Blumen und Pflanzen werden immer beliebter

Heilbronn: Höherer Stundenlohn für Floristen gefordert — Geschäft boomt

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Das Geschäft der Floristen boomt, doch die Bezahlung der Mitarbeitenden ist mit 11,27 Euro Stundenlohn gering. (Symbolbild)
  • Lisa Klein
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Das Geschäft der Floristen boomt in der Pandemie, dennoch arbeiten in Heilbronn die meisten Floristen zu Niedriglöhnen. Gewerkschafter fordern mehr Gehalt für Beschäftigte.

Gartenmärkte und Blumengeschäfte erleben in der Corona-Pandemie einen riesigen Ansturm – doch wer Sträuße bindet und Pflanzen pflegt, arbeitet in Heilbronn meist zu Niedriglöhnen. „In der Floristik liegt der Stundenlohn für gelernte Kräfte gerade einmal bei 11,27 Euro pro Stunde. Von solchen Einkommen lässt sich kaum leben“, kritisiert Mike Paul, Bezirksvorsitzender der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Stuttgart. Das soll sich künftig ändern.

Der gesetzliche Mindestlohn soll bundesweit stufenweise bis zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben werden. Aktuell liegt der Mindestlohn bei 9,50 Euro, ab 1. Juli 2021 steigt er auf 9,60 Euro an. Der Stundenlohn der gelernten Floristen liegt in kommendem Jahr — sollte er nicht angehoben werden — gerade mal 82 Cent über dem Mindestlohn, welcher beispielsweise auch ungelernten Aushilfen ab 18 Jahren bezahlt werden muss.

Der Gewerkschafter Paul fordert für die Beschäftigten deshalb nun deutlich mehr Geld. In der Branche arbeiteten überwiegend Frauen, für die die geringe Bezahlung zum Armutsrisiko werde, heißt es in der Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Nach Angaben der Arbeitsagentur zählt die Floristik in Heilbronn rund 50 Beschäftigte, in ganz Deutschland gibt es etwa 31.000 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Floristen.

Das Geschäft mit den Blumen boomt — doch Floristen erhalten meist Niedriglöhne

„In der Corona-Zeit kaufen mehr Menschen als sonst Blumen, Topfpflanzen oder Deko, um es sich zu Hause schönzumachen. Vor allem in den Gartencentern herrscht eine große Nachfrage“, betont Paul. Die Firmen ignorierten die gute Wirtschaftslage aber bislang – und zogen einen Tarifabschluss für die Branche im Dezember vergangenen Jahres überraschend zurück. Danach sollten die Einkommen ab Februar um drei Prozent steigen. Für Azubis sah die Einigung ein Plus von 30 Euro pro Monat vor.

Die Gewerkschaft ruft den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dazu auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der bereits gefundene Kompromiss sei ein wichtiger Schritt für die Floristik heraus aus dem Niedriglohnsektor. Mittelfristig müsse sich die Bezahlung aber noch deutlich verbessern, fordert die IG BAU – „sonst finden Blumenläden & Co. bald kein Personal mehr.“

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