Erstes Urteil: 13 Jahre Haft

Brutaler Raub in Heilbronn: Mildere Strafe für den Angeklagten?

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War der Angeklagte wirklich Teil des Brutalo-Trios?
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Nutzt der mutmaßliche Einbrecher seine zweite Chance im Revisions-Prozess?

○ Vier Menschen werden im November 2017 in Heilbronn-Neckargartach brutal überfallen.
○ Angeklagter wird im August 2018 zu 13 Jahren Haft verurteilt.
○ Wegen möglicher Verfahrensfehler rund um die DNA-Spuren wird der Prozess am Landgericht in Heilbronn neu aufgerollt.

Heilbronn: Geringere Strafe im Revisionsprozess?

Update 4. Dezember: Vor dem Gericht zeichnet sich dasselbe Bild ab wie vor gut einem Jahr: Der Angeklagte macht weder Angaben zu seiner Person noch zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Seit gestern muss der Fall um den brutalen Raubüberfall auf ein Senioren-Ehepaar und zwei weitere Hausbewohner im November 2017 in Heilbronn-Neckargartach neu aufgerollt werden. Durch DNA-Spuren am Tatort stieß die Polizei auf den heute 30-jährigen Angeklagten. Seine beiden Mittäter sind noch unbekannt.

Wie der SWR berichtet, hat der zuständige Richter dem mutmaßlichen brutalen Einbrecher beim gestrigen Prozess-Auftakt eine mildere Strafe als beim vergangenen Verfahren in Aussicht gestellt. Voraussetzung: Der Angeklagte legt ein Geständnis ab. Im August 2018 wurde er unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Heilbronn: Neuer Prozess wegen Fehler rund um die DNA-Spuren

Grund für das erneute Aufrollen des Prozesses um den brutalen Raub in Heilbronn-Neckargartach ist eine geänderte Rechtssprechung: Demnach hätte das Landgericht Heilbronn die DNA-Spuren am Tatort in Heilbronn-Neckargartach anders ausführen müssen. Allerdings habe das Heilbronner Landgericht am Tag der Urteilsverkündung noch keine Informationen über die geänderte Formalität gehabt.

Aufgrund dieser neuen Regelung muss auch der Prozess um den Mord an einer 59-Jährigen in Löwenstein neu verhandelt werden.

Heilbronn-Neckargartach: Brutaler Raub mit Todesdrohungen

Erstmeldung 3. Dezember: Man mag sich nicht in seinen schlimmsten Albträumen ausmalen, was ein Senioren-Ehepaar, eine 90-Jährige und deren Pflegerin vor zwei Jahren in Heilbronn-Neckargartach eine Stunde lang erlebt haben: Am frühen Morgen des 23. November 2017, einem Donnerstag, waren die vier Menschen dem wohl schlimmsten Martyrium ihres Lebens ausgesetzt. Gegen 1.30 Uhr stehen plötzlich drei Männer im Schlafzimmer der 66- und 73-jährigen Eheleute. Sie waren offenbar über die Balkontür in die Wohnräume gekommen.

Der 30-jährige Angeklagte steht in Heilbronn erneut vor Gericht.

Die drei Täter überwältigten ihre vier Opfer und fesselten sie. Dann durchsuchten die Verbrecher die Räume in Heilbronn-Neckargartach nach Geld und Wertgegenständen. Besonders brutal: Die Gewalt-Gangster sollen den Ehmann geschlagen und ihn unter Einsatz von Waffen mit dem Tod bedroht haben. Als die Einbrecher in Heilbronn-Neckargatach drohten, der Ehefrau einen Türstopper aus Metall ins Gesicht zu schlagen, soll der Ehemann nachgegeben - und den Verbrechern Zugang zum Tresor der Familie verschafft haben.

Heilbronn-Neckargartach: Täter erbeuten Geld und Schmuck im Wert von 37.000 Euro

Den Tätern gelang es dadurch, Bargeld und Schmuck im Wert von 37.000 Euro an sich zu bringen. Der Ehefrau wurde auch noch der Ehering vom Finger geklaut! Die Geschädigten aus Heilbronn-Neckargartach sollen Verletzungen wie Prellungen, Schwellungen, Hämatome und Schürfungen davongetragen haben und psychisch stark durch die Erlebnisse beeinträchtigt worden sein.

Durch die Ermittlungen der Polizei aus Heilbronn ist es gelungen, einen 29-jährigen Tatverdächtigen auszumachen. Von den beiden anderen Tätern fehlt bis heute jede Spur. Im August des vergangenen Jahres wurde der Georgier vom Heilbronner Landgericht zu 13 Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte zu den Tatvorwürfen geschwiegen. Ein Schuh-Abdruck und DNA-Spuren hatten ihn allerdings überführt.

Fall wird am Landgericht Heilbronn neu verhandelt

Seit diesem Dienstagmorgen wird der brutale Raub in Heilbronn-Neckargartach jedoch erneut vor dem Landgericht in Heilbronn verhandelt. Grund: Der Angeklagte ging in Revision. Daraufhin hat der Bundesgerichtshof das Urteil vom August 2018 aufgehoben. Wie der SWR berichtet, soll es Verfahrensfehler gegeben haben.

Das Landgericht Heilbronn soll nach dem brutalen Raub in Heilbronn-Neckargartach nicht gründlich genug ausgeführt haben, wie die DNA-Spuren untersucht worden sind. Daher sind nun die Schuld- und Rechtsfolgenfrage am Landgericht Heilbronn nun von der 14. Großen Strafkammer zu prüfen. Das Urteil im Sommer 2018 hat die 1. Große Strafkammer gesprochen, wie das Heilbronner Landgericht berichtet.

In insgesamt sieben Verhandlungstagen am Landgericht in Heilbronn sind dabei die Nebenkläger und ihre Vertreterin, 14 Zeugen und eine Sachverständige geladen. Der Vorwurf gegen den mittlerweile 30-Jährigen lautet unter anderem: erpresserischer Menschenraub in Heilbronn-Neckargartach. Das Urteil soll am Dienstag, 4. Februar, fallen.

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