Viele Schließungen von Filialen

Ladensterben wegen Corona - drastische Lage in Heilbronn

United Colors of Benetton in Heilbronn hat auf großen Plakten „wir schließen“ im Schaufenster stehen.
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„Wir schließen“, heißt es unter anderem bei Benetton. In Heilbronn sorgt die Corona-Pandemie für ein Ladensterben.
  • Julia Thielen
    vonJulia Thielen
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In Heilbronn gibt es auch wegen der Corona-Pandemie ein dramatisches Ladensterben. Welche Geschäfte zu machen mussten und welche bislang überlebt haben.

Der 15. Dezember 2020 war ein schwarzer Tag für den Einzelhandel in Heilbronn. 24 Stunden bevor der zweite Lockdown startete, musste Geschäftsführer Thomas Gauß für das Traditions-Sporthaus Saemann Insolvenz anmelden. Insgesamt 38 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Der Betrieb war schon zuvor in Schieflage geraten, doch die Corona-Lage in Baden-Württemberg und ihre Maßnahmen machten ihm endgültig den Garaus. Das Innenstadtsterben in Heilbronn - es ist dramatisch in der Pandemie.

Heilbronn: Drastisches Ladensterben wegen Corona - so ist die Lage

Denn nicht nur Familienunternehmen macht sie zu schaffen. Zuletzt erwischte es auch viele Filialisten. Douglas, Hallhuber, H&M, Hussel, Adler, Galeria Karstadt Kaufhof, Esprit, Mister Minit, Vapiano, Pimkie, Benetton oder Bonita – sie alle müssen Filialen schließen, Personal abbauen, manche von ihnen haben ebenfalls Insolvenz angemeldet. Mit teils drastischen Auswirkungen auf die Innenstädte. Eines ist klar: Auch das Gesicht der Heilbronner City hat sich bereits massiv verändert. Jetzt, wo Lockerungen Click&Meet, also einkaufen vor Ort mit Termin, unter einer Bedingung wieder möglich machen würden.

Für die Freunde der betörenden Düfte und der Welt der Schönheit gibt es gute Nachrichten. Die Parfümerie-Kette Douglas, die immer mehr Online-Umsatz generiert und im Zuge einer Neuausrichtung einige Filialen geschlossen und Personal abgebaut hat, plant weiter mit Heilbronn. „Die Douglas-Filiale in Heilbronn ist von den aktuellen Schließungen im Zuge der Reduzierung des Filialnetzes nicht betroffen“, teilt eine Unternehmenssprecherin auf echo24.de*-Anfrage mit.

Heilbronn: Einige Einzelhändler bleiben zum Glück

Ähnlich gute Nachrichten gibt es von der Adler-Filiale in Neckarsulm nahe Heilbronn zu berichten: „Der Adler-Modemarkt in Neckarsulm ist mit 22 Mitarbeitern ein wichtiger Standort für unser Unternehmen und soll dies auch bleiben. Das operative Geschäft von Adler soll trotz des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung weiter betrieben werden. Entsprechend ist geplant sämtliche Standorte nach Ende des Lockdowns wieder normal zu eröffnen.“

Auch H&M bezieht Stellung: „Ausgelöst durch eine zunehmende Digitalisierung des Einzelhandels und eines veränderten Kundenverhaltens hat die H&M-Group bereits vor der Covid-19-Pandemie Maßnahmen ergriffen, um das Unternehmen an den veränderten Markt anzupassen, nachhaltig weiterzuentwickeln und möglichst viele Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Unser H&M-Geschäft in Heilbronn ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht von einer Schließung betroffen.“ Das Unternehmen gibt zudem an, dass man sich in Heilbronn mit vier Mitarbeitern auf eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses geeinigt habe und eine „über dem Marktdurchschnitt liegende Abfindung“ gezahlt hätte.

Heilbronn: Auch Stadtgalerie kämpfte mit Lockdown

Auch Kundinnen von Bonita können aufatmen. Die Kette ist im vergangenen Jahr durch ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung gegangen. Am 15. März wurde der Insolvenzplan bestätigt. Die Sanierung ist abgeschlossen und das Restrukturierungskonzept erfolgreich umgesetzt. Die Bonita-Filiale in Heilbronn wird fortgeführt.

Doch so positive Nachrichten gibt es längst nicht von allen Einzelhändlern. Auch viele Länden in der Stadtgalerie in Heilbronn kamen während ihres Lockdowns an ihre Grenzen - oder sogar leider darüber hinaus.

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