Offenes Fenster durch Corona ausgenutzt

Spektakuläre Flucht aus Heilbronner Amtsgericht: Mutmaßlicher Erpresser wieder eingefangen

Ein Schild mit der Aufschrift „Amtsgericht Heilbronn“ steht vor dem Amtsgericht Heilbronn.
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Im Amtsgericht Heilbronn kam es zu einer ungewöhnlichen Flucht durch‘s Fenster.
  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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  • Julia Cuprakowa
    Julia Cuprakowa
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Im Heilbronner Amtsgericht nutzte ein junger Mann ein geöffnetes Fenster zur Flucht. Am Samstag konnten ihn Polizeibeamte in der Innenstadt wieder einfangen.

Update, 14. November: Am vergangenen Mittwoch flüchtete ein mutmaßlicher Erpresser durch ein geöffnetes Fenster des Heilbronner Amtsgerichts. Dort sollte eigentlich eine Verhandlung gegen ihn stattfinden. Doch dazu kam es nicht. Denn bevor die Verhandlung überhaupt beginnen konnte, nutze der 23-Jährige die Gunst der Stunde und flüchtete. Das Fenster war wegen häufigeren Lüftens zwecks Corona nicht wie sonst abgeschlossen.

Heilbronner Amtsgericht: Flüchtiger Erpresser wieder eingefangen

Sofort nach der Flucht begann eine Fahndung der Polizei. Mit Erfolg: Am Samstag konnte der mutmaßliche Erpresser in einer Wohnung in der Heilbronner Innenstadt festgenommen werden. Und dieses Mal kam er nicht wieder davon. Der Mann wurde noch am Vormittag dem Haftrichter vorgeführt. Dieser setzte den von der Staatsanwaltschaft Heilbronn beantragten Haftbefehl in Vollzug. Der 23-Jährige wurde nach der Verhandlung im Heilbronner Amtsgericht in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Heilbronner Amtsgericht: Räubischer Erpresser auf der Flucht

Update, 13. November, 14.10 Uhr: Am Mittwoch sollte gegen 14.30 Uhr in den Räumlichkeiten des Amtsgerichts Heilbronn die Haftvorführung eines mutmaßlichen Täters erfolgen. Der Tatvorwurf: Räuberische Erpressung. Der 23-Jährige ist laut einer Pressemitteilung des Amtsgericht Heilbronn bereits mehrfach vorbestraft.

Heilbronner Amtsgericht: So erpresste der mutmaßliche Täter mehrere Opfer

Erstmeldung, 13. November: Der junge Mann soll über das Internetportal www.sugardaddy-dates.de Kontakt zu dem Geschädigten aufgenommen haben. Der 23-Jährige arrangierte über das Portal ein Treffen zwischen dem Opfer und einer jungen Frau. Bei der Verabredung in Offenau traf das Opfer allerdings nicht nur die junge Frau, seine Verabredung an, sondern auch den beschuldigten 23-Jährigen sowie weitere bislang unbekannte Mittäter. Unter der Androhung von Gewalt nötigten sie den Geschädigten dazu, Bargeld auszuhändigen. Dabei sollen 500 Euro erpresst worden sein.

Damit aber nicht genug: Der 23-Jährige und seine Mittäter sollen den Geschädigten per WhatsApp weiter erpresst haben, da die junge Frau aus der Verabredung noch Minderjährig gewesen sei. Eine Zahlung von weiteren 1.300 Euro durch den Geschädigten solle verhindern, dass diese Information an Dritte weitergegeben wird. Zu einer Geldübergabe kam es allerdings nie. Der Geschädigte erstattete Anzeige bei der Polizei.

Heilbronner Amtsgericht: Ungewöhnlicher Fluchtweg entdeckt

Wenige Minuten vor der Haftvorführung im Amtsgericht Heilbronnwurde im Haftraum aufgrund der Corona-Pandemie gelüftet. Die Verteidigerin befand sich bereits im Haftraum und bat um ein Gespräch mit dem Beschuldigten. Während des Eintretens der Polizeibeamten mit dem Beschuldigten in den Vorführraum verschloss die Verteidigerin das Fenster. Normalerweise ist das Fenster mit einem abziehbaren Schlüssel gesichert. Allerdings nicht am Mittwoch.

Der Beschuldigte wurde ohne Handschellen in den Vorführraum gebracht. Die Beamten verließen den Raum. Unmittelbar danach ging der 23-Jährige an der Verteidigerin vorbei, stiegt auf einem Stuhl, öffnete das Fenster, kletterte aus diesem heraus und floh. Die Polizei konnte den jungen Mann nicht mehr einholen. Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht durch den 23 Jahre jungen Mann nicht. Die Fahndung dauert derzeit weiterhin an. Um in Zukunft derartige Vorfälle zu vermeiden, werden nun seitens der Polizei erhöhte Maßnahmen zur Sicherung von Beschuldigten ergriffen.

Spektakuläre Flucht aus Heilbronner Amtsgericht: Corona-Regeln ausgenutzt?

Erstmeldung vom 13. November, 10.48 Uhr: Im Amtsgericht in Heilbronn kam es zu einer spektakulären Flucht. Was war genau passiert? Nach Angaben der Polizei Heilbronn sollte ein 23-Jähriger einem Richter vorgeführt werden. Bevor es dazu kam, habe er offenbar „die Gunst der Stunde“ genutzt und sei aus einem geöffneten Fenster im Erdgeschoss gesprungen und geflüchtet, bestätigte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Wie es zu dem Vorfall kommen konnte, der schon am Mittwochnachmittag passiert sei, werde derzeit untersucht.

Heilbronn: Spektakuläre Flucht - Mann flieht aus dem Gerichtsgebäude 

„Es ist auf jeden Fall ein Fehler passiert“, räumte der Polizeisprecher ein. Denn: Eigentlich sollten die Fenster verschlossen sein. Der Sprecher schloss nicht aus, dass dies nicht der Fall war, weil wegen verschärften Corona-Regeln überall gelüftet werden muss. Der 23-jährige Mann sei zwar noch flüchtig, die Polizei kann jedoch Entwarnung geben: „Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht aber nicht“. Der 23-Jährige war bei einer von der Polizei überwachten Geldübergabe vorläufig festgenommen worden. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung davon berichtet.

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