Nicht nur an Halloween gruselig: Sühnekreuze und Mordsteine

Blut, Schreie, Mord: Zeugen des Grauens in Heilbronn meist unerhört

+
Ein Totenschädel auf einem alten Grabstein: nicht nur an Halloween sorgt solch ein Anblick für Gänsehaut.
  • schließen

So gut wie niemand beachtet sie. Dabei berichten Zeugen öffentlich von bestialischen Morden in Heilbronn und Umgebung. Das vielfache Grauen ist sogar genau dokumentiert.

+++Update 31. Oktober +++

Bei einer äußerst blutigen Massenschlägerei unter 47 Männern hat es in Heilbronn Mord und Totschlag gegeben – nur fünf Männer überlebten! Die Tat liegt zwar Jahrhunderte zurück, und zum Glück sind die Zeiten inzwischen andere. Aber besonders an Halloween hat dieser grauenhafte Mord an 42 Männern noch heute das Zeug, für Gänsehaut zu sorgen. 

Der Blutrausch wirkt noch immer nach: Der Ort in Heilbronn, an dem die Männer aufeinander losgingen, heißt Kreuzenstraße. Denn dort standen lange Zeit steinerne Kreuze, die an das brutale Morden erinnern sollten. Das jedenfalls bezeugt eine historische Schrift aus dem 18. Jahrhundert, in der wiederum von einer alten Überlieferung berichtet wird.

Mord in Heilbronn: Schlägerei endete mit 42 Toten

42 Tote! Das ist die Bilanz einer bestialischen Schlägerei, die sich in Heilbronn zugetragen hat. Von den Sühnekreuzen, die an diese historische Bluttat erinnerten, kündet noch heute der Straßenname.

Demnach muss es einst zwischen Handwerksburschen und Weingärtnern unfassbar bestialisch zur Sache gegangen sein. Von 47 Männern überlebten am Ende neun den Blutrausch - zunächst. Vier von ihnen waren so schwer verwundet, dass sie in den nächsten Tagen starben

Was der Grund für das Gemetzel war, ist nicht bekannt. Nur eine große Anzahl von Steinkreuzen erinnerte lange Zeit an die Morde. Bis auch die Kreuze selbst irgendwann verschwanden - und nur noch der Straßenname übrig blieb.

+++Ursprungsartikel 29. Oktober +++

Vampire mit bluttriefenden Mundwinkeln, Horror-Clowns, Monstermenschen mit Schrauben quer durch den Schädel – solche Bilder werden an Halloween heraufbeschworen. Das Vergnügen am Gruseln ist allgegenwärtig, auch wenn es manchmal ziemlich niedlich daherkommt. Wer rückt bei dem gepiepsten „Süßes oder Saures“ einer verkleideten Dreijährigen nicht gern Schoko & Co. raus? Manchmal werden bei Streichen auch die Grenzen des Akzeptablen überschritten.

Blutige Morde: oft jahrelang ein Thema

Doch handelt es sich bei Streit, Grauen und Bluttaten um wirkliche Fakten, ist es mit dem Spaß vorbei. Morde geschehen überall, viel zu oft. Manche von ihnen sind so schrecklich, dass sie die Menschen über Jahre und Jahrzehnte hinweg beschäftigen. Das gilt für den Polizistenmord in Heilbronn genauso wie beim Bäcker-Mord von Siegelsbach.

Heutzutage gehen solche Nachrichten blitzschnell um die Welt. Aber wie war das früher, vor hunderten von Jahren? Denn auch damals geschahen bestialische Morde – und von denen berichten noch heute stumme Zeugen in aller Öffentlichkeit: Sühnekreuze und Mordsteine, oft unbeachtet am Wegesrand. Davon gibt es mehr, als einem lieb sein kann: allein im Stadt- und Landkreis Heilbronn und in Hohenlohe mehr als 150 bekannte oder zumindest dokumentierte Standorte. 

Mord und Totschlag: unheimliche Orte

So erinnern grob behauene Steinkreuze in Heilbronn in der Nähe des Krankenhauses am Gesundbrunnen an das grausige Leiden beispielsweise von Leprakranken. Ein dazu passender Heilbronner Flurname ist übrigens auch recht schaurig: Im G‘schrei. Gruselige Orte wie diesen gibt es viele in der Region. Historiker vermuten, der Name des Gewanns Im G'schrei lässt sich auf die Leidensschreie der Dahinsiechenden zurückführen – oder auf einen Richtplatz, an dem einst Menschen hingerichtet wurden. 

Sühnekreuze wie dieses im Schlosspark des Bad Rappenauer Teilorts Bonfeld erinnern an oft schreckliche Taten.

Moosbewachsene Sühnekreuze und Mordsteine finden sich überall im Landkreis Heilbronn und im Hohenlohekreis – und in ganz Deutschland. Mord und Totschlag waren im finsteren Mittelalter wohl an der Tagesordnung. Keinen anderen Eindruck erweckt das Sühnekreuz, das in einer Gartenmauer neben der alten Kirchenstaffel in Mulfingen eingefügt wurde. Es soll an einen abgewiesenen Freier erinnern, der hier einst Braut und Brauteltern ermordete. 

Streit, Raub, Mord: das Grauen ist allgegenwärtig

Nicht nur der Liebe, sondern freilich auch des Geldes wegen wurde seit jeher gemordet und gemeuchelt. Mal schlugen sich Schäfer die Schädel ein, deren Schafherden sich unentwirrbar vermengt hatten, mal wurden wandernde Handelsleute von habgierigen Räubern überfallen und getötet. Und es gab allerhand Kriegsgräuel. Etwa in Weinsberg, wo steinerne Kreuze am Lindenplatz an einen Spießrutenlauf erinnern – das grausige Ende des Grafen Ludwig von Helfenstein und seiner Begleiter im Deutschen Bauernkrieg. 

Auch interessant:

Noch mehr Gänsehaut:  Gruselig: Dieser Ort ist bei Vollmond tabu

Tipps für den 31. Oktober:Noch nichts vor an Halloween? Hier könnt ihr am besten abfeiern!

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare