Es nimmt kein Ende

Frau (83) verliert über 140.000 Euro: Betrüger mit neuer Raub-Masche

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Mit viel Geschick brachten falsche Polizeibeamte eine 83-jährige Heilbronnerin um Goldbarren im Wert von über 140.000 Euro.
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Die Betrugsmaschen werden immer ausgeklügelter. Aktuell sorgt der Fall einer 83-jährigen Heilbronnerin für Aufsehen. Ein Anrufer forderte sie auf, Goldbarren zu kaufen.

Dreiste Betrüger sind in Heilbronn unterwegs.
○ Eine 83-Jährige wird zum Opfer.
○ Sie verliert über 140.000 Euro.

Betrugsmaschen gibt es viele. Eine der wohl beliebtesten ist der Enkeltrick, mit dem angebliche Enkel bei Senioren große Summen an Geld ergaunern. Doch längst sind auch andere Maschen auf dem Markt angekommen: so zum Beispiel die Masche von einem angeblichen Raub.

Heilbronn: Dreiste Masche von falschen Polizeibeamten

Update vom 21. Januar 2020: Es nimmt kein Ende. Immer noch treiben falsche Polizeibeamte in der Region Heilbronn ihr Unwesen. Erwischt hat es bereits am 9. Januar eine 83-jährige Heilbronnerin. An jenem Tag wurde die ältere Dame zum ersten Mal von einem angeblichen Polizeibeamten angerufen. Dieser erzählte ihr von einem Raub. Bei einem der festgenommenen Täter sei ein Zettel mit den Personalien der Frau gefunden worden. Nachdem der angebliche Polizeibeamte bei der Seniorin Gehör fand, fragte er sie nach ihrem Vermögen und ihren Bankdaten aus.

Fiese Betrüger: Heilbronner Seniorin um Vermögen gebracht

Außerdem warnte der Betrüger die 83-Jährige vor einem osteuropäischen Mitarbeiter ihrer Bank, der Geld von Kunden ins Ausland verschieben würde. Aus diesem Grund solle die Frau dringend Geld abheben und von diesem Goldbarren kaufen. Gesagt, getan: Die 83-Jährige orderte daraufhin Goldbarren im Wert von mehr als 140.000 Euro. Eine Woche später konnte sie die Goldbarren abholen. Für die Abholung organisierte der falsche Polizeibeamte ein Taxi. So wurden die Goldbarren in der Ringstraße in Heilbronn-Biberach an einen etwa 30-jährigen Mann übergeben.

Betrug in Heilbronn: falsche Polizeibeamte gesucht

Vergangenen Montag sah die Geschädigte im TV eine Sendung, in der über die Betrugsmaschen von falschen Polizisten berichtet wurde. Dann alarmierte sie die richtige Polizei, die weitere Schritte einleitete. Beschrieben wird der Abholer wie folgt: dunkles, volles, kurzes Haar, ca. 1,85 m groß, kräftige Figur mit Bauchansatz. Bei der Übergabe der Goldbarren trug er eine graue Stoffhose und eine dunkelgraue Jacke. Er wirkte gepflegt und sprach nichts. Der Anrufer sprach hochdeutsch. Wer hat die Goldbarrenübergabe am Donnerstag letzter Woche gesehen und kann Angaben über den Betrüger oder über ein Fahrzeug machen? Hinweise erbittet die Kriminalpolizei Heilbronn: Telefon 07131 / 104-4444.

Enkeltrickbetrüger ruft 89-Jährige in Neuenstein an

Update vom 5. Dezember: Am Mittwoch versuchten Enkeltrickbetrüger ihr Glück im Hohenlohekreis. Mehrere Senioren sollten an diesem Tag über den Tisch gezogen werden. Eine 89-jährige Neuensteinerin meldete sich bei der Polizei. Sie berichtete von einem angeblichen Enkel, der 30.000 Euro von ihr wolle. Sie handelte genau richtig und fiel nicht auf den Betrüger herein.

Enkeltrickbetrüger im Hohenlohekreis: Betroffene alarmierten die Polizei

Ebenso wurde eine 65-Jährige von einer unbekannten Frau angerufen. Sie gab sich ebenfalls als Enkelin aus und forderte Geld für einen Wohnungskauf. Ähnliche Szenarien spielten sich bei einer 64-jährigen Öhringerin ab. Auch bei ihr schrillten die Alarmglocken, weshalb sie das Polizeirevier in Öhringen verständigte. Die Polizei ruft alle Betroffenen, die solche Anrufe bekommen, dazu auf, sich über den Notruf 110 an die Polizei zu wenden.

