Brandschutz an den Feiertagen

Unterschätztes Risiko an Weihnachten: Heilbronner Experte warnt vor plötzlicher Brandgefahr

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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Kerzen gehören zur Advents- und Weihnachtszeit einfach dazu, können aber auch schnell sehr gefährlich werden. Jürgen Vogt von der Feuerwehr Heilbronn gibt Tipps zum richtigen Umgang.

Die Kerzen am Adventskranz, das selbst gebastelte Windlicht oder auch die Räucherkerze in der Holzfigur – Glut und offenes Feuer gehören zu Weihnachten einfach dazu. „Umso wichtiger ist der richtige Umgang“, erklärt Jürgen Vogt von der Feuerwehr Heilbronn im Gespräch mit echo24.de. Immer wieder müssen er und seine Kollegen an Weihnachten Brände löschen, die durch falschen oder leichtsinnigen Umgang mit leicht entzündlicher Weihnachtsdekoration verursacht werden.

Brände in der Weihnachtszeit: So schnell kann es gehen

Der Klassiker seien Weihnachtsbäume und Adventskränze, die Feuer fangen. „Grundsätzlich empfehle ich keine echten Kerzen am Weihnachtsbaum.“ Lichterketten oder LED-Beleuchtung seien eine sichere und gute Alternative. Wer nicht auf echte Kerzen am Weihnachtsbaum verzichten will, sollte laut Vogt einen Eimer mit Wasser am Baum stehen haben. „Trockene Nadeln und Holz brennen innerhalb kürzester Zeit lichterloh.“ Oft lassen sich solche Brände nicht mehr kontrollieren.

Wichtig zu wissen: Geschlagen werden Weihnachtsbäume bereits Ende November. Über zwei bis drei Wochen lang erhalten die Nadeln dann keine Feuchtigkeit mehr. Folglich dörren Nadeln und Äste aus und werden zunehmend brennbarer. Brennt der Tannenbaum erst einmal, ist es oft schon zu spät. Der freigesetzte Harzdampf verbrennt schlagartig und löst eine Kettenreaktion aus. Die Flammen springen von Nadel zu Nadel und der ganze Baum brennt innerhalb kürzester Zeit lichterloh.

Brände in der Weihnachtszeit: Was tun, wenn‘s doch brennt?

Vogt warnt: „Wenn der brennende Baum schließlich umkippt, setzt sich die Brandverbreitung im Gebäude fort.“ Erschwerend komme hinzu, dass Weihnachtsbäume und Adventskränze oft noch ätherische Öle enthalten. „Die beschleunigen einen Brand noch zusätzlich.“ Umso wichtiger sei es, die allgemeinen Sicherheitsregeln zur Brandverhütung einzuhalten. „Das kann im Einzelfall Leben retten.“ Und was tun, wenn es doch brennt? „Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und schnell zu reagieren.“

Die Feuerwehr unter der Rufnummer 112 zu verständigen, sei der erste Schritt. „Ganz wichtig: Verständigen Sie die Feuerwehr auch dann, wenn der Brand gelöscht zu sein scheint. Lieber rücken wir zur Kontrolle eines gelöschten Brands aus, als später einen Wohnungsbrand bekämpfen zu müssen.“ Auch wichtig: Löschversuche nur starten, wenn es gefahrlos möglich ist. Vogt warnt zudem davor, ausgedienten Weihnachtsschmuck einfach in die Mülltonne zu werfen.

Brände in der Weihnachtszeit: Tipps von der Feuerwehr zum Brandschutz

Der Grund: Abgebrannte Kerzen – auch Räucherkerzen – können nachglimmen und die Mülltonne in Brand setzen. „Gleiches gilt übrigens auch für Reste von benutzen Feuerwerkskörpern. Beides kann schnell zu Bränden in der Mülltonne führen, die oft nicht gleich entdeckt werden.“ Der Experte empfiehlt: „Lassen Sie die Reste auf sicherem Untergrund abkühlen.“ Laut Vogt eignen sich dafür nasse oder feuerfeste Untergründe, wie beispielsweise eine Steinplatte.

„Wer diese einfachen Tipps beherzigt, kann die Idylle in der Weihnachtszeit gefahrlos genießen.“ Einen ganz speziellen Tipp hat Vogt übrigens noch für all diejenigen, die noch das passende Weihnachtsgeschenk suchen. „Eine Löschdecke oder ein Feuerlöscher sind eine sehr gute Investition.“ In der Weihnachtszeit bietet es sich zudem an, die Funktion der Rauchmelder zu überprüfen. „Auch diese wichtige Maßnahme kann im Ernstfall Leben retten.“

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