7-Tage-Inzidenz steigt leicht an

Inzidenz in Heilbronn nähert sich Grenzwert: Was passiert dann?

Kunden gehen nach dem mehrwöchigen, coronabedingten Lockdown mit Einkaufstaschen durch Einkaufszentrum.
+
Heilbronn hat inzwischen die niedrigste Inzidenz in ganz Baden-Württemberg (Symbolbild).
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
    schließen
  • Simon Mones
    Simon Mones
    schließen

Die 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn zählt zu den niedrigsten in Baden-Württemberg. Aktuell nähert sie sich dennoch einem Grenzwert. Was das derzeit bedeutet.

Update, 10. März: Die 7-Tages-Inzidenz in Heilbronn zählt immer noch zu den niedrigsten in ganz Baden-Württemberg. Seit Montag gelten in der Stadt deshalb viele Lockerungen. Zuletzt stieg die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen allerdings wieder leicht an. Aktuell nähert sie sich dem Grenzwert von 35 (34,0; Stand: 9. März). In der Corona-Pandemie war dies lange Zeit eine kritische Marke gewesen.

Zwar wertet das Landesgesundheitsamt für Baden-Württemberg auch weiterhin aus, welche Stadt- und Landkreise unter der 35er-Marke bei der 7-Tages-Inzidenz liegen. Allerdings hat die Grenze für die geltenden Corona-Regeln aktuell keine Bedeutung. Die neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg sieht erst bei der Überschreitung des Inzidenzwerts von 50 wieder Handlungsbedarf. Dann würde beispielsweise im Einzelhandel die sogenannte Click&Meet-Regel greifen. Aktuell können Kunden auch ohne Termin in Heilbronn wieder shoppen gehen.

Top-Inzidenz: Seit dieser Woche viele Lockerungen in Heilbronn

Update, 7. März: Wegen einer weiter sehr niedrigen 7-Tage-Inzidenz kann auch in Heilbronn ab dem 8. März mit deutlichen Lockerungen gerechnet werden. Zahlreiche Geschäfte dürften ab dem morgigen Montag theoretisch mit nur noch wenigen Auflagen öffnen. Gleiches gilt für Museen oder Galerien. Für viele Einzelhändler und Organisatoren dürfte die erst heute veröffentlichte aktuelle Corona-Verordnung für eine allzu spontane Reaktion aber zu spät gekommen sein.

Aktuell liegt die 7-Tages-Inzidenz in Heilbronn bei 32,4 (Stand: 7. März). Damit gehört der Wert zu den niedrigsten im Südwesten. Bei einer Inzidenz unter 50 sind bei den Öffnungen nur noch wenige Beschränkungen und Regeln zu beachten. Doch die seit Herbst 2020 geschlossenen Geschäfte und Einrichtungen müssen sich auf die neue Situation wohl erst noch einstellen. So hat beispielsweise die Experimenta schon angekündigt, erst ab dem 27. März wieder zu öffnen. Auch bei vielen Händlern in der Heilbronner Innenstadt sind derzeit noch veraltete Informationen auf den Homepages zu finden. Sicherlich wird es hier erst in der kommenden Woche Klarheit zu weiteren Schritten geben.

Heilbronn: Top-Inzidenz, aber Gesundheitsamt warnt vor „Momentaufnahme“

Erstmeldung, 5. März: Wer sich die aktuellen Corona-Zahlen für Baden-Württemberg anguckt, dürfte seine Augen nicht trauen. Nicht etwa, weil die 7-Tage-Inzidenz im Land wieder steigt, sondern wegen der Zahl, die neben dem Stadtkreis Heilbronn steht. Das einstige Sorgenkind, das mit Werten von über 200 wochenlang die höchste 7-Tage-Inzidenz hatte, ist inzwischen zum Vorzeigeschüler geworden (Stand vom 5. März).

Inzwischen nährt sich die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn sogar der Marke von 25 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Statt der höchsten Inzidenz hat Heilbronn nun die niedrigste in ganz Baden-Württemberg. Von Euphorie ist jedoch keine Spur.

Coronavirus in Heilbronn: 7-Tage-Inzidenz kann schnell wieder steigen

Ganz im Gegenteil. Nur wenige Tage vor den ersten Lockerungen des Lockdowns erklärte der Leiter des städtischen Gesundheitsamts, Peter Liebert, dem SWR, dass die niedrige Inzidenz kein Grund sei, nachlässig zu werden. Zudem betonte er, dass es sich nicht um einen Trend, sondern lediglich um eine Momentaufnahme handle, da die 7-Tage-Inzidenz nicht stabil sei.

Liebert sieht zudem noch eine weitere Gefahr: Mit rund 125.000 Einwohner ist Heilbronn eine relativ kleine Stadt, entsprechend reicht auch ein relativ kleiner Ansteckungsherd mit dem Coronavirus, damit die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis wieder stark ansteigt. Wie schnell das gehen kann, hat zuletzt der Hohenlohekreis gezeigt, wo die Inzidenz nach einem Corona-Ausbruch bei Würth in die Höhe schoss.

Coronavirus in Heilbronn: Mutation noch unter 20 Prozent

Zahlreiche Mitarbeiter hatten sich dabei auch mit der britischen Mutation B.1.1.7 infiziert. In Heilbronn ist der Anteil der Mutationen des Coronaviurs bislang jedoch noch sehr gering. Wie der SWR berichtet, liegt er derzeit bei unter 20 Prozent. Liebert geht jedoch davon aus, dass der Anteil wahrscheinlich steigen wird. Deswegen sieht der Leiter des Heilbronner Gesundheitsamts den Fall Würth als mahnenden Beispiel.

Das könnte Sie auch interessieren