Einfach mal ausprobieren

Foodsharing im Selbstversuch: So lecker schmeckt gerettetes Essen

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Nach einer Stunde sortieren und putzen, stehen  Astrid Wagner und Theda Leiseder vor einem gut gefüllten Fairteiler im Edeka in Sontheim.
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Unsere Kollegin im Selbstversuch: Wie geht das mit dem Essen retten?

"In der Regel holen wir die Lebensmittel hier zu dritt ab. Ich hab dich einfach mal eingetragen", sagt Astrid Wagner von der Foodsharing Gruppe Heilbronn. Huch, dann rette ich heute wohl auch Lebensmittel und mache nicht nur einen Bericht. Zu dritt stehen wir auf dem Gelände des Edeka-Markts in Sontheim. Mal schauen wie das geht.

Foodsharing Heilbronn: Kurzer Hand selbst ausprobiert

Nach einigen Fragen und Bildern bin ich dann also auch bereit mitanzupacken. Drei Wagen voll mit Kisten gilt es zu sortieren und umzuräumen. Und was da alles drin ist! Melonen, Pfifferlinge, tolle Salate - das würde alles in der Tonne landen, wenn die Foodsharer Heilbronn nicht regelmäßig hier vorbeischauen würden. Ich bin echt schockiert. 

Spontan fallen mir gleich mehrere Gerichte ein, die man mit all diesen Lebensmitteln noch zaubern kann. "Der Speiseplan hat sich bei vielen Foodsavern extrem verändert. Denn es wird weniger nach dem Lustprinzip eingekauft, sondern eher nochmal an einem Fairteiler vorbeigeschaut", erklärt Astrid Wagner.

Essen retten hat genaue Regeln bei Foodsharing Heilbronn

"Übrigens, wir Foodsaver duzen uns", sagt Astrid. Na dann: "Astrid, wie sortiere ich denn das richtig?" Und schon gibt es eine Einführung: Was sofort in der Tonne landet, weil es wirklich nicht mehr genießbar ist und welches Essen noch eine Chance im Fairteiler bekommt. Als ich sehe, dass sie viele Packungen Salat in den Müll werfen will, hake ich nach: "Warum kannst du das nicht retten?" Die Antwort ist simpel: "Bei abgepackten Salaten müssen wir uns an das Mindesthaltbarkeitsdatum halten. Die dürfen wir nicht in den Fairteiler legen. Das kann ich höchsten privat jemandem geben, aber das ist einfach zu viel." Mir tut der Salat leid, der noch richtig knackig und lecker aussieht. Kurzer Hand beschließe ich heute Abend dieses Lebensmittel vor der Tonne zu retten.

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Neben Astrid Wagner ist an diesem Abend auch Theda Leiseder als Foodsaverin unterwegs. "Ich versuche mindestens einmal die Woche bei einer Abholung mitzumachen. In den Sommerferien auch schon mal öfter. Da sind viele im Urlaub", sagt Theda Leiseder.

Einfach mal ausprobieren: Essen retten ist eine tolle Aktion

Wow, das ist ganz schön viel Freizeit, die die Foodmanagement-Studentin Theda dafür opfert. Aber es ist eine Herzensangelegenheit: "Ich arbeite selbst in einer Bäckerei und sehe, was da alles weggeworfen werden muss. Foodsharing ist einfach eine tolle Aktion", sagt Theda.

Die Kühlboxen brauchen die Foodsaver, damit die Kühlkette für die Lebensmittel auch eingehalten wird.

Nachdem alle Lebensmittel richtig sortiert sind - manche landen sofort in einer eigens dafür mitgebrachten Kühlbox, damit die Kühlkette nicht unterbrochen wird - geht es zum Fairteiler. Der neue Standort im Edeka in der Charlottenstraße ist gerade einmal zwei Wochen alt. Hier gibt es ein Regal und auch einen Kühlschrank, der während der Supermarkt-Öffnungszeiten frei zugänglich ist. 

Der Fairteiler muss erst einmal gereinigt werden bevor das gerettete Essen reinkommt.

Bevor eingeräumt werden kann, kommen die alten ungenießbaren Reste raus und alles wird geputzt. Bei Agnes und Theda geht das blitzschnell und während sie einräumen werde ich schon gefragt, was das denn hier sei. Sofort erkläre ich das Prinzip der Foodsaver und kriege als Antwort: "Klasse, da schau ich dann demnächst mal vorbei." Aha, den ersten neuen Helfer habe ich vielleicht schon gewonnen. Nachdem alles eingeräumt ist, sind auch schon die ersten Essens-Retter zur Stelle.

Schilder erklären wie das Fairtailer-Prinzip funktioniert.

Ich mache mich auf den Heimweg mit den geretteten Lebensmitteln. Auf dem Tisch steht ein leckerer Salat und ein Brot, dass ich tatsächlich vor der Tonne gerettet habe. Schmeckt das lecker! Demnächst gerne wieder.

So lecker kann Foodsaving sein.

Wer selbst zum Foodsaver werden möchte kann sich auf der Seite foodsharing.de anmelden und ein Quiz absolvieren. Wer die Fragen richtig beantwortet ist als Foodsaver für Heilbronn gelistet und kann die Gruppe unterstützen, indem man entweder nach den Fairteilern schaut oder bei der Verteilung mithilft.

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