Was Autofahrer wissen müssen

Hier stehen in Heilbronn neue Blitzer – wo es für Raser jetzt richtig teuer wird

Auch in Heilbronn kommt ein Blitzer-Anhänger zum Einsatz.
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Heilbronn bekommt einen neuen mobilen Blitzer. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Aufgrund von Messabweichungen wurden die zwei mobilen Blitzer in Heilbronn aus dem Verkehr gezogen. Die Stadt hat bereits einen neuen bestellt – und das wird richtig teuer.

Mobile Blitzer sind bei vielen Autofahrern eher weniger beliebt, im Internet gehen die Meinungen dazu weit auseinander. Zuletzt hat es in Heilbronn sogar einen Anschlag auf einen Blitzer-Anhänger gegeben. Nun die überraschende Nachricht: Die mobilen Blitzer in Heilbronn werden abgeschafft – doch Autofahrer sollten sich nicht zu früh freuen. Denn die Abschaffung ist nicht auf Dauer und ein Ersatz steht bereits zur Verfügung.

Die mobilen Blitzer in Heilbronn vom Typ „Leivtec XV 3“ wurden bereits Mitte März aus dem Verkehr gezogen, weil sie nicht messgenau sind – das hat eine Gruppe von Sachverständiger in einem üppigen Versuch Anfang des Jahres bewiesen. „Es ist einer Gruppe von Sachverständigen gelungen, mit speziell präparierten Fahrzeugen, die so im Straßenverkehr nicht fahren, in ganz bestimmten Konstellationen in wenigen Einzelfällen Messabweichungen zu produzieren. Die Fahrzeuge waren besonders präpariert, um gezielt die eingesetzte Messtechnik zu irritieren“, erklärt die Stadt auf echo24.de*-Anfrage.

Messabweichungen bei den mobilen Blitzern: Wurden Autofahrer zu Unrecht geblitzt?

„Mit dieser Methode haben diese Sachverständigen aber die unwiderlegliche Vermutung erschüttert, dass die Messgeräte zu 100 Prozent korrekt messen.“ Bedeutet das nun, dass Autofahrer in der Stadt Heilbronn möglicherweise zu Unrecht geblitzt wurden? „Im normalen Einsatz der Geräte, ohne die von den Gutachtern produzierten Besonderheiten, ist das Ordnungsamt überzeugt, dass alle Messungen korrekt waren und niemand zu Unrecht geblitzt worden ist.“

„Wir sind zunächst davon ausgegangen, dass nach einer Überprüfung durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) der Fehler behoben oder die Bedienungsanleitung angepasst werden würde und die Geräte bald wieder eingesetzt werden könnten. Diese Erwartung hat sich leider nicht erfüllt“, heißt es in einem Bericht des Verwaltungsausschusses. Das Landesverkehrsministerium hat die Empfehlung ausgesprochen, „das genannte Messgerät nicht mehr einzusetzen.“

Die Stadt Heilbronn soll deshalb schon bald einen neuen mobilen Blitzer erhalten. Nachdem der Verwaltungsausschuss die Mittel bereitgestellt hat, wurde das neue Gerät bereits bestellt. Wann genau der neue Blitzer in Heilbronn eingesetzt wird, kann die Stadt noch nicht sagen. „Das Ordnungsamt rechnet damit, es ab dem neuen Jahr einsetzen zu können. Solange bleibt ein Leihgerät im Einsatz“, heißt es.

Neue mobile Blitzer in Heilbronn – das wird teuer

Für den neuen mobilen Blitzer muss die Stadt Heilbronn ordentlich in die Tasche greifen: Die Kosten für ein Gerät belaufen sich auf rund 133.073 Euro. Die bestellte mobile Geschwindigkeitsmessanlage ist von der Firma ESO, Typ ES 8.0 mit einem Einseitensensor. Der geliehen Blitzer kostet die Stadt noch dazu 12.852 Euro je drei Monate.

Doch die Einnahmeverluste für die Stadt durch den Verzicht auf mobile Messungen ist langfristig gesehen durchaus größer als die Kosten für den neuen mobilen Blitzer sind. „Die durchschnittlichen Einnahmen je Geschwindigkeitsverstoß liegen bei ca. 25 Euro pro Fall. Im ersten Halbjahr 2021 wurden lediglich 6.971 Verstöße bei mobilen Messungen festgestellt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 32.491 Verstöße“, erklärt die Stadt Heilbronn.

„Ein Totalausfall der mobilen Geschwindigkeitskontrollen führt bei ca. 36.000 Fällen/Jahr zu ca. 900.000 Euro Einnahmeausfällen pro Jahr. Dies entspricht durchschnittlich ca. 75.000 Euro/Monat“, heißt es in dem Verwaltungsausschussbericht. Weitere fest installierte Blitzer sind laut der Stadt Heilbronn aktuell übrigens nicht geplant.

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