Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg?

Entwarnung für tausende Anwohner: Doch kein Bombenfund in Heilbronn-Böckingen

Ein Schild mit dem Warnhinweis „Achtung Kampfmittelräumung Lebensgefahr Betreten verboten“
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In Böckingen wurde ein Blindgänger vermutet. Jetzt gibt es jedoch Entwarnung (Symbolbild).
  • Melissa Sperber
    vonMelissa Sperber
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  • Simon Mones
    Simon Mones
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Auf einer Baustelle in Heilbronn-Böckingen wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg?Jetzt kann Entwarnung gegeben werden.

Update vom 12. März: Am Mittwoch hatte die Stadt Heilbronn den Fund eines verdächtigen Gegenstandes auf einer Baustelle auf der Schanz im Stadtteil Böckingen gemeldet (wir berichteten). Die Befürchtung: Eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Rund 3.500 Anwohner hätten in diesem Fall evakuiert werden müssen. Die heutige Untersuchung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes lässt jedoch aufatmen: Es handelt sich nicht um eine Bombe!

Wie die Stadt Heilbronn in einer Pressemitteilung erklärt, handelt es sich bei der vermutlichen Bombe auf der Schanz in Böckingen in Wirklichkeit um einen alten Blitzableiter unter dem Fundament des bestehenden Gebäudes. Aber: „Auch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wäre aber möglich gewesen. Deshalb hatten sich die Einsatzkräfte auf alle Szenarien bis zu einer weiträumigen Räumung des Gebiets sorgfältig vorbereitet.“

Heilbronn: Möglicher Blindgänger in Böckingen - Kampfmittelbeseitigungsdienst rückt an

Erstmeldung vom 11. März: Der 4. Dezember 1944 hat bis heute eine besondere Bedeutung für Heilbronn, denn an diesem Tag wurde die Stadt Opfer eines Bombenangriffs der Briten. An diesem schicksalhaften Montag wurde die Stadt Heilbronn fast vollständig zerstört. Bis heute ist dieses Datum tief im kollektiven Bewusstsein der Heilbronner verankert.

Die Folgen der Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges sind - wie in vielen anderen Städten - auch heute noch spürbar, denn zahlreiche abgeworfene Bomben sind nicht wie vorgesehen detoniert. Daher kommt es immer wieder vor, dass auf Baustellen mögliche Blindgänger gefunden werden. Auch Teile des BUGA-Geländes in Heilbronn wurden im Vorfeld auf Blindgänger überprüft.

Wie die Stadt Heilbronn am Mittwoch, 10. März, mitteilte, wurde auf einer Baustelle auf der Schanz in Böckingen ein verdächtiger Gegenstand gefunden. Dabei könnte es „sich um einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg handeln“, allerdings sei es auch möglich, dass es sich lediglich um harmloses Altmetall handelt.

Am Freitagmorgen, 12. März, soll nun der Kampfmittelbeseitigungsdienst untersuchen, worum es sich bei dem gefundenen Gegenstand handelt. Wie die Stadt Heilbronn mitteilte, wurden die umliegenden Schulen bereits vorsorglich darum gebeten, am Freitag keinen Präsenzunterricht abzuhalten. Auch die Kitas auf der Schanz wurden bereits über eine mögliche Räumung informiert.

Heilbronn: Blindgänger in Böckingen? Hier müsste evakuiert werden

Welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, entscheidet sich jedoch erst nach der Untersuchung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst. „Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht“, betont die Stadt Heilbronn. Für den Fall, dass es sich um einen Blindgänger mit Säurezünder handeln sollte, müsste das Gebiet in einem Umkreis von 400 Metern geräumt und für den Verkehr gesperrt werden.

Dieser Bereich könnte evakuiert werden.

In diesem Fall würde die Heilbronner Bevölkerung sofort über Durchsagen, Radio und Internet informiert. Zudem werden Notunterkünfte in Turnhallen für die rund 3.500 betroffenen Anwohner vorbereitet. Falls es sich um einen Blindgänger mit normalem Zünder handeln sollte, wird die Entschärfung zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen.

Heilbronn: Blindgänger in Böckingen? Tierrettung Unterland bietet Hilfe an

Über den genauen Zeitpunkt wird die Bevölkerung vorab informiert. In beiden Fällen würde auch der Ablaufplan „Bombenfund“ der Tierrettung Unterland aktiviert. Anwohner mit Haustieren hätten dann die Möglichkeit, ihre Tiere kurzfristig und kostenfrei unterzubringen. „Für Tierhalter ohne eigenes Fahrzeug wird ggf. ein Transportdienst der Tiere von bzw. zur Betreuungsstelle in den Räumlichkeiten des Tierschutzverein Heilbronn und Umgebung e.V. eingerichtet“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

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