Asiatische Tigermücke

„Gefährlichstes Tier der Welt“ in Heilbronn: So soll es bekämpft werden

Tigermücke
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Die asiatische Tigermücke breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Baden-Württemberg immer weiter aus. Nachdem auch ein Exemplar mitten in Heilbronn gefunden wurde, ergreift die Stadt nun Maßnahmen - und jeder kann mithelfen:

Update, 9. September: Die Stadt Heilbronn will nun noch konkreter gegen die Asiatische Tigermücke vorgehen. Vor knapp zwei Wochen erklärte die Pressestelle der Käthchenstadt, es sei erstmals in der Innenstadt ein Exemplar des „gefährlichsten Tiers der Welt“ nachgewiesen worden. Mittlerweile ist die Fachfirma ICYBAC beauftragt worden.

Wie Dr. Norbert Becker von ICYBAC nun gegenüber echo24.de* erklärte, wurde das Gebiet, in dem die Asiatische Tigermücke gefunden wurde, mittlerweile inspiziert. Letzte Woche wurden Fallen aufgestellt - diese konnten heute abgesammelt werden. Das Ergebnis muss allerdings erst noch ausgewertet werden.

Asiatische Tigermücke in Heilbronn: Experten bitten Bevölkerung um Mithilfe

In der Zwischenzeit bittet Dr. Becker die Heilbronner Bevölkerung um aktive Mithilfe, um die Asiatische Tigermücke zu bekämpfen. Dazu wurden unter anderem Flyer und sogenannte Bti-Tabletten verteilt. Diese können Anwohner beispielsweise in Regentonnen oder Wasserkübel geben, um die Mückenlarven abzutöten. Der Bti-Wirkstoff ist ein Eiweißkristall, der Darmzellen der Larven zum Zerplatzen bringt und somit die weitere Vermehrung der Tigermücken ausbremsen kann.

Außerdem stellt Dr. Norbert Becker allen Heilbronner Bürgerinnen und Bürgern seinen WhatsApp-Kontakt zur Verfügung. „Wir benötigen die Mithilfe der Bevölkerung, um die Verbreitung der Tigermücken festzustellen“, erklärte er gegenüber echo24.de. Wer also den Verdacht hat, eine Asiatische Tigermücke gesehen zu haben und ein Foto des Tieres machen konnte, ist dringend dazu aufgerufen, das Bild zur Identifizierung per WhatsApp unter der Nummer 01708506788 an Dr. Becker zu schicken.

Außerdem können Asiatische Tigermücken laut dem stellvertretenden Leiter des Heilbronner Ordnungsamts, Rüdiger Muth, jederzeit an das Städtische Gesundheitsamt gemeldet werden - per Mail an gesundheitsamt@heilbronn.de oder unter der Telefonnummer 07131 56-3540.

Asiatische Tigermücke in Heilbronn: Ordnungsamt ergreift Schritte zur Bekämpfung

Update, 2. September: Die Asiatische Tigermücke ist ein kleines, eher unscheinbares Insekt, das seinen Weg - wie der Name schon sagt - aus Asien nach Europa gefunden hat. Auch in vielen Regionen Deutschlands ist diese Stechmückenart mittlerweile heimisch - und sie kann gefährliche tropische Krankheiten wie das Dengue- oder Zikavirus übertragen. Vor Kurzem wurde zum ersten Mal auch in der Heilbronner Innenstadt ein Exemplar der Asiatischen Tigermücke gefunden. Jetzt will die Stadt handeln.

Wie Pressesprecherin Claudia Küpper auf Anfrage von echo24.de* berichtet, ist das Ordnungsamt für Maßnahmen zur Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke in Heilbronn zuständig. Dieses schaltet nun im ersten Schritt einen professionellen Schädlingsbekämpfer ein, der zunächst die Situation vor Ort erkunden soll. Danach schlägt der Experte Maßnahmen zur Bekämpfung der Tigermücke in Heilbronn* vor - darüber berichtet auch BW24.de*.

