Polizei mit Mega-Appell

Mangelhafte Rettungsgasse auf A6 wird Welpe „Tucker“ fast zum Verhängnis

Rettungsgassen retten Leben - für Mensch und Tier. (Collage)
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Rettungsgassen retten Leben - für Mensch und Tier. (Collage)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Auf der A6 bei Heilbronn stand wegen fehlender Rettungsgasse jetzt das Leben eines schwer kranken Welpen auf dem Spiel. Die Polizei appelliert.

Dramatische Szenen auf der Autobahn A6 zwischen Bretzfeld und Neckarsulm. Wegen eines Verkehrsunfalls hatte sich hier am Freitag (6. August) ein 15 Kilometer langer Stau gebildet. Mittendrin, so schreibt die Polizei Heilbronn, steckten auch der Hundewelpe Tucker und seine Besitzerin. Laut dem Bericht der Beamten war der neun Wochen alte Australian Kelpie-Rüde schwer krank. Deshalb war er mit seinem Frauchen auf dem Weg in die Heilbronner Tierklinik.

Doch im Stau ging es nicht vorwärts und dem Welpen ging es „von Minute zu Minute schlechter“. Deshalb rief die Besitzerin verzweifelt bei der Verkehrspolizei in Weinsberg an. Die reagierte auch sofort. Eine Streife setzte sich in Bewegung - und eskortierte Tucker und sein Frauchen bis in die Klinik. Es blieb allerdings knapp – bis zum Schluss. Gerade noch rechtzeitig kam die Polizeieskorte bei der Tierklinik an. Die teilweise fehlende Rettungsgasse kostete viel wertvolle Zeit.

A6 Heilbronn: Rettungsgassen-Fehler kosteten Hund „Tucker“ beinahe das Leben

Die Polizei reagiert mit einem Appell. In einer Meldung heißt es, „leider verlief die Fahrt durch die Rettungsgasse alles andere als reibungslos. Zahlreiche Fahrzeuge blockierten den Weg, einige versuchten sich sogar an das eskortierende Polizeiauto dranzuhängen.“ Ein fataler - und im Zweifel auch teurer - Fehler. Denn wer gegen die Vorschrift zur Bildung einer Rettungsgasse verstößt, der muss mit mindestens 200 Euro Bußgeld und zwei Punkten in Flensburg rechnen.

Ist der Verstoß besonders gravierend, drohen sogar bis zu 320 Euro Strafe, zwei Punkte und zusätzlich ein Monat Fahrverbot bis hin zu einer Strafanzeige und endgültigem Führerscheinverlust. Denn die Rettungsgasse ist wohl eins der wichtigsten Mittel, um Leben zu retten - egal ob Mensch oder Tier.

A6 Heilbronn: Nach Drama um „Tucker“ - Polizei appelliert wegen Rettungsgasse

Deshalb hat die Polizei Heilbronn nochmals die wichtigsten Regeln im Umgang mit einer Rettungsgasse zusammengefasst:

  • Sobald sich ein Stau bildet (auch schon bei stockendem Verkehr), müssen alle, die am Straßenverkehr teilnehmen, eine Rettungsgasse bilden!
  • Die Rettungsgasse wird immer zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen gebildet.
  • Eine Rettungsgasse darf auch nach der Durchfahrt des ersten Einsatzfahrzeugs nicht wieder geschlossen werden. Es könnten weitere Rettungsfahrzeuge folgen.

Im Fall von Tucker ist es gerade noch mal gut gegangen. Laut seinem Frauchen ist er auf dem Weg zur Besserung. Dennoch bittet die Polizei - „Denkt bitte immer daran: Jede Sekunde, die Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei oder Feuerwehr länger zum Einsatzort brauchen, kann Menschen-, oder wie im Fall von Tucker, Hundeleben kosten.“

Tucker ist auf dem Weg der Besserung.

Besonders auf der A6 kommt es übrigens immer wieder zu langen Staus. Erst in der Nacht zum Montag brannte ein Familienauto bei Heilbronn vollständig aus und verursachte einen kilometerlangen Rückstau. Im Juli ging auf der A6 Richtung Mannheim nichts mehr, weil zwei LKW ineinander geknallt waren. Damals ging es nicht gut aus: Ein LKW-Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

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