Immer mehr Intensivpatienten

Klinik in Heilbronn platzt aus allen Nähten – Situation „sehr angespannt“

  • Lisa Klein
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  • Christina Rosenberger
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Die Corona-Zahlen steigen und steigen. Die SLK-Kliniken sind „in Bezug auf die Intensivbetten sehr ausgelastet“, die Situation ist „insgesamt sehr angespannt“.

Update vom 23. November: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und die Hospitalisierungsinzidenz steigen im ganzen Land. Die Situation auf den Intensivstationen spitzt sich immer weiter zu, die Pflegekräfte sind am Ende mit ihren Kräften. Ab Mittwoch (24. November) soll deshalb in Baden-Württemberg die Alarmstufe II in Kraft treten.

Das Klinikum am Gesundbrunnen als größtes Haus im SLK-Klinikenverbund Heilbronn ist nach eigenen Angaben „in Bezug auf die Intensivbetten sehr ausgelastet.“ Wie die SLK-Kliniken auf echo24.de*-Anfrage berichten, werden derzeit 88 COVID-19-Patienten der im SLK-Verbund im Klinikum am Gesundbrunnen behandelt.

„Dort betreiben wir auch vier Covid-Normalstationen, die Öffnung einer weiteren ist in Vorbereitung“, heißt es vonseiten der Klinik. Auf der Intensivstation werden 18 COVID-19-Patienten behandelt, auf den Corona-Normalstationen 70 (Stand: 22. November).

Intensivstation in Heilbronn ist ausgelastet – Situation „sehr angespannt“

„Die aktuelle Situation ist insgesamt sehr angespannt“, bringt der Pressesprecher der SLK-Kliniken auf den Punkt. Dabei sind es vor allem die Ungeimpften, die im Krankenhaus landen. Am 22. November müssen laut Klinik vier geimpfte COVID-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt werden – die restlichen Patienten sind ungeimpft.

Das spiegelt sich auch in der Vergangenheit wider: „Über einen Zeitraum von über vier Monaten wurden lediglich fünf geimpfte Patienten auf unseren Corona-Intensivstationen behandelt.“ Aufgrund der hohen Auslastung wurden bereits planbare OPs verschoben, um mehr Kapazitäten für Covid-Patienten zu schaffen. Zudem wurden bereits die Besucherregeln in den SLK-Kliniken eingeschränkt.

Künftig sind laut den SLK-Kliniken weitere Maßnahmen notwendig: „Durch Umorganisation versuchen wir, neue Intensivkapazitäten zu schaffen. Dies geht nur, wenn anderweitig Betten geschlossen werden und somit Personal für die Covid-Bereiche frei wird.“

Intensivstationen in Heilbronner Klinik bald voll – Einschränkungen drohen

Erstmeldung vom 10. November: Seit einigen Wochen füllen sich Deutschlands Intensivstationen wieder zusehends mit Corona-Patienten. Nicht nur die Inzidenzen, sondern besonders auch die Hospitalisierungsinzidenzen steigen stetig, die Intensivbetten werden knapp. Mittlerweile gilt in Baden-Württemberg seit einigen Tagen bereits die Warnstufe, die laut Corona-Verordnung einige Einschränkungen für Ungeimpfte bringt, doch noch diese Woche könne sogar die Alarmstufe in Kraft treten.

Besonders die Kliniken in der Region haben mit den steigenden Corona-Infektionen zu kämpfen. Denn schon jetzt sind die Intensivstationen voll. Auch das Klinikum am Gesundbrunnen als größtes Haus im SLK-Klinikenverbund Heilbronn ist nach eigenen Angaben „in Bezug auf die Intensivbetten sehr ausgelastet.“ Rund ein Drittel der Intensivpatienten ist wegen eines schweren Corona-Verlaufs dort.

Heilbronner SLK-Kliniken: Intensivstationen fast voll – Impfdurchbrüche?

Viele Impfdurchbrüche gibt es allerdings nicht. Auf Anfrage von echo24.de heißt es von einem Kliniksprecher: „Bei einer durchweg hohen und derzeit wieder rasant steigenden Anzahl an Covid-Intensivpatienten ist die ganz große Mehrheit ungeimpft. Über einen Zeitraum von über vier Monaten wurden lediglich fünf geimpfte Patienten auf unseren Corona-Intensivstationen behandelt.“ Somit deutet auch hier alles darauf hin, dass besonders Ungeimpfte die Pandemie weiterführen.

Kein Wunder also, dass die neue Bundesregierung über eine deutschlandweite Einführung der 2G-Regel nachdenkt – immerhin gehen mittlerweile viele Kliniken auf dem Zahnfleisch. Für den SLK-Klinikverbund allerdings gibt es bisher noch keinen Grund zur Sorge. Man sei „mit einem COVID-19-Versorgungskonzept, welches sich im bisherigen Pandemieverlauf bewährt hat“, gut aufgestellt und in der Lage, dem Versorgungsauftrag für die Menschen der Region „auch in dieser Situation gerecht zu werden.“

Corona in Heilbronn: Intensivbetten „sehr ausgelastet“ – erste Einschränkungen im Betrieb

Dennoch fordert die steigende Zahl von Intensivpatienten auch in den SLK-Kliniken Heilbronn bereits erste Tribute. Der OP-Betrieb wird ab dem kommenden Montag, 15. November, eingeschränkt, um die rasch steigende Anzahl der Corona-Patienten „adäquat versorgen zu können“, heißt es weiter vonseiten des Klinikverbundes. Bedeutet: OPs, die aus medizinischer Sicht gesehen verschoben werden können, werden vorerst auch ausgesetzt. So soll Personal für die Corona-Patienten freigeschaufelt werden. Denn deren Versorgung ist extrem intensiv und aufwendig.

Wie es in den nächsten Wochen noch weiter geht, das bleibt allerdings abzuwarten. Dennoch dürfte das Leben gerade für Ungeimpfte in der nächsten Zeit noch deutlich unangenehmer werden. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) machte erst kürzlich wieder Druck. Außerdem häufen sich auch die Corona-Fälle an Schulen und in Kitas. Wie sich Eltern und Kinder dann verhalten müssen, hat echo24.de in einem gesonderten Artikel ausführlich erklärt.

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/dpa/Illustration

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