Corona-Inzidenz in Heilbronn fast bei 300

Coronavirus in Heilbronn: „Lage ist sehr ernst“ – Werte der Stadt viel zu hoch

Heilbronner Marktplatz mit Rathaus
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Seit Dienstag, 6. April, gilt in Heilbronn wieder eine nächtliche Ausgangssperre.
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Die Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn ist viel zu hoch – die Notbremse wurde bereits gezogen, die nächtliche Ausgangssperre ist zurück. Die Lage ist ernst.

Update, 19. April: Es nimmt kein Ende: Die Inzidenz in Heilbronn ist viel zu hoch und noch vor dem Rest des Landes wurde hier die Notbremse gezogen. Höchste Alarmstufe herrschte, als die Käthchenstadt den Inzidenzwert von 300 (!) überschritt. Dieser ist leicht zurückgegangen. Im Stadtkreis Heilbronn sind zurzeit 7.115 Infektionen mit Sars-CoV-2 bestätigt. Die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 286,7. Im Landkreis Heilbronn sieht es nicht viel besser aus: Dort sind es aktuell 13.128 Fälle (7-Tage-Inzidenz 274,1).

Ein ausgesprochen schwacher Trost: Heilbronn ist nicht mehr trauriger Spitzenreiter im Land mit der höchsten Inzidenz. Aber auch nur ein Landkreis kämpft aktuell mit einem noch höheren Wert: Schwäbisch Hall weist eine Inzidenz von 279,5 vor.

Das Land hat eine neue Corona-Verordnung veröffentlicht. Sie greift in Baden-Württemberg ab heute. Damit erübrigt sich auch die Frage „Stadtkreis? Landkreis? Gibt es bei mir eine Ausgangssperre oder nicht?“ - denn ab heute ist in ganz BaWü um 21 Uhr Zapfenstreich.

Coronavirus in Heilbronn: Stadt knackt die 300er-Marke

Update, 13. April: Die heute gemeldete Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn bestätigt noch einmal den ernst der Lage: Die 7-Tage-Inzidenz im SK Heilbronn ist weiter gestiegen und hat nun sogar die 300er-Marke geknackt – mit 304,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Stand: 13. April). Gestern betrug die Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn noch 286,7.

Heilbronn mit höchster Inzidenz: „Lage ist sehr ernst“ - OB spricht Klartext

Update, 12. April: Die steigenden Inzidenzen im Stadtkreis und auch im Landkreis Heilbronn sind besorgniserregend. „Die rasant steigende Zahl der Fälle zeigt, dass wir uns auch in Heilbronn in einer Phase des exponentiellen Wachstums befinden“, sagt Oberbürgermeister Harry Mergel laut einer Pressemitteilung der Stadt Heilbronn am Montag (12. April). Die 7-Tage-Inzidenz liegt im Stadtkreis inzwischen bei 286,7 (Stand: 12. April).

Den starken Anstieg sieht Mergel als Folge der Lockerungen Anfang März, als die 7-Tage-Inzidenz im Stadtkreis Heilbronn über eine Woche hinweg unter 35 lag, zuletzt am Dienstag, 9. März. Seitdem steigt die Inzidenz kontinuierlich. „Diese Entwicklung kann niemanden wirklich überraschen“, sagt Mergel. Vor Lockerungen sei bereits gewarnt worden, weil sich die hoch ansteckende englische Variante beständig weiterverbreitete. „Die Lage ist sehr ernst. Das belegt auch die Situation in den SLK-Kliniken. Dort steigt die Zahl behandlungsbedürftiger Covid-19-Patienten, vor allem auch auf der Intensivstation.“

Notbremse Heilbronn: „Die Lage ist sehr ernst“ – junge Infizierte dominieren

„Die absolut dominierende Rolle bei den Infektionsketten spielen private Kontakte“, sagt Dr. Peter Liebert, Leiter des Städtischen Gesundheitsamts. Überwiegend erkranken derzeit junge Menschen, vor allem in der Altersgruppe 21 bis 40 Jahre. Sie machen mit 41 Prozent den größten Anteil aus. Etwa 17 Prozent der Infizierten sind zwischen null und 20 Jahre alt, 31 Prozent zwischen 41 und 60.