Asiatische Tigermücke in Heilbronn: Diese Maßnahmen zur Bekämpfung sind möglich

Auch in anderen Regionen Deutschlands hat es bereits Versuche gegeben, die Asiatische Tigermücke zu bekämpfen. Laut Umweltbundesamt gibt es dazu mehrere Möglichkeiten. Zunächst greifen in der Regel Maßnahmen, die jeder Bürger im eigenen Garten oder auf dem eigenen Balkon umsetzen kann*, wie beispielsweise Wasserreste in Gießkannen oder Blumenkübeln auszuschütten. Doch auch eine chemische Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke ist möglich.

Dazu können biologische oder synthetische Mittel eingesetzt werden, die zur Larvenbekämpfung verwendet werden. Das Insektengift wird dann in Regentonnen oder andere stehende Gewässer gesprüht und ist auch nur für die Mückenlarven gefährlich. Das besprühte Wasser kann weiterhin ohne Bedenken verwendet werden, um Blumen oder sogar Salat damit zu gießen. Der Einsatz von Insektiziden gegen ausgewachsene Tigermücken dagegen gilt als letztes Mittel und sollte laut Umweltbundesamt nur im Seuchenfall und auf behördliche Anordnung hin eingesetzt werden.

Asiatische Tigermücke jetzt auch mitten in Heilbronn: Stadt bittet um Mithilfe

Erstmeldung, 31. August: Sie ist klein, eigentlich recht unscheinbar - aber brandgefährlich. Die Asiatische Tigermücke hält seit einigen Jahren in Deutschland Einzug. Dieser Blutsauger hinterlässt nicht nur juckende Stiche, sondern kann auch tropische Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das Zikavirus übertragen. Im Landkreis Heilbronn wurde Ende Juli bereits eine Asiatische Tigermücke gesichtet. Jetzt ist zum ersten Mal auch in der Heilbronner Innenstadt nachweislich ein Exemplar entdeckt worden.

Die Asiatische Tigermücke wurde auf einem Privatgrundstück in der Käthchenstadt festgestellt. Der Heilbronner Fund wurde anhand von Fotos von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) e.V. in Speyer verifiziert. Ein Grund zur Sorge? Immerhin bezeichnete Bill Gates die Asiatische Tigermücke bereits als „Gefährlichstes Tier der Welt“, wie BW24.de* berichtet.

Asiatische Tigermücke in Heilbronner Innenstadt: Wie bedenklich ist der Fund?

Auch deshalb warnt die Stadt Heilbronn jetzt vor der gefährlichen Stechmücke - und bittet die Bevölkerung um Unterstützung bei der Bekämpfung. „Dabei kann auch jeder mithelfen“, heißt es in einer Mitteilung des Städtischen Gesundheitsamtes. Wer im Stadtgebiet Heilbronn eines der 3,5 bis 8 Millimeter großen Tiere mit den auffällig schwarz-weiß gestreiften Beinen und dem weißen Streifen auf Kopf und Rücken entdeckt, sollte das dringend der Behörde melden. Außerdem sollte das Tier am besten fotografiert werden - und zwar so, dass man die hinteren Beine und den Rücken deutlich sehen kann.

Dennoch gibt Dr. Peter Liebert, der Leiter des Städtischen Gesundheitsamts, eine vorsichtige Entwarnung: „Bei der bislang geringen Anzahl der Tiere ist das Risiko einer Übertragung von exotischen Krankheiten sehr gering. Es steigt jedoch, je verbreiteter die Tiere auftreten.“ Deshalb bittet das Gesundheitsamt auch weiter, im eigenen Garten oder auf dem heimischen Balkon mit einfachen Tricks gegen die weitere Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke vorzugehen. Unter anderem soll es helfen, Regentonnen mit einem Mückennetz abzudecken oder Wasserreste in Eimern und Blumenkübeln auszuschütten.

Übrigens gehört die Asiatische Tigermücke als invasive Art auch zu den gefährlichsten Tieren Deutschlands. Sie wurde schon vor mehreren Jahren erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen. Seitdem steigt die Anzahl der Funde stetig. Unter anderem wurden bereits Funde der Asiatischen Tigermücke im Großraum Stuttgart, in Korntal-Münchingen im Kreis Ludwigsburg und in Hockenheim im Rhein-Neckar-Kreis gemeldet. *echo24.de und BW24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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