RTL2-Reporter begleiten Hartz-IV-Empfänger aus Heilbronn

Heilbronner bei "Armes Deutschland" im TV zu sehen - mit seinen Aussagen eckt er an

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Tor aus Heilbronn hat keine Lust auf Arbeit. Er schnorrt sich lieber durchs Leben.
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In der RTL2-Sendung "Armes Deutschland" stellt sich der arbeitslose Tor aus Heilbronn vor. Und kommt gar nicht gut an.

"Meine Arbeitseinstellung ist: Ich finde Arbeiten einfach scheiße", sagt Tor aus Heilbronn in der RTL2-Sendung "Armes Deutschland". Seinen richtigen Namen möchte der Hartz-IV-Empfänger nicht verraten. Aus gutem Grund: Zumindest bei vielen Heilbronner Zuschauern kommt der 28-Jährige mit seinen provokanten Aussagen gar nicht gut an. 

In der Sendung wird zunächst das Leben des Heilbronners porträtiert. 424 Euro stehen Tor nach eigener Aussage bei "Armes Deutschland" monatlich zur Verfügung. Miete müsse er keine bezahlen, denn er sei obdachlos. Er schlafe mal bei Freunden oder Bekannten. Oder er besetze einfach mal leerstehende Gebäude. 

Heilbronn: Hartz-IV-Empfänger Tor bei  RTL2-Sendung "Armes Deutschland"

Sein Hartz-IV bessert Tor mit Schnorren auf - was er als harte Arbeit verstanden wissen will: "Ich sitze täglich sechs, sieben, acht, neun Stunden. Schnorren ist arbeiten. Ist psychische Arbeit!" Wie viel er damit täglich einnimmt, möchte er nicht verraten. Vier Messbecher braucht er lediglich für seinen "Nebenjob", sie stehen für das, für was das erschnorrte Geld angeblich verwendet wird: "Weed", "Bier", "Betteln und hausieren verboten" und "Hund". 

Mindestensletzteres ist erfunden: "Hätte ich einen Hund, würde ich das Geld natürlich für ihn ausgeben", erklärt Tor bei "Armes Deutschland". Neben dem Schnorren mache er auch andere Geschäfte, über die er in der RTL2-Sendung nicht sprechen möchte. Sonst bekäme er Probleme mit den "Bullen". Dass er eigentlich überhaupt keinen "Nebenjob" ausüben darf, weil er bereits Sozialleistungen erhält, scheint dem Heilbronner egal. 

"Armes Deutschland": Tor aus Heilbronn hätte gerne mehr Hartz IV

Schließlich halte er vom Staat eigentlich nichts. Nur das Geld nimmt er trotzdem gerne. Auch wenn seiner Meinung nach 424 Euro zu wenig für ihn sind. Er hätte lieber gerne 800 bis 1500 Euro. Dafür zu arbeiten kommt für ihn aber nicht infrage: "Arbeiten macht einfach nur den Körper kaputt." 

Und genau diese Einstellung regt Heilbronner, die die Sendung "Armes Deutschland" gestern bei RTL2 verfolgen, zurecht auf. In der Facebook-Gruppe "Du bist aus Heilbronn wenn..." wird die Folge heiß kommentiert. "Ich würde mich schämen mit so einer Einstellung" oder "gehört verboten sowas im TV zu zeigen" heißt es da.

Besonders das schlechte Licht, das Tor mit seinen Aussagen auf andere Obdachlose oder Hartz-IV-Empfänger wirft, ärgert viele. "Das Problem ist, dass solche Fälle, auch all diejenigen in den Dreck ziehen, die unverschuldet in die Armut geraten und somit abhängig vom Staat sind", schreibt eine Heilbronnerin.

"Armes Deutschland": Tor aus Heilbronn will leerstehendes Gebäude an der Allee besetzen

Tor scheint das alles egal. Weder das Erschleichen von Leistungen, noch Hausbesetzung - beides Straftaten - stellen für ihn kein Problem dar. In der RTL2-Sendung versuchte der Heilbronner beispielsweise, sich Zugang zum ehemaligen Kaufhaus Barthel in der Allee zu verschaffen. Wenn auch ohne Erfolg.

"Der gehört eingebuchtet", lautet ein Kommentar bei Facebook hierzu. Doch selbst das würde für Tor wohl nur eine weitere Gelegenheit bedeuten, ohne Eigenleistung vom Staat zu profitieren. "Dann gehe ich halt in den Urlaub auf Staatskosten." Im Gefängnis sei er ohnehin schon "zu oft" gewesen. Zu RTL2 hat es Tor mit seiner Meinung geschafft - Verständnis für seine Situation hat er damit aber wohl nicht erreicht.

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