Hohenlohe: Betrüger gibt sich als Hauptkommissar aus

Ursprungsmeldung vom 13. September: Mit den Worten "Hauptkommissar Neumann vom Mobilen Einsatzkommando Heilbronn" meldete sich ein Betrüger am Telefon am Mittwochmittag bei einem älteren Herrn aus dem Kochertal. Der Mann am Apparat meinte, er müsste einen unberechtigten Zugriff auf das Online-Konto des Seniors melden. Es wäre absolute Geheimhaltung angebracht, da es einen "Maulwurf" bei seiner Hausbank gäbe. Der angebliche Kommissar bräuchte deshalb Zugang zum Computer des Mannes. 

Kochertal: Mann gibt Betrügern Zugriff auf PC und überweist Geld mit Online-Bankkonto

Daraufhin gestattete der 76-Jährige dem falschen Polizeibeamten über ein "Fernwartungs-Tool" Zugriff auf seinen PC. Der Betrüger konnte damit auf die Konten und Buchungen sowie den E-Mail-Account des Mannes einsehen und gab an, dass eine Geldüberweisung in die Türkei aus ermittlungstechnischen Gründen notwendig sei. Der Senior vertraute dem Anrufer und überwies online einen vierstelligen Euro-Betrag auf ein türkisches Konto. Er wurde leicht skeptisch und fragte sein Gegenüber, wie er denn sicher sein kann, dass er  es wirklich mit der Polizei zu tun hatte. 

Trotz Zweifel auf Telefonbetrüger hereingefallen

Der Betrüger gab ihm eine Telefonnummer, die der Senior wählen sollte. Dort meldete sich eine "Kollegin" des angeblichen Kommissar Neumann und bestätigte die Zugehörigkeit zur Polizei. Dies gab dem Rentner offenbargenug Vertrauen, sodass erauch am nächsten Tag auf die Forderungen des Kriminellen einging und erneut einen vierstelligen Betrag überwies. Schließlich druckte der Anrufer mittels Fernzugriff auf dem Drucker des Geschädigten eine Bankverbindung aus, um per Auslandsüberweisung auch von einem weiteren Kreditinstitut, wo kein Online-Zugang bestand, Überweisungen ins Ausland zu tätigen.

Kochertal: Mann überweist Betrügern Geld auf Konto in der Türkei

Immer wieder wies der Betrüger auf die strenge Geheimhaltung hin, sodass sich der 76-Jährige zu seiner Bank begab und dort die Auslandsüberweisungsträger verlangte. Wieder rief der falsche Polizeibeamte an und forderte den Mann auf einen großen Geldbetrag zu überweisen. Schließlich wurde die Familie auf das seltsame Verhalten aufmerksam und verhinderte den letzten Geldtransfer. Der Online-Zugang zum anderen Konto wurde sofort gesperrt.

Telefonbetrug: Täter ergaunert hohe Geldsumme

Dennoch konnte der Täter mit seiner perfiden Masche eine hohe Geldsumme erbeuten. Die Polizei rät dringend, auf solche Anrufe nicht zu reagieren und auf keinen Fall einem Zugriff auf den eigenen Computer zuzustimmen. Auch auf vermeintliche "Gerichtsvollzieher" am Telefon sollen Angerufene immer mit Argwohn und Vorsicht reagieren. Weder die Polizei noch irgendwelche IT-Unternehmen werden auf diese Art bei den PC-Nutzern auftreten und auch keine Fernzugriffe durchführen. Auch Rückrufe bei durch die Anrufer angegebenen Telefonnummern führen in die Irre. Hat man sich auf eine entsprechende Forderung eingelassen heißt es, schnell zu reagieren. Dabei reicht es nicht, den heimischen PC vom Netz zu nehmen. Auch Kreditkarten- und Bankkonten sollten sofort gesperrt werden. Betroffene sollten solche Betrugsversuche außerdem umgehend bei der Polizei anzeigen.

Ein Senior aus der Region hatte Glück, denn beinahe wäre er ebenfalls auf einen fiesen Betrug reingefallen.

Die Polizei warnt immer wieder vor den neuen Maschen der Betrüger.

Ein älteres Ehepaar fiel auf einen Enkeltrick-Betrug rein und überwies einen hohen Geldbetrag.

In Bad Rappenau wurde ein Mann betrogen. Er übergab den Tätern Amazon Gutscheine

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