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Tischpauschale in Restaurants: Heilbronner Gastro-Experte erklärt Problem

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Von: Juliane Reyle

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Gastgewerbe
Eine Tischpauschale wird aktuell heiß diskutiert. © Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild

Die Preise steigen derzeit überall, auch im Restaurant. Gastronomen sind im Zwiespalt – Kunden behalten, Kosten minimieren, Preise erhöhen. Gibt es eine Lösung?

Nicht nur Privathaushalte müssen derzeit schauen, wie sie mit dem Einkauf und den Lebensmitteln haushalten. Bei den aktuellen Preiserhöhungen werden Lebensmittel bewusster eingekauft, doch nichtsdestotrotz: Die Rechnung an der Kasse ist höher als noch vor einem Jahr. Und die Preise steigen weiter. Besonders schwierig ist es für Restaurantbesitzer.

Sie kommen nicht an benötigte Lebensmittel, Sonnenblumenöl ist nur schwer zu bekommen und nicht nur die Getreide- und Energiepreise steigen, sondern sämtliche Produkte werden teurer und teurer. Doch die Kunden können, auch wenn sie wollten, nicht mehr ausgeben, denn: Alle Preise steigen. Auch Thomas Aurich, Gastronomie-Sachverständiger aus Heilbronn, äußert sich echo24.de gegenüber kritisch über die aktuelle Situation im Gastronomiebereich. In Heilbronner Restaurants wird bereits über Tischpauschalen gesprochen.

Heilbronn: Restaurant kämpft mit Ablehnung und Missverständnis bezüglich der Tischpauschale

Das bekannte Restaurant „Beichtstuhl“ in Heilbronn berichtete in einer Pressemitteilung, dass die ersten Gespräche bezüglich der Einführung einer Tischpauschale in ihrem Restaurant negativ verliefen und die Ankündigung einer Tischpauschale mehr auf „Ablehnung & Missverständnis“ gestoßen sei als auf Verständnis. Es werde darüber spekuliert, ob die Argumente nicht richtig dargestellt wurden, denn das Ziel sei eine „transparente Lösung für die derzeitigen Preiserhöhungen“. Es beginnt eine Debatte um Tischpauschalen und andere Möglichkeiten der Gastronomie zu helfen, denn die aktuelle Situation „macht allen zu schaffen“.

Tischpauschale

Eine Tischpauschale soll bezahlt werden, sobald Gäste einen Tisch im Restaurant belegen: Ein pauschaler Preis, um im Restaurant zu speisen – unabhängig davon, was das bestellte Gericht kosten wird. Damit soll einem Minusgeschäft der Gastronomen, die die aktuellen Preisschwankungen von Lebensmitteln und Energie nicht genau vorhersehen können, entgegengewirkt werden.

Gastronom Thomas Aurich äußert sich kritisch: Die Lage der Gastronomen ist ernst

Thomas Aurich, Heilbronner Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands und Vorsitzender der Stadtinitiative Heilbronn e. V. in Doppelspitze, ist seit Jahrzehnten Gastronom und führte bereits mit 15 Jahren eine Kneipe selbstständig, meint: „Die Preise fliegen uns um die Ohren. Wir laufen aktuell den Preisen hinterher“.

„Wir wissen heute nicht, was es morgen kosten wird“, erklärt Aurich weiter. „Dieses Problem hat nicht nur Folgen für Kalkulationen und Einkauf. Auch das Neudrucken der Karten koste viel Geld, „nicht jedes Restaurant hat handschriftliche Speisekarten, die kurzerhand umgeschrieben werden können“.

Ein weiteres Problem sei aktuell der Personalmangel. Der Arbeitskräftemangel zeige sich auch in der Gastronomie. Vor der Corona-Krise waren „rund 33 Prozent der Studenten, die nebenher arbeiten, in der Gastronomie tätig und nun sind es nur noch 8 Prozent“. Aurich meint: „Die Mitarbeiter wissen, was sie wo verdienen können“. Es passe alles nicht zusammen, denn es gäbe keine Leute, die arbeiten, kein Geld und die Preise steigen.

Tischpauschale auch in Heilbronn? Gastronomen „wollen bei ihren Gästen sein“

Eine Tischpauschale hält Aurich jedoch für schwierig: „Wir wollen bei unseren Gästen sein“. Es muss andere Lösungen geben, um den Gastronomen und Kunden die aktuelle Situation zu erleichtern. Eine mögliche Lösung wäre es laut Aurich, die Belegung der Tische, wie in den „Großstädten der Welt“ zu handhaben, dort dürfen Gäste ein bis zwei Stunden sitzen bleiben für ihre Mahlzeit, doch anschließend muss der Tisch für neue Gäste freigegeben werden. Ob diese Regelung in Deutschland umsetzbar ist, ist ungewiss, denn häufig wird ein Restaurantbesuch auch für ein geselliges Beisammensein genutzt.

Die Lage der Gastronomen ist sehr ernst, viele sollen sich bei der eigenen Familie Darlehen geholt haben. Aurich: „Es wird nicht einfach, irgendwie haben wir es aber immer geschafft“. Doch „was am Ende übrig bleibt, ist fraglich“. Er versucht trotzdem positiv zu bleiben.

Aufgrund der steigenden Preise möchten viele Menschen an allen Ecken und Enden sparen, deshalb ist es beispielsweise gut zu wissen, wann und wo die Spritpreise am günstigsten sind. Ebenso geschickt sind Tipps um Sonnenblumenöl und Butter günstig zu ersetzen. Trotz steigender Preise kann beim Einkaufen ganz leicht Geld gespart werden – mit diesen 7 Tipps.

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