Gefahr durch Afrikanische Schweinepest

Im Ernstfall gewappnet: Heilbronn übte für möglichen Ausbruch von Afrikanischer Schweinepest

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Mit der Afrikanischen Schweinepest ist nicht zu spaßen. Deshalb bereitet sich die Stadt Heilbronn auf den Ernstfall vor.
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Die Afrikanische Schweinepest ist eine meist tödliche Viruserkrankung - und für den Ernstfall eines Ausbruchs will die Stadt Heilbronn gewappnet sein.

○ Stadt Heilbronn übt für Ausbruch von Afrikanischer Schweinepest.
○ Afrikanische Schweinepest ist meist tödliche Viruserkrankung.
○ Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Europa seit 2007.

Ein totes Wildschwein liegt im Heilbronner Wald, alle Anzeichen deuten auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) hin. Genau das war das Szenario, das am heutigen Montag ein etwa 20-köpfiges Team auf dem Gelände des Entsorgungszentrums Heilbronn erwartete. Das Ziel: Sich auf den Ernstfall vorbereiten - einen Ausbruch der ASP. Dazu musste das Schwein geborgen und zur städtischen Verwahrstelle transportiert werden, anschließend hieß es Reinigung und Desinfektion für alle Materialien, die zur Bergung benutzt wurden.

Dabei wappnet sich die Stadt Heilbronn aus gutem Grund gegen die Afrikanische Schweinepest. Denn: Bei der ASP handelt es sich um eine ansteckende, meist tödliche Viruserkrankung von Haus- und Wildschweinen. Eine Therapie oder Impfung sind nicht möglich und auch verboten. Die Verbreitung der Krankheit erfolgt nicht nur durch direkten Kontakt von Tier zu Tier, sondern auch über größere Entfernungen durch kontaminierte Materialien von Schweinen, die sich mit dem Afrikanischen-Schweinepest-Virus angesteckt haben. Erst im Mai dieses Jahres hatte die Region mit einer Infektionswelle des Hanta-Virus zu kämpfen.

Möglicher Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest: Heilbronn bereitet sich vor

Bereits seit 2007 breitet sich die Afrikanische Schweinepest von Georgien aus in Europa und Asien aus. Bisher wurde der Virus in Deutschland noch nicht nachgewiesen. Doch die Gefahr einer Einschleppung wird als hoch eingeschätzt. "Um die heimische Haus- und Wildschweinepopulation zu schützen, ist es erforderlich, alles zu unternehmen, um einen Eintrag der Tierseuche ins Land durch menschliches Fehlverhalten zu verhindern, einen möglichen Seuchenausbruch rasch zu erkennen und diesen konsequent zu bekämpfen", erklärt Heilbronns Bürgermeisterin Agnes Christner.

An der Übung gegen eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest nahm auch Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz als Beobachterin für die Landesregierung teil. Und zeigte sich beeindruckt! "Ich begrüße es ausdrücklich, dass sich die Stadt Heilbronn auf einen Ausbruch dieser Tierseuche so intensiv vorbereitet. Durch den regen Reise- und Fernverkehr auf der A6 besteht durchaus ein hohes Eintragsrisiko entlang dieser Autobahn", betont sie.

Afrikanische Schweinepest nicht nur Thema in Heilbronn - ganz Deutschland betroffen

Bereits Anfang 2018 mussten Jäger im Südwesten Maßnahmen wegen der drohenden Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest ergreifen: Es sollten verstärkt weibliche Wildschweine geschossen werden, zudem sollte die Schonzeit ausgesetzt werden. Im Januar sorgte eine Maßnahme gegen die ASP für Diskussionen: Dänemark startet am 28. Januar mit dem Bau eines Wildschweinezauns entlang der deutsch-dänischen Grenze.

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