„In dieser Altersverteilung spiegelt sich wieder, dass wir regelmäßig auch die Kinder in den Kindertagesstätten testen“, sagt Mergel. Mit Beginn der Schule nach den Osterferien werden auch Schüler in den Schulen getestet. In den Schnelltestzentren in Heilbronn werden wöchentlich mit steigender Tendenz etwa 10.000 Tests vorgenommen – etwa ein Prozent davon mit positivem Ergebnis. Mit den darüber hinaus durchgeführten Schnelltests in Arztpraxen, Gemeinschaftseinrichtungen, Betrieben und Pflegeheimen finden pro Woche insgesamt rund 17.000 Schnelltests in Heilbronn statt.

Das Städtische Gesundheitsamt in Heilbronn kommt an sein Grenzen

Der starke Anstieg der Infektionszahlen erfordert zusätzliche Kapazität für eine intensive Nachverfolgung der Kontaktpersonen durch das Städtische Gesundheitsamt. „Bei dem rasanten Anstieg kommt das Amt an seine Grenzen“, sagt Liebert. Deshalb wurde die Unterstützung durch Bundeswehrsoldaten auf 20 aufgestockt und fünf weitere städtische Mitarbeitende aus verschiedenen Ämtern verstärken den Bereich Kontaktpersonennachverfolgung.

Oberbürgermeister Mergel appelliert an alle Bürger, auch die Hygieneregeln konsequent einzuhalten und Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren: „Wir haben es schon einmal geschafft, von einer hohen Inzidenz wieder herunterzukommen. Wir werden es gemeinsam mit Solidarität und Zusammenhalt auch dieses Mal wieder schaffen.“ 

Notbremse in Heilbronn: Ausgangssperre kommt zurück

Update, 6. April: Nach den Osterfeiertagen gilt ab heute wieder die nächtliche Ausgangssperre im Stadtkreis Heilbronn im Zeitraum von 21 Uhr bis 5 Uhr. Ab dem heutigen Dienstag darf man in dieser Zeit nur noch aus triftigen Gründen das Haus verlassen. Die Corona-Notbremse gilt schon seit dem 30. März, da der Stadtkreis eine 7-Tage-Inzidenz von über 100 an drei aufeinander folgenden Tagen überschritten hatte. Am 5. April liegt diese nur ganz knapp unterder 200er Marke, bei 194,1. Daher gelten jetzt folgende verschäfte Regeln in Heilbronn:

Zusätzliche Regel in Heilbronn seit 6. April:

Nächtliche Ausgangssperre: Von 21 bis 5 Uhr sollte das Haus nur aus triftigen Gründen verlassen werden.

Regeln in Heilbronn seit 30. März:

Kontaktbeschränkungen: Maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten dürfen sich noch treffen. Getrennt lebende Paare gelten als ein Haushalt. Kinder unter 14 werden nicht mitgezählt.

Körpernahe Dienstleistungen: Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo-, Sonnen- und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflegeeinrichtungen sind geschlossen.

Einzelhandel: Der Einzelhandel bietet kein „Click & Meet“ mehr an. „Click & Collect“ ist jetzt nur noch möglich.

Kultur und Freizeit: Musik- und Kunstschulen sind geschlossen und dürfen nur Online-Unterricht anbieten. Museen, Zoos und botanische Gärten mussten ebenfalls schließen.

Harte Corona-Regeln in Heilbronn: Erneute Ausgangssperre ab Dienstag

Update, 1. April: Die Corona-Regeln in Heilbronn werden erneut verschärft, denn die 7-Tage-Inzidenz ist in den vergangenen Tagen dramatisch angestiegen und lag am Dienstag, 30. März, erstmals wieder über 200. Das Städtische Gesundheitsamt geht von einem weiteren Anstieg aus.

Entsprechend hat die Stadt Heilbronn am Dienstag reagiert und gemäß der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg eine Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr eingeführt. Diese gilt ab Dienstag, 6. April, und ist zunächst bis zum 5. Mai befristet. Sollte die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen unter die Schwelle von 100 Neuinfektionen sinken, kann die Ausgangssperre auch früher aufgehoben werden.

