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Falschgeld in Heilbronn entdeckt: Das rät das Bundeskriminalamt

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Von: Lisa Klein

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Ein gefälschter 5-Euro-Schein ist in Heilbronn aufgetaucht.
Ein gefälschter 5-Euro-Schein ist in Heilbronn aufgetaucht. © Lino Mirgeler/ dpa / privat / Fotomontage: echo24.de

Ein echo24.de-Leser aus Heilbronn hat in seinem Geldbeutel einen gefälschten 5-Euro-Schein entdeckt. Ist momentan vermehrt Falschgeld in der Region unterwegs?

In Heilbronn ist ein gefälschter 5-Euro-Schein aufgetaucht. Neulich in einer Bar: Ein echo24.de-Leser möchte zahlen, holt seinen Geldbeutel heraus und dann das: Der 5-Euro-Schein sieht irgendwie anders aus – und fühlt sich auch irgendwie komisch an. Bei genauerer Betrachtung fällt auf: Es ist eindeutig eine Fälschung, wie uns der Leser berichtet. 

Vor allem, wenn ein echter Schein daneben liegt, besteht kein Zweifel mehr, wie auf dem Foto zu erkennen. Das Wasserzeichen fehlt, das Papier ist viel zu dick, die Farbe stimmt nicht. Wann der 5-Euro-Schein in den Geldbeutel des Lesers gewandert ist, ist unklar. Ist derzeit etwa Falschgeld in Heilbronn im Umlauf?

Falschgeld in Heilbronn aufgetaucht: Sind vermehrt gefälschte Scheine im Umlauf? 

echo24.de hat bei der Polizei Heilbronn nachgefragt. Laut einer Sprecherin gibt es aktuell keine auffällige Häufung an Falschgeldanzeigen in der Region. Im Gegenteil: „Die Falschgeldzahlen beim Polizeipräsidium Heilbronn sind im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig“, erklärt die Polizeisprecherin.

Ein gefälschter 5-Euro-Schein ist außerdem eher eine Seltenheit: Meist werden 50- und 20-Euro-Scheine gefälscht, 5-Euro-Scheine eher weniger. Der Grund dafür liegt auf der Hand: 100er-, 200er- und 500er-Scheine werden in vielen Filialen in der Regel geprüft, sodass es schwerer für Fälscher ist, große Scheine in Umlauf zu bringen. Kleinere Scheine hingegen wie 5-Euro-Scheine „rentieren“ sich eher weniger.

Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden im Jahr 2021 insgesamt 38.234 Falschgelddelikte in ganz Deutschland verzeichnet. In dem Lagebericht des BKA heißt es, dass 2021 ein „erneuter deutlicher Rückgang der Falschgelddelikte in Deutschland” verzeichnet wurde. Tendenziell ist die Gesamtzahl der Falschgelddelikte laut BKA bereits seit 2017 rückläufig. Der Bericht bezieht sich nur auf Euro-Banknoten, nicht auf Münzen. Zahlen für das Jahr 2022 werden erst im kommenden Jahr vorliegen.

Woran erkenne ich Falschgeld? Das Bundeskriminalamt rät: „Fühlen, Sehen, Kippen“

Doch was kann getan werden, damit Falschgeld gar nicht erst im Geldbeutel landet? Generell sollte bestenfalls jeder Geldscheine zuerst prüfen, bevor sie angenommen und eingesteckt werden. An Tankstellen beispielsweise werden Euroscheine häufig gescannt und von einem Gerät auf ihre Echtheit geprüft. Für Privatpersonen lohnt sich die Anschaffung eines solchen Geräts natürlich nicht. Dennoch gibt es einige Merkmale, an denen die Echtheit einer Banknote festgemacht werden kann. 

Die Polizei Heilbronn rät zum Schutz vor Falschgeld, sich über die Sicherheitsmerkmale der echten Euro-Banknoten zu informieren und Geldscheine zu prüfen, bevor sie entgegengenommen werden. Das BKA empfiehlt das Prinzip „Fühlen, Sehen, Kippen“:

Das Bundeskriminalamt empfiehlt generell vor allem auf bestimmte Details zu achten, statt sich bloß den gesamten Schein auf einen Blick kurz anzuschauen. Am besten sollte eine echte Geldnote daneben gelegt und genau verglichen werden. 

Falschgeld erhalten: Was tun? Auf keinen Fall weitergeben!

Und was tun, wenn es schon zu spät ist, und der gefälschte Schein schon im Geldbeutel gelandet ist? Tatsächlich sollte damit auf keinen Fall mehr gezahlt werden. Denn: Das Zahlen mit Falschgeld ist strafbar. Wer vorsätzlich handelt, muss mit einer Strafe rechnen. Wer unwissentlich Falschgeld weitergibt, muss letztendlich glaubhaft machen, nicht gewusst zu haben, dass es sich um eine Fälschung handelt. Wer Geld fälscht, Falschgeld in Umlauf bringt oder die Absicht verfolgt, muss mit einer Freiheitsstrafe zwischen drei Monaten und zehn Jahren rechnen, je nach Schwere des Vergehens. 

Wer Falschgeld erhalten hat, sollte die Polizei benachrichtigen. Das Bundeskriminalamt empfiehlt außerdem, den Schein in einen Brief zu stecken, da somit möglicherweise Beweismaterial – zum Beispiel Fingerabdrücke – gesichert werden kann. Außerdem sollte sich das Aussehen von Tatverdächtigen gut eingeprägt werden sowie mögliche Begleitpersonen und benutze Fahrzeuge.

Auf Ersatz darf allerdings nicht gehofft werden, den gibt es für Falschgeld nicht. Das gilt übrigens auch für das Einzahlen von gefälschten Banknoten am Automaten. Das Geld wird, sobald als Fälschung erkannt, einbehalten und nicht auf das Konto gutgeschrieben. 

Polizeipräsidium Heilbronn klärt über Falschgeld auf

Die Polizei Heilbronn klärt immer wieder über Falschgeld auf. Zuletzt wurde auf der Gartenschau in Eppingen auf eine Kooperation mit der Deutschen Bundesbank gesetzt. Ein Vertreter der Deutschen Bundesbank informierte zusammen mit Polizeibeamten an einem Stand des Präsidiums Heilbronn anschaulich über das Thema Falschgeldprävention. Dabei werden vor allem die Sicherheitsmerkmale der Banknoten in den Vordergrund gestellt, wie die Polizei Heilbronn erklärt.

Auch wenn die Zahl der Delikte rückläufig ist, taucht immer wieder Falschgeld in der Region auf, wie echo24.de in der Vergangenheit bereits berichtete. 2017 wurde ein Betrüger im Raum Mosbach festgenommen, der mit einem falschen Zwanziger zahlen wollte. Auch 2018 ist in der Region an mehreren Stellen Falschgeld aufgetaucht.

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