Für mehr Sicherheit beim Feiern 

"Ist Luisa hier?": Dieses Projekt soll das Feiern für Frauen sicherer machen

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Johanna-Sophie Lütje ist Thekenmitarbeiterin im Mobilat. 
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Das deutschlandweite Projekt "Luisa ist hier!" ist jetzt auch in Heilbronn vertreten. Dieses Projekt soll Frauen in Clubs mehr Sicherheit geben. 

  • Viele Frauen werden beim Feiern in Nachtclubs und Bars bedrängt und belästigt. 
  • Oft sind diese Frauen mit ihrem Problem alleine und wissen sich nicht zu helfen. 
  • Das Projekt "Ist Luisa hier?" soll nun Abhilfe schaffen.

Das Nachtleben gehört für viele fest dazu: Freunde treffen, feiern, vom Alltag abschalten. Doch obwohl es ein wichtiger Bestand der heutigen Kultur ist, ist es alles andere als sicher. Vor allem für Frauen! Denn beim Feiern geht es ganz schnell: Gerade tanzt der Typ noch ganz harmlos neben einem und im nächsten Moment liegt seine Hand auf dem Po. Und dann ist der Kerl zu groß und zu unheimlich, um ihn in die Schranken zu weisen und auch die Freundinnen sind gerade nicht in Sichtweite. Was soll Frau dann tun? 

Heilbronn: "Luisa ist hier!" - und soll Frauen aus der Notsituation helfen 

Mit einer einfachen Frage "Ist Luisa hier?" soll die betroffene Frau nun sofort Hilfe erhalten. ABER: Luisa ist keine reale Person, sondern ein Codewort. Mit dieser Frage "Ist Luisa hier?" können vor allem weibliche Gäste sich diskret an das Thekenpersonal der teilnehmenden Lokale wenden. Die Frage dient als kurzer Hinweis, um bei Belästigung, Bedrohung oder Angst vor Übergriffen ohne weitere Erklärung und unnötigen Fragen Hilfe zu erhalten. Aber wo kommt das Projekt "Luisa" überhaupt her?

Die Kampagne wurde im Jahr 2016 vom Frauen-Notruf in Münster gestartet, das Projekt gibt es mittlerweile in vielen Städten - und jetzt auch in Heilbronn! Michael Brähne, Inhaber des Nachtclubs Mobilat, lernte das Projekt in Heidelberg kennen und brachte es mit nach Heilbronn. Ab da ging alles ganz schnell. Er holte andere Clubs mit an Bord. So sind neben dem Mobilat auch das Green Door, die Gartenlaube, das Winterdorf, Club Kaiser, Plan B und weitere Nachtgastronomie mit dabei. Man erkennt die teilnehmenden Clubs an "Luisa ist hier!"-Plakaten und Aufklebern. 

Plakate und Flyer vom Projekt "Luisa".

Heilbronn: Pro Familia unterstützt das "Ist Luisa hier?"-Projekt

Eine der Voraussetzungen, um an diesem Projekt teilzunehmen, ist die Zusammenarbeit mit einer Frauen-Notruf-Organisation. An dieser Stelle kam Pro Familia Heilbronn ins Spiel. "Wir fanden die Idee sehr gut", sagt Sabine Hönnige, Geschäftsführung der Pro Familia Heilbronn. Denn bei diesem Projekt geht es um die Frau und nicht um den Mann als Täter. 

"Die Frau steht im Vordergrund", erklärt Regina Seidel-Schmidt, Familientherapeutin der Pro Familia Heilbronn. Es geht darum die Frau aus der Notsituation herauszuholen und ihr die nötige Hilfe anzubieten. "Da musste sicherlich ein kleines Umdenken stattfinden, denn bis jetzt kümmerten sich die Clubs überwiegend um den Rausschmiss der Täter", erklärt Seidel-Schmidt. 

Heilbronner Nachtclubs: Projekt "Ist Luisa hier?" - so einfach kann geholfen werden

Die Durchführung von "Ist Luisa hier?" ist ganz einfach. Wird eine Frau belästigt oder fühlt sie sich unwohl, kann sie sich mit der Frage "Ist Luisa hier?" an das Clubpersonal wenden. Dann wird sie sofort aus der Situation rausgeholt und in einen sicheren Raum gebracht. Dort kann die Frau gemeinsam mit dem geschulten Clubpersonal über weitere Schritte entscheiden. Möchte die Frau die Disco verlassen, so kann der Clubmitarbeiter zum Beispiel die Freundinnen informieren und gegebenenfalls ein Taxi rufen.

Sexuelle Belästigung finden nicht nur in Clubs statt: Auch Heilbronn und Region betroffen

Drei junge Frauen wurden in einem Lebensmittelmarkt in der Heilbronner Innenstadt unsittlich berührt. Doch nicht nur junge Frauen erleben sexuelle Belästigung - ein Mann bedrängt eine 60-Jähringe. Mitten in Heilbronn drückte ein Mann eine Frau zu Boden und begrapscht sie - danach sucht es sich gleich ein zweites Opfer. 

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