Das hätte ganz schlimm ausgehen können

Brandanschlag auf Heilbronner Schnellimbiss: Wollten die Täter sechs Menschen töten?

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Seit heute müssen sich vier mutmaßliche Täter vor dem Heilbronner Landgericht verantworten.
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Den Tod von sechs Menschen in Kauf genommen, um die Versicherung zu betrügen?

○ Vier Angeklagte müssen sich nach Brandanschlag in der Heilbronner Innenstadt vor dem Landgericht verantworten.
○ Tod von sechs Menschen billigend in Kauf genommen.
○ Mutmaßliches Hauptmotiv: Versicherungsbetrug.

Update 17. Januar: Kaum auszudenken, was da hätte passieren können: Am frühen Morgen des 23. April sollen vier mutmaßliche Täter in einem Hähnchenschnellimbiss in der Sülmerstraße 56 in Heilbronn ein Feuer gelegt haben. Mit Hilfe von 1,25 Liter Benzin. Heftig: Zu diesem Zeitpunkt haben sich offenbar sechs Anwohner in dem Gebäude befunden, die nichts ahnend in ihren Betten geschlafen haben. Die Täter sollen den Tod der sechs Menschen durch Flammen oder Rauchentwicklung einfach in Kauf genommen haben.

Seit heute müssen sich die vier mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht in Heilbronn verantworten. Die Anklage: Gemeinschaftlich begangener Mordversuch in Tateinheit mit Brandstiftungsdelikten sowie ein gemeinschaftlich begangener Betrugsversuch.

Brandanschlag in Heilbronn: Schnellimbiss hat nicht genug Gewinn erzielt

Einem der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Heilbronn vor, das Feuer gelegt zu haben. Geplant haben den Brandanschlag alle vier Angeklagten mutmaßlich gemeinsam. Das Motiv des Brandanschlags in der Heilbronner Innenstadt sei gewesen, unberechtigt die Versicherung des Inventars für den von seiner Frau als Pächterin genutzten und von einem der Angeklagten hinsichtlich der Einrichtung mitfinanzierten Schnellimbiss zu erlangen. Grund: Der Schnellimbiss in der Sülmerstraße in Heilbronn habe nicht die gewünschten Gewinne erzielt.


Zwei der Angeklagten sollen am Abend vor dem Brandanschlag in der Heilbronner Innenstadt vor einem dreiviertel Jahr das Benzin am Abend vor der Tat in Flaschen abgefüllt haben. Ein weiterer der vier mutmaßlichen Täter habe zudem Steine in den Geschäftsräumen des Schnellimbisses verteilt, damit der Brand nachher als Anschlag gilt und so ein Versicherungsfall vorgetäuscht werden könne.

Heilbronn: Feuerwehr war bei Brandanschlag schnell vor Ort

Die ebenfalls Angeklagte Pächterin des Schnellimbisses in der Heilbronner Innenstadt habe den Anschein erweckt, den regulären Tagesbetrieb vorzubereiten, sei aber bei Ausbruch des Feuers auf die Straße gegangen und habe einen Passanten aufgefordert, die Feuerwehr anzurufen. Diese sei 16 Minuten später in der Sülmerstraße in Heilbronn eingetroffen und habe das Feuer gelöscht.

Bei dem Brandanschlag in Heilbronn ist zum Glück niemand verletzt worden - auch, weil ein umsichtiger Bewohner des Hauses seine Nachbarn erfolgreich zur Evakuierung aufgefordert habe, noch bevor die Rettungskräfte eingetroffen seien. Die Angeklagte Pächterin des Schnellimbisses in der Innenstadt von Heilbronn habe rund drei Stunden später das Versicherungsunternehmen fälschlicherweise dahingehend informiert, dass ein Brandanschlag auf den Schnellimbiss in Heilbronn verübt worden sei. Das Ziel: Sie wollte die Versicherung betrügen und einfach die Versicherungssumme einsteichen! 

Das Urteil zum Brandanschlag in der Heilbronner Innenstadt soll gegen die vier Angeklagten am Mittwoch, 18. März, am Landgericht in Heilbronn fallen. Insgesamt sind zum Prozess am Heilbronner Landgericht, wo bald auch der zweite Prozess gegen den verurteilten Kinderschänder Kevin F. aus Heilbronn beginnt, 33 Zeugen geladen. Es sind 15 Prozesstage angesetzt.

Gerade vor Kurzem fällte das Heilbronner Landgericht auch ein Aufsehen erregendes zum so genannten "Hexenkessel-Prozess" rund um die Ereignisse auf dem Nachtumzug in Eppingen im Februar 2018.

Heilbronn: Brandstiftung? Polizei ermittelt nach Alarm in Imbiss

Erstmeldung 23. April: Heute Mittag kam es in einem Hähnchenschnellimbiss in der Sülmerstraße 56 in Heilbronn zu einer starken Rauchentwicklung. Nach Angaben der Polizei Heilbronn kam der Rauch aus einem Sicherungskasten. Derzeit kann eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden. Der Kriminaldauerdienst der Polizei ermittelt vor Ort.

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