Grippe-Welle kommt im Herbst

Grippe und Corona: Was sind die Symptome? Impfung sinnvoll? Das sagt die Expertin!

  • Isabel Ruf
    vonIsabel Ruf
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Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg steigt weiter. Gleichzeitig steht die Grippe-Saison bevor. Worauf man jetzt achten sollte.

Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die Infektionszahlen steigen und die Politik hat aus diesem Grund verschärfte Corona-Regeln erlassen – auch in Baden-Württemberg. Gleichzeitig beginnt im Oktober laut Landesgesundheitsamt die Grippe-Saison. Den Höhepunkt erreicht die Grippe-Welle demnach im Februar und März. Aber woran erkennt man, ob es sich um Corona oder Grippe handelt? Wie reagiert man bei Erkältungssymptomen und wer sollte sich in Corona-Zeiten gegen Grippe impfen lassen?

Diese Fragen stellt echo24.de an die Experten der SLK-Kliniken Heilbronn. "Die Unterscheidung zwischen einer Influenza- und einer COVID-19-Infektion ist schwierig", sagt Dr. Maria Martin, Leiterin des SLK-eigenen Instituts für Infektionsprävention und Klinikhygiene. Die Symptome könnten ähnlich sein, der zeitliche Verlauf sei eventuell etwas unterschiedlich. Sicherheit bringen könne letztlich aber nur ein Corona-Test.

Grippe-Welle und Corona-Pandemie: Was sind die Symptome?

Prinzipiell können die Symptome einer COVID-19-Infektion von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Möglich sind laut RKI Fieber, Husten, Atemnot, Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns, Pneumonie, mitunter auch Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Durchfall. Influenza-typische Symptome sind der plötzliche Erkrankungsbeginn, Fieber, Husten oder Halsschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, selten auch Übelkeit. „Patienten mit Fieber werden in jedem Fall auch auf SARS-CoV-2 untersucht“, erklärt Dr. Martin.

Wer Erkältungssymptome aufweist, dem empfiehlt die Expertin der SLK-Kliniken Heilbronn, zu Hause zu bleiben und dann den Hausarzt – am besten zunächst telefonisch – zu kontaktieren. Dabei soll vor allem auch abgeklärt werden, ob ein Corona-Verdacht besteht. Generell gilt in diesen Zeiten: Regelmäßig Hände waschen, Hände aus dem Gesicht fernhalten, Niesen in die Ellenbeuge.

Grippe-Impfung in Corona-Zeiten: Das rät die Expertin aus Heilbronn

Der große Unterschied: Anders als bei der SARS-CoV-2-Infektion lassen sich Infektionen mit Influenzaviren durch eine Impfung vermeiden. Wegen der Pandemie raten Experten mit Blick auf das Gesundheitssystem deshalb in diesem Jahr besonders zur Grippe-Impfung – vor allem, „um schwere Verläufe oder gar Ko-Infektionen mit SARS-CoV-2 zu verhindern und Engpässe in Krankenhäusern bei Intensivbetten oder Beatmungsplätzen zu vermeiden“, erklärte zuletzt Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha in einer Pressemeldung..

„Wir empfehlen allen Personengruppen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Erkrankten, Bewohnern von Altern- oder Pflegeheimen sowie Personen, die einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind, beispielsweise medizinisches Personal, eine Impfung", sagt Dr. Martin aus Heilbronn. Nach der Impfung dauert es etwa zehn bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.

Ältere Menschen und chronisch Kranke gehören zu den Risikogruppen, die sich gegen Grippe impfen lassen sollten.

Coronavirus in Heilbronn: So reagieren die SLK-Kliniken auf die Infektionen

In den SLK-Kliniken Heilbronn bestimmt das Coronavirus derzeit den Alltag: Besuche sind nur eingeschränkt möglich, jeder Patient darf einmal am Tag von einer Person besucht werden. Auf den Intensiv- und Covid-Stationen hingegen gilt noch immer ein generelles Besuchsverbot. Im Eingangsbereich der Klinikgebäude finden Einlasskontrollen statt. Im gesamten Gebäude müssen Besucher eine Maske tragen.

Damit kein Corona-Fall unbemerkt ins Krankenhaus kommt, müssen alle Patienten bei der stationären Aufnahme über einen Fragebogen angeben, ob und in welchem Umfang sie in letzter Zeit Kontakt zu positiv getesteten Personen hatten oder selbst Symptome hatten und ob sie in ein Risikogebiet verreist waren. In der Notaufnahme in Heilbronn gibt es einen Isolationsbereich, in dem Notfall-Patienten mit Corona-Verdacht behandelt werden.

Corona-Zahlen in den SLK-Kliniken: Vorgehensweise im Krisenfall

„Die Patientenzahlen [mit Corona] haben auch bei den SLK-Kliniken weiter zugenommen, sind aber längst nicht so hoch wie im Frühjahr", sagt der SLK-Pressesprecher Mathias Burkhardt. Seit Ende August, als mehrere Patienten und Mitarbeiter des SLK-Klinikums in Heilbronn infiziert waren, sei man durchgehend im einstelligen Bereich. Derzeit befinden sich sieben Corona-Patienten in stationärer Behandlung, einer davon auf der Intensivstation (Stand 29. September).

Trotz steigender Zahlen erwartet man in den SLK-Kliniken keinen Engpass. Der SLK-Verbund verfügt über ein Corona-Versorgungskonzept. Darin sind unter anderem vorgehaltene Betten für Corona-Verdachtsfälle und Corona-Stationen sowie die Vorgehensweise für den Krisenfall festgelegt.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa/Archivbild

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