichts, wie Thaibulls-Chef Bernd Dorst gegenüber echo24.de erklärt. Grund: die Coronavirus-Maßnahmen, die in Heilbronn Ansammlungen von über 50 Menschen verbietet.

Bernd Dorst war wegen der Corona-Maßnahme extra auf dem Ordnungsamt in Heilbronn. Um sich zu informieren, ob die Veranstaltung für Arme und Obdachlose stattfinden darf. Ja, wenn die Anzahl der Menschen 50 nicht überschreitet. Weil die große Resonanz in den Sozialen Netzwerken jedoch anderes vermuten lässt, sagten die Macher Dorst, Agit Göktas (Legend) und dessen Bruder Servet (Divan) die Hilfsaktion "schweren Herzens" ab.

DENN: Wäre die Gratis-Döner-Aktion in Heilbronn mit mehr als 50 Personen an EINEM Ort über die Bühne gegangen, hätte es drastische Strafen für die drei Organisatoren gegeben. Für Dorst und die Brüder Göktas, die dabei vom Ordnungsamt überwacht worden wären, bedeutete das: "Auf uns wären Strafanzeigen zugekommen, die mit Gefängnis geahndet werden können." Und das nimmt niemand in Kauf.

Am Freitag gibt es in Heilbronn Gratis-Döner für Obdachlose und Arme

Ursprungsmeldung vom 16. März: Bernd Dorst ist ein sozialer Mensch. In seinem Thaibulls-Gym in Heilbronn dürfen beispielsweise Kinder aus armen Familien gratis mit trainieren, wenn sie unbedingt Kampfsport erlernen wollen. Und auch immer wieder stellt der Thaibulls-Chef Dinge auf die Beine, die Schwächeren zugute kommen. Sein nächstes "Ding" folgt am 20. März: Zusammen mit der Shisha- und Cocktail-Lounge Legend sowie dem Döner-Kebab-Restaurant Diwan hat er von 11 bis 22 Uhr die Aktion "Gratis-Döner für Obdachlos und Rentner in Heilbronn" ins Leben gerufen.

Thaibulls-Sponsor Agit Göktas war sofort mit ihm Boot. Der Legend-Geschäftsführer kannte ohnehin schon so eine Aktion aus Berlin. Sein erster Gedanke, als ihn Dorst daraufhin anspricht: "Es ist an der Zeit, dankbar zu sein - und diese Dankbarkeit gegenüber armen Menschen in Heilbronn zu zeigen." Dass Göktas' Bruder Servet dazu natürlich ebenfalls sofort "Ja" sagte, war Voraussetzung. Denn Servet Göktas ist als Diwan-Chef der "Schlüssel" für die tolle Aktion in Heilbronn. Döner-Kebab-Notstand herrscht in seinem Restaurant in der Sülmerstraße 43 für den Aktionstag definitiv nicht:  "Unser Lager ist voll."

Gratis-Döner: Obdachlose in Heilbronn werden gezielt auf die Aktion angesprochen

Auf Facebook haben die drei Döner-Aktivisten schon für ihre Gratis-Aktion Werbung gemacht. Und sind auf Resonanz gestoßen. Thaibulls-Chef Bernd Dorst aus Heilbronn erklärt: "Vor allem Hartz-IV-Empfänger wollten wissen, ob auch sie einen Döner Kebab geschenkt bekommen, wenn sie am Freitag zum Diwan in der Nähe des Heilbronner K3 kommen." Die Antwort lautet "Ja". DENN: "Jeder Mensch, dem es finanziell schlecht geht, ist erwünscht." Und wie sollen die Obdachlosen erreicht werden? Dorst: "Wir werden am Aktionstag an die markanten Plätze in Heilbronn gehen und sie darauf aufmerksam machen."

In Heilbronn sorgte zuletzt ein anderer Imbiss für Schlagzeilen. Zur Eröffnung von "Can's Gemüse Döner" an der Allee gab es Gemüse-Döner für einen Euro - und der Ansturm war gigantisch.

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