Heilbronn zieht die „Notbremse“: Neue Corona-Regeln gelten ab dieser Woche

Update, 30. März: Ab heute gelten in Heilbronn die verschärften Corona-Regeln ab einer Inzidenz von über 100. Laut Robert Koch-Institut liegt der aktuelle Wert in der Stadt jetzt bei 148,5. Doch was private Treffen angeht, ist die Verordnung gar nicht so streng, wie zuerst vermutet wurde. Ursprünglich hieß es, wenn die 7-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis über die Marke 100 steigt, dann darf sich ein Haushalt nur noch mit maximal einer weiteren Person treffen. Kinder bis einschließlich 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Doch mit der neuen Corona-Verordnung, die gestern (Montag, 29. März) in Kraft getreten ist, wurde diese Regel etwas aufgeweicht. Jetzt gilt stattdessen laut einer Mitteilung der Stadt Heilbronn: Maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten dürfen sich noch treffen. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Auch Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt.

Notbremse: Diese Regeln gelten ab sofort (Dienstag, 30. März) in Heilbronn

Kontaktbeschränkungen: Maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten dürfen sich noch treffen. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten trotzdem als ein Haushalt.

Kultur und Freizeit: Musik- und Kunstschulen müssen schließen und dürfen nur Online-Unterricht anbieten. Außerdem werden auch Museen, Zoos und botanische Gärten wieder geschlossen.

Körpernahe Dienstleistungen: Kosmetik-, Nagel-, Massage-, Tattoo-, Sonnen- und Piercingstudios sowie kosmetische Fußpflegeeinrichtungen müssen schließen. Medizinisch notwendige Behandlungen, insbesondere Physio- und Ergotherapie, Logopädie, Podologie und Fußpflege, sind weiterhin erlaubt. Friseurbetriebe dürfen geöffnet bleiben, Barbershops nur für Friseurdienstleistungen, nicht jedoch für Rasuren bzw. Bartschneiden.

Sport: Außen- und Innensportanlagen für den Amateur- und Freizeitsport müssen erneut geschlossen werden. Individualsport auf weitläufigen Anlagen, wie z.B. Golf, bleibt weiterhin erlaubt. Gruppensport im Freien ist nicht mehr erlaubt, es gelten die verschärften Kontaktbeschränkungen.

Einzelhandel: Der Einzelhandel darf kein „Click & Meet“ mehr anbieten. „Click & Collect“ ist aber möglich. Somit können Waren weiterhin beim lokalen Einzelhandel – telefonisch oder online – bestellt und dann vor Ort abgeholt werden.

Heilbronn muss Notbremse ziehen: Diese Regeln gelten ab Dienstag

Update, 27. März: In der Stadt Heilbronn gelten ab Dienstag, 30. März die verschärften Corona-Regeln ab einer 7-Tage-Inzidenz über 100. Diese in der Landes-Verordnung festgelegte „Notbremse“ tritt automatisch in Kraft, wenn in einem Kreis die 7-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge die Marke von 100 überschreitet. Im Stadtgebiet Heilbronn war dies in den vergangenen drei Tagen der Fall. Nachdem die Bekanntmachung auf der städtischen Webseite erfolgt ist, werden die neuen Regeln am zweiten folgenden Werktag gültig. Das teilte die Stadt Heilbronn in einer Mitteilung mit.

Heilbronn muss Notbremse ziehen: Diese Regeln gelten jetzt

Update, 26. März: Jetzt muss auch Heilbronn die Notbremse ziehen. Am dritten Tag in Folge liegt die 7-Tages-Inzidenz in der Käthchenstadt nun über 100. Und zwar deutlich! Mit einem Wert von 127,2 sind die erst vor kurzem eingeführten Lockerungen schon wieder dahin. Welche Regeln aktuell gelten.

Bislang waren in Heilbronn beispielsweise noch gelockerte Kontaktbeschränkungen möglich (siehe Update vom 15. März). Nun wird nicht nur in diesem Bereich wieder die Uhr zurückgedreht. Regeln, die vor dem 8. März galten, kommen nun wieder. Konkret bedeutet das erneut sehr strenge Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Heilbronn muss Notbremse ziehen: Diese Regeln gelten jetzt

Baden-Württemberg hatte am Montag, 22. März erst neue Regeln veröffentlicht. Diese beinhalten auch die Notbremse für Stadt- und Landkreise wie Heilbronn, die die Inzidenz von 100 überschreiten. Allerdings ist schon klar: Über Ostern wird die Regelung teilweise ausgesetzt.

Heilbronn: Inzidenz über 100 - Notbremse droht

Stand, 24. März: Es herrscht Verwirrung in Baden-Württemberg. Viele Fragen sich: Was darf ich noch? Und was kann ich aktuell überhaupt? Einkaufen? Essen gehen? Zum Friseur? Hier bekommt ihr eine Übersicht, in welchen Artikeln wir euch über welche Punkte auf dem aktuellen Stand halten:

Heilbronner Inzidenz weiter gestiegen: Lockerungen gestoppt

Update, 15. März, 19.30 Uhr: Es kommt wie gedacht. Noch in dieser Woche hebt die Stadt Heilbronn die Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus schon wieder auf. Heilbronn hatte den Grenzwert von 50 bei der 7-Tages-Inzidenz nun drei Tage in Folge überschritten. Von Mittwoch, 17. März, an gelten deshalb auch in der Stadt wieder bestimmte Einschränkungen.

„Mit einer 7-Tage-Inzidenz von 62,4 liegt der Stadtkreis Heilbronn deutlich unter dem Landesdurchschnitt mit 74,7“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Dennoch habe der Wert seit Samstag an drei Tagen in Folge die Marke 50 überschritten. Dabei sei „das Infektionsgeschehen diffus, also nicht auf einzelne Infektionsherde zurückzuführen“. Nun greifen die in der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg festgelegten Regelungen für Stadt- und Landkreise mit einer Inzidenz zwischen 50 und 100. bw24.de* berichtet über Regionen in Baden-Württemberg, die ihre Lockerungen zurücknehmen müssen.

Heilbronn: Inzidenz steigt - Lockerungen bald wieder aufgehoben

Ab Mittwoch gelten deshalb auch in Heilbronn wieder stärkere Einschränkungen - beispielsweise für den Einzelhandel. Geschäfte dürfen nur nach vorheriger Terminabsprache öffnen. Auch Museen und Galerien sind betroffen. Die genauen Regeln im Überblick:

Baden-Württemberg: Regeln für eine Inzidenz unter 100:

Kontakte: Erlaubt sind Treffen zwischen zwei Haushalten und mit maximal fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht hinzu. Auch Paare, die nicht zusammen leben, zählen als ein Haushalt.

Maskenpflicht: Das Gebot zum Tragen medizinischer Masken bleibt bestehen. Ab sofort gilt die Regelung auch in wieder eröffneten Geschäften oder bei den sogenannten „körpernahen Dienstleistungen“.

Einzelhandel: Unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen dürfen Buchhandlungen wieder vollständig öffnen. Der restliche Einzelhandel kann ebenfalls öffnen, muss aber eine sogenannte Click&Meet-Regelung beachten. Das heißt, dass Kunden nur für ein gebuchtes Zeitfenster im Laden sein dürfen. Außerdem müssen sie ihre Daten zur Kontaktnachverfolgung hinterlegen. Geöffnete Geschäfte müssen zudem - je nach Größe der Verkaufsfläche - auf die Begrenzung der Kunden achten.

Baumärkte und Gartencenter: Hier darf wieder das gesamte Sortiment angeboten werden. Aber auch hier gilt eine Begrenzung der Kundenzahl abhängig von der Verkaufsfläche.

Körpernahe Dienstleistungen: Friseure, Barbershops, Tattoo- und Piercing-, Kosmetik-, Nagel- und Massagestudios dürfen uneingeschränkt öffnen. Sollte bei einer der Dienstleistungen das Tragen einer medizinischen Maske nicht möglich sein, muss ein tagesaktueller Schnell- oder Selbsttest des Kunden, sowie ein Testkonzept für das Personal vorliegen.

Sport: Individualsport im Freien und in Innenanlagen ist möglich. Auch hier gilt, das maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen. Bei kontaktarmen Sportarten im Freien sind Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 15 Jahren erlaubt. Geschlossen bleiben aber unter anderem Sport- und Fitnessstudios sowie Schwimmbäder.

Kultur und Freizeit: Zoologische oder botanische Gärten wie die Wilhelma in Stuttgart dürfen ab Montag öffnen. Auch Galerien und Museen dürfen wieder Besucher empfangen. Voraussetzung ist eine vorherige Terminbuchung und die Kontaktnachverfolgung der Besucher.

„Ich bedauere diese Entwicklung für unsere tüchtigen Einzelhändler, die sich größtenteils vorbildlich an die Regeln gehalten haben. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Kunden das ab Mittwoch geltende Kaufangebot auf der Basis von Click & Meet annehmen“, sagte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel.

Heilbronn: Lockerungen werden ab Mittwoch wieder aufgehoben

Eine andere Lösung gab es laut OB Mergel wohl nicht. Er und der Leiter des Städtischen Gesundheitsamts, Dr. Peter Liebert, rechneten beide mit einem weiteren Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn bis weit in den April hinein. „Das Gesundheitsamt ist auf einen weiteren Anstieg der Infektionsrate vorbereitet“, sagt Liebert. Noch in dieser Woche werden drei Bundeswehrsoldaten zusätzlich in der Kontaktpersonennachverfolgung eingesetzt. Aktuell sind es sechs Soldaten, die personell verstärken.

Die Möglichkeit einer „bereinigten Inzidenz“ schließt OB Mergel derzeit aus. Die Corona-Verordnung sieht diese zwar grundsätzlich vor. Allerdings setzt sie „ein größeres, klar abgegrenztes singuläres Ausbruchsgeschehen“ voraus. „Würde die Stadt die Inzidenz bereinigen, indem Sie die größte Häufung aus der Fallzahl herausrechnet, läge die aktuelle 7-Tage-Inzidenz immer noch über 50“, erklärt Gesundheitsamts-Chef Liebert. Derzeit ist in Heilbronn aktuell eine Häufung in einer Kindertagesstätte aufgetreten; dort ist bei zehn Kindern und Erzieherinnen Covid-19 nachgewiesen worden. Auch im Stadtkreis nehmen die Infektionen mit der hoch ansteckenden englischen Virus-Variante weiter zu.

Heilbronn: Inzidenz steigt - Mergel mit Kritik an Regelung

Mergel kritisiert erneut, dass politische Regelungen, die sich allein an der Inzidenz festmachen, der Sachlage nicht gerecht werden. „Im Gegensatz zu den Wellen im Frühjahr 2020 und auch zu Weihnachten 2020 hat sich bis heute einiges verändert“, sagt Mergel. Ein großer Teil der besonders gefährdeten Menschen, beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen, sei mittlerweile geimpft. Testkapazitäten seien enorm erweitert, auch immer mehr Möglichkeiten für Schnelltests würden Bürgerinnen und Bürgern in Heilbronn angeboten. Entscheidende Bedeutung hätten auch die Situation der medizinischen Versorgung, insbesondere die Lage auf den Intensivstationen, sowie die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsämter in der Kontaktpersonennachverfolgung. „Die 7-Tage-Inzidenz ist in ihren Auswirkungen auf die medizinische Versorgung heute anders zu bewerten als im Jahr 2020“, begründet der OB.

Sollte die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinander folgenden Tagen wieder unter 50 liegen, lässt die Corona-Verordnung wieder Öffnungsmöglichkeiten zu. Bis dahin sind die Maßnahmen der Corona-Verordnung bei einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 gültig. Sollte die 7-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge auf über 100 ansteigen, treten weitere Einschränkungen in Kraft. Eine Anpassung der gegenwärtigen Regeln sowie neue Erkenntnisse und Beschlüsse zur weiteren Entwicklung und zu Perspektiven erwartet Mergel von der am Mittwoch erneut tagenden Runde der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten.

Heilbronn: Inzidenz über 50 - folgen jetzt Einschränkungen?

Update vom 15. März: Am Wochenende war die Stadt wieder gut mit Menschen gefüllt. Seit rund einer Woche haben die Läden im Heilbronner Stadtkreis wieder geöffnet und das lockt natürlich auch Besucher von außerhalb an. Doch der Shopping-Spaß könnte schon in den nächsten Tagen ein Ende haben.

Denn die 7-Tages-Inzidenz liegt schon zwei Tage über dem Wert von 50. Ab dem dritten Tag in Folge könnte es wieder Einschränkungen im Einzelhandel aber auch in anderen Bereichen wie Sport, Freizeit und Kultur geben. Im Einzelhandel ist ab einem Inzidenzwert von über 50 nur noch Click&Meet erlaubt. Das bedeutet: Nur mit einem Termin kann man in das Geschäft und auch nur für einen gewissen Zeitraum.

Ab einer Inzidenz unter 50 gibt es weitere Lockerungen, jedoch nur, wenn diese an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 50 lag. 

Stadt Heilbronn über Inzidenz 50: Jetzt doch wieder Einschränkungen?

Erstmeldung 12. März: Im Lockdown verzichten wir momentan auf viele Dinge wie soziale Kontakte, Restaurantbesuche und vor allem Kultur. Und in den letzten Wochen sah die 7-Tage-Inzidenz in Heilbronn auch vergleichsweise gut aus, doch seit einigen Tagen steigt sie wieder an: Heute liegt der Wert erstmals seit 19 Tagen wieder knapp über der kritischen Marke von 50. Eigentlich will die Stadt aber die Kultureinrichtungen langsam wieder zurück ins Leben holen.

Den ersten Schritt zur Wiedereröffnung haben bereits das Stadtarchiv Heilbronn und die Städtische Musikschule unternommen. Außerdem kann im Haus der Stadtgeschichte ab sofort wieder die Dauerausstellung „Heilbronn historisch“ besucht werden – hier gilt aber eine Besonderheit: Es müssen Einweg-Handschuhe getragen werden. Die sind auch vor Ort erhältlich. Auch die städtische Musikschule hat ihren Präsenzunterricht im Instrumentalbereich bereits wieder aufgenommen, wobei der Gruppenunterricht nur noch in kleineren Gruppen stattfindet. Die Stadtbibliothek und Museen wollen am Dienstag, 16. März, wieder öffnen.

Natürlich gelten für die Präsenzbesuche in den städtischen Kultureinrichtungen immer noch die verbindlichen Hygieneregeln. Dazu müssen unter anderem bei jedem Besuch die Kontaktdaten angegeben und eine medizinische Maske getragen werden. Doch wie lange kann die Stadt diese Kulturöffnungen aufrechterhalten?

Corona-Inzidenz in Heilbronn: Öffnung oder Einschränkung?

In einer Pressemitteilung erklärt Oberbürgermeister Harry Mergel jetzt, dass bereits am kommenden Mittwoch neue Einschränkungen gelten könnten. Dieses Worst-Case-Szenario könnte eintreten, wenn die Zahlen in den nächsten Tagen kontinuierlich weiter steigen. Sobald die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen höher als 50 liegt, ändern sich automatisch die Beschränkungen der Corona-Verordnung des Landes. Einkaufen in Geschäften ist dann zum Beispiel nur noch mit Termin möglich. Gruppensport dürfte nur noch draußen mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten oder maximal 20 Kindern stattfinden.

Am Montag hatte die Stadt massive Kritik einstecken müssen. Vor Geschäften in der Innenstadt hatten sich riesige Schlangen gebildet, Menschen standen stundenlang für Rabattaktionen an – teils ohne Maske. Dieses Szenario sieht OB Mergel allerdings nicht als Auslöser für den Anstieg der Inzidenz, denn Heilbronn ist bei den steigenden Zahlen kein Einzelfall. Außerdem gibt es einen Hotspot in der Heilbronner Kernstadt. In einer Kita sind zwei Mitarbeiter und sieben Kinder mit der hoch ansteckenden britischen Virus-Mutante B 1.1.7 infiziert.

Corona-Inzidenz in Heilbronn: Verschärfungen wohl ab Montag

Sehr wahrscheinlich kommt schon am Montag wieder eine Verschärfung der Maßnahmen, weil die 7-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge höher als 35 liegt. Damit dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Bisher waren Treffen mit zehn Personen aus drei Haushalten erlaubt. *echo24.de und bw24.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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