Mutmaßlicher Täter ist Feuerwehrmann

Mutmaßlicher Feuerteufel von Gundelsheim gefasst: Feuerwehr und Stadt sprechen Klartext

  • Jason Blaschke
    vonJason Blaschke
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  • Isabel Ruf
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Die Freiwillige Feuerwehr Gundelsheim ist geschockt, dass der mutmaßliche Feuerteufel aus ihren eigenen Reihen stammt. Jetzt gibt es eine Erklärung auf Facebook.

Update, 13. November: Monatelang war die Polizei dem mysteriösen Feuerteufel von Gundelsheim im Landkreis Heilbronn auf der Spur. Seit Mitte 2019 hatte dieser eine Serie von Bränden in Gundelsheim und Umgebung gelegt. Es brannten unter anderem Gebäude, Hecken, Strohballen, eine Scheune sowie zwei Wohnungen. Der Sachschaden beträgt laut Polizei mehrere hunderttausend Euro. Verletzt wurde durch die Brände zum Glück niemand. Doch eine wichtige Erkenntnis schockiert: Der mutmaßliche Feuerteufel ist selbst Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Gundelsheim.

Gundelsheim im Landkreis Heilbronn: Das sagt die Freiwillige Feuerwehr zum Feuerteufel

Auf Facebook wurde gestern eine gemeinsame Erklärung der Freiwilligen Feuerwehr und der Stadtverwaltung Gundelsheim im Landkreis Heilbronn veröffentlicht. Darin heißt es: „Selbstverständlich sind wir geschockt, dass der Tatverdächtige aus unseren eigenen Reihen stammt.“ Man habe gehofft, dass dies nicht der Fall sei. Doch letztlich könne man nicht in Menschen hineinschauen. Das Geschehene wolle man intern aufarbeiten. Der Feuerteufel von Gundelsheim wurde am Montag von der Polizei in seiner Wohnung verhaftet und sitzt mittlerweile im Gefängnis. Über Wochen hatte er mitgeholfen, die von ihm gelegten Brände zu löschen.

Man hoffe, dass sich durch die Festnahme die Angst vor weiteren Bränden in Gundelsheim im Landkreis Heilbronn legt und das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung zurückkehre, heißt es in der Erklärung weiter. „Ganz herzlich bedanken wir uns bei allen Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Heilbronn für die geleistete Arbeit und die stets gute Zusammenarbeit.“ Wochen zuvor richtete die Polizei Heilbronn sogar eine eigene Ermittlungsgruppe ein, um die Brandserie in Gundelsheim und Umgebung aufzuklären und um dem Feuerteufel auf die Spur zu kommen. Die Stadtverwaltung und Freiwillige Feuerwehr hoffen, dass jetzt wieder Normalität einkehrt.

Gundelsheim: Mysteriöser Feuerteufel im Landkreis endlich gefasst

Erstmeldung, 10. November: Monatelang war die Polizei ihm auf der Spur – jetzt ist der mutmaßliche Feuerteufel von Gundelsheim in Haft. Seit Mitte 2019 hatte eine Serie von Brandstiftungen in Gundelsheim und Umgebung die Menschen in Atem gehalten. Unter anderem zwei Wohnwagen und andere Fahrzeuge, Gebäude, eine Scheune, Hecken und Strohballen gingen in Flammen auf. Nichts war sicher: Es brannte an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Tageszeiten. Insgesamt entstand laut Polizei ein Sachschaden in Höhe von mehreren hunderttausend Euro, Personen wurden zum Glück nicht verletzt.

Allein zwischen Anfang April und Mitte Juni hatte es in Gundelsheim und Umgebung elf Mal gebrannt. Das sorgte für große Verunsicherung in der Bevölkerung. Ende April brannte in Gundelsheim mitten in der Nacht eine Scheune lichterloh. Ende Mai wurde die Feuerwehr nachts zu einem Geräteschuppen in Gundelsheim gerufen – die Flammen griffen auf ein angrenzendes Mehrfamilienhaus über. Anfang Juni hatte die Albvereinshütte am Calvarienberg in Gundelsheim Feuer gefangen – sie brannte vollständig nieder. Am gleichen Wochenende standen auch zwei Wohnwagen auf dem Gelände des ehemaligen Campingplatzes an der B27 in Flammen.

Gundelsheim: Serie von Brandstiftungen – Polizei kommt Feuerteufel im Landkreis Heilbronn auf die Spur

Im Anschluss reagierte die Polizei Heilbronn auf die Brandserie und richtete eine Ermittlungsgruppe ein, um die Fälle aufzuklären und den Feuerteufel zu stoppen. Für Hinweise wurde eine Belohnung in Höhe von 4.000 Euro ausgesetzt. Mitte Juni brannte es schon wieder: Hier konnte die Feuerwehr gerade noch verhindern, dass der Brand eines Holzstapels auf eine Scheune übergriff. Auch hier gingen die Beamten von Brandstiftung aus. Ende August bekämpften die Einsatzkräfte Flammen in einer Gaststätte in Gundelsheim.

Die Menschen fragten sich zurecht: Hört das denn gar nicht mehr auf? Und scheinbar nicht. Das nächste Mal brannte es im Oktober bei Gundelsheim-Tiefenbach. Rund 400 Heu- und Strohballen gingen dort in Flammen auf und beschäftigten Dutzende Feuerwehrkräfte. Und der jüngste Fall: In der Nacht zum vergangenen Samstag war in Tiefenbach ein Auto ausgebrannt. Doch nach dieser Tat war die Polizei dem Feuerteufel endlich auf die Spur gekommen.

Gundelsheim: Polizei nimmt Feuerteufel fest – Tatverdächtiger ist Feuerwehrmann

„Nach langwieriger und aufwendiger Ermittlungsarbeit ist es der Polizei Heilbronn nun gelungen, einen 31-Jährigen festzunehmen, der nach aktuellem Ermittlungsstand für mehrere Taten verantwortlich ist“, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am 10. November gemeinsam mit. Nach dem Brand des Chryslers sei der Mann zunehmend in den Fokus der Ermittler geraten, heißt es weiter. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Heilbronn erging ein Haftbefehl gegen den 31-Jährigen. Am Montag nahmen Beamten den Tatverdächtigen in seiner Wohnung fest.

Das Skurrile an dem Fall: Der Mann, der für die Brandstiftungen im Raum Gundelsheim verantwortlich sein soll, ist laut Polizei selbst Angehöriger der Feuerwehr. Der mutmaßliche Feuerteufel half demnach auch dabei mit, die Brände zu löschen, die er zuvor gelegt hatte. Der 31-Jährige räumte in ersten Vernehmungen mehrere Taten ein. Ob ein Zusammenhang zwischen allen Bränden besteht und ob sie alle auf das Konto des verdächtigen Feuerwehrmanns gehen könnten, ist bislang unklar. Der Haftbefehl wurde am Dienstagmittag vom zuständigen Haftrichter in Vollzug gesetzt. Der Mann wurde in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Rubriklistenbild: © Franziska Hessenauer / Einsatz-Report